Baumstachler Ben erkundet   „Manitoba“   Außerdem Capybara-Nachwuchs

Ende März kam im Zoo Osnabrück ein besonders stacheliges Jungtier zur Welt: der Baumstachler Ben. Bereits kurz nach der Geburt wurde der Nachwuchs von Zoomitarbeitern untersucht. Auch im Südamerikaareal gibt es Nachwuchs bei den Capybaras. Passend zu Pfingsten können auch Besucher die jungen Nagetiere bei ihren Erkundungstouren beobachten. Seit dem 6. Mai hat der Zoo Osnabrück wieder geöffnet und die Besucher können die freien Tage an Pfingsten nutzen, um Altbekanntes und Neues zu entdecken. Zum Beispiel den jüngsten Nachwuchs in der Nordamerika Tierwelt „Manitoba“: „Am 24. März kam hier ein kleiner Baumstachler zur Welt“, berichtet Tobias Klumpe, zoologische Leitung im Zoo Osnabrück. Bereits kurz nach der Geburt stand für das Jungtier der erste Besuch vom Zootierarzt an: „Baumstachler sind Nagetiere mit sehr langen und spitzen Stacheln. Direkt nach der Geburt sind diese aber noch relativ weich und härten erst mit der Zeit aus. Diese Zeit nutzen wir daher für die erste Untersuchung – die Eltern des Jungtieres waren dabei sehr entspannt“, so Klumpe. Bei der Untersuchung des stacheligen Nachwuchses prüften die Zoomitarbeiter dessen allgemeinen Gesundheitszustand und setzten ihm einen kleinen Mikrochip zur Wiedererkennung unter die Haut – ähnlich wie bei Hunden und Katzen. „Außerdem haben wir geschaut, welches Geschlecht das Jungtier hat. Es ist ein kleines Männchen – wir gaben ihm den Namen Ben“, erzählt Tobias Klumpe. Besucher können Baumstachler Ben bei ihrem Zoorundgang in der Nordamerika-Tierwelt „Manitoba“ sehen: „Ben entwickelt sich sehr gut und wird immer selbstständiger. Mittlerweile geht er sogar schon auf der Außenanlage auf Erkundungstour. Wir gehen davon aus, dass er in nächster Zeit immer mutiger wird und sich häufiger und auch länger raus traut“, erzählt Tanja Boss, Tierpflegerin und Revierleiterin in „Manitoba“. Nach der Geburt wurde das Jungtier zunächst ausschließlich mit Muttermilch gesäugt. Mittlerweile gewöhnt Mutter Mechthild ihren Sprössling ab und Ben versucht sich an fester Nahrung wie Blättern, Gemüse und Obst. Tanja Boss erklärt, wie Besucher den jüngsten „Manitoba“-Bewohner erkennen: „Zum einen ist Ben noch deutlich kleiner als seine Eltern. Außerdem sind seine Stacheln viel dunkler. Bei der Geburt sind Baumstachler fast komplett schwarz. Jetzt beginnen sich die Spitzen der Stacheln langsam weiß zu Färben, so wie bei den ausgewachsenen Tieren.“ Wenn Jungtier Ben, Mutter Mechtild und Vater Manfred nicht gerade auf der Außenanlage unterwegs sind, können Besucher die nordamerikanischen Nagetiere auch durch „Gucklöcher“ in ihrem Innenstall beobachten. Nagetier-Nachwuchs auch in Südamerika Im Südamerika-Areal des Zoo Osnabrück flitzen gleich vier kleine Nagetiere über die Anlage der Capybaras – auch Wasserschweine genannt – und Flachlandtapire: Seit 2016 ist zum erstmal wieder Capybaranachwuchs am Schölerberg zur Welt gekommen. „Am 12. Mai entdeckte mein Azubi-Kollege Jonas Linke, dass unsere Wasserschweindame 'Lady Gaga' bereits drei Jungtiere geboren hatte und holte mich dazu“, erzählt Tierpfleger-Auszubildende Marion Rommlau. „Sie hatte sich dafür etwas erhöht einen Platz gesucht und schien noch in den Wehen zu liegen.“ Erst etwa zwei Stunden später kam noch ein Nachzügler hinterher und so bekam die erstgebärende Lady Gaga (5 Jahre) schließlich vier Jungtiere. „Es war sehr schön zu sehen, dass sich die Mutter-Kind-Bindung direkt aufbaute, denn schon kurz nach der Geburt kuschelten sich die Kleinen an ihre Mutter und suchten nach den Zitzen, um Muttermilch zu trinken“, so Rommlau weiter. Mittlerweile knabbern die kleinen Capybaras zusätzlich auch schon an der Nahrung ihrer älteren Artgenossen. „Wasserschweine sind Nestflüchter und deswegen sehr schnell ziemlich agil und erkunden ihre Umgebung“, erklärt Tobias Klumpe. „Außerdem fangen sie schon nach wenigen Tagen an neben der Muttermilch auch Gemüse, Gräser und Blätter zu probieren. Gesäugt werden die Kleinen bis zu acht Wochen.“ Auch die erste Untersuchung vom Zootierarzt stand schon auf dem Programm: „Dabei haben wir zunächst den allgemeinen Gesundheitszustand überprüft und als wir festgestellt haben, dass es allen vieren gut geht und sie sehr gut entwickelt sind, wurde ihnen außerdem ein kleiner Mirco-Chip zur Wiedererkennung eingesetzt und wir konnten das Geschlecht feststellen: Es sind drei Männchen und ein Weibchen“, so Klumpe. Mittlerweile sind die Geschwister bei schönem Wetter mit der ganzen Gruppe auf der Außenanlage unterwegs und die Zoobesucher können sich freuen, am Pfingstwochenende Nagetier-Nachwuchs in "Manitoba" und im "Südamerika-Areal" beobachten zu können. Nachdem der Zoo Osnabrück sieben Wochen lang coronabedingt schließen musste, ist er seit dem 6. Mai wieder täglich von 8 bis 17:30 Uhr geöffnet. Jeder Besucher muss unbedingt vorab kostenlos ein Zeitfenster für dein Einlass in den Zoo unter www.zoo-osnabrueck.de buchen. Durch diese Regelung haben pro Stunde 350 Personen Einlass. Ohne Reservierung ist kein Einlass möglich. Des Weiteren werden die Besucher gebeten sich auf der Internetseite des Zoos über die aktuellen Hinweise und Regeln zu informieren. Wissenswertes zum Baumstachler/Urson (Erethizon dorsatum) Baumstachler, auch Ursons genannt, leben hauptsächlich im Mittelwesten und Westen der USA und Nordmexiko sowie in Alaska und Kanada. Sie erreichen eine Körpergröße von etwa 60 bis 70 Zentimetern und sind nach den Bibern die zweitgrößten Nagetiere Nordamerikas. Baumstachler haben etwa 30.000 Stacheln, die bis zu 12 Zentimeter lang werden können. Die Stacheln haben winzige Widerhaken und sind deshalb nur schwer zu entfernen. Baumstachler verbringen die meiste Zeit ihres Lebens in Bäumen und kommen eigentlich nur auf den Boden, um den Baum zu wechseln. Sie sind gute Kletterer mit starken Krallen und unbehaarten Fußsohlen. Die Baumstachelschweine ernähren sich von Blättern, Blüten und Zweigen, Rinde sowie Beeren und Früchten. Wissenswertes zum Wasserschwein/Capybara (Hydrochoerus hydrochaeris) Das Capybara ist das größte Nagetier der Welt und kann eine Gesamtlänge von 120 bis 130 Zentimeter erreichen. Es wird bis zu 56 Zentimeter hoch und 50 Kilogramm schwer. Es wird auch Wasserschwein genannt, ist jedoch nicht mit den Schweinen verwand sondern mit den Meerschweinchen. Außerdem hat es eine sogenannte semiaquatische Lebensweise und lebt in den Grassavannen und Wäldern Südamerikas in der Fließenden Gewässern. Der Name Capybara kommt aus der Sprache der Guarani-Indianer und soll „Herr des Grases“ bedeuten, denn die Nagetiere ernähren sich hauptsächlich von Sumpfgräsern und Wasserpflanzen. In einem Wurf bringt ein Capybaraweibchen 1 bis 10 Jungtiere zur Welt, die sie bis zu 8 Wochen säugt. Bildunterschrift: Baumstachler B: Baumstachler Ben wurde Ende März im Zoo Osnabrück geboren. Besucher können den stachligen Nachwuchs in der Nordamerika-Tierwelt "Manitoba" sehen. Bildquelle: Zoo Osnabrück (Sophie Bernhold). Zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung. ​Baumstachler C: Kurz nach seiner Geburt wurde das Baumstachlerjungtier "Ben" im Zoo Osnabrück vom Zootierarzt untersucht. Besucher können den stacheligen Nachwuchs in der Nordamerika-Tierwelt "Manitoba" sehen. Bildquelle: Zoo Osnabrück (Katja Lammers). Zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung. Capybara B: Nagetier-Nachwuchs im "Südamerika-Areal" des Zoo Osnabrück: Insgesamt vier kleine Capybaras flitzen hier über die Anlage. Bildquelle: Zoo Osnabrück (Marilena Koch). Zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung. ​ ​ Über den Zoo Osnabrück Der Zoo Osnabrück wurde 1935 als Arbeitsg​emeinschaft Heimattiergarten von Osnabrücker Bürgern gegründet und bereits 1936 als Heimattiergarten eröffnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Heimattiergarten größtenteils zerstört, doch anschließend verfolgten die Osnabrücker weiterhin ihr Ziel, für die Stadt einen Zoo zu schaffen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Heimattiergarten zum Tiergarten und schließlich zum zoologischen Garten. Heute beherbergt der Zoo auf 23,5 Hektar 2.238 Tiere aus 292 Arten. Neueste Erlebniswelten sind der Unterirdische Zoo (2009), die afrikanische Erlebniswelt „Takamanda“ (2010), die nordische Tierwelt „Kajanaland“ (2011) und der Affentempel „Angkor Wat“ (2012). 2014 wurde der Tigertempelgarten im Bereich „Angkor Wat“ eröffnet. Als dritter Bestandteil wurde im Herbst 2017 der „Orang-Utan Dschungeltempel“ in diesem Bereich fertig gestellt. Im Oktober 2018 neu hinzugekommen ist die nordamerikanische Tierwelt „Manitoba“ mit u.a. Hudson Bay-Wölfen, Schwarzbären, Waldbisons, Stinktieren und Kanadischen Bibern. 2019 besuchten den Zoo Osnabrück 1.050.000 Besucher.


Zoo Osnabrück ab 6. Mai geöffnet Tierhäuser geschlossen, Spielplätze offen

Zoobesuch online vorbereiten Bereits am 6. Mai, einen Tag früher als gedacht, kann der Zoo Osnabrück seine Tore öffnen. Nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden stehen nun auch alle Auflagen fest. Besucher sollten sich auf der Homepage auf den Ausflug in den Zoo vorbereiten und hier nach Möglichkeit bereits Tickets lösen oder Jahreskartenanträge ausfüllen. „Wir öffnen den Zoo entsprechend der aktuellen Verordnung und damit steht einem Zoobesuch bereits am 6. Mai nichts mehr entgegen“, berichtet Zoogeschäftsführer Andreas Busemann. „Wichtig ist, dass die Besucher überall den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Da unser Gelände mit 23,5 Hektar und 8 Kilometer Wegenetz ja sehr groß ist, gibt es genügend Raum zum Ausweichen.“ Sieben Wochen war der Zoo Osnabrück nun wegen der Corona-Pandemie geschlossen und musste in der Zeit auf alle Einnahmen durch Besuchereintritte verzichten – eine sehr schwierige Situation, wie Zoopräsident Dr. E.h. Fritz Brickwedde erläutert: „Da 75 Prozent unseres Budgets aus den Eintrittsgeldern besteht, ist und bleibt die Situation für uns existenzbedrohend. Es ist nun schon mal ein erster wichtiger Schritt, dass wir den Zoo wieder öffnen können – für unsere Besucher und für die Zootiere. Dafür danken wir auch unserem Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, der sich für die Öffnung bei der Landesregierung Niedersachsen besonders eingesetzt hat.“ Rabatt auf Online-Tickets – Spielplätze geöffnet Während die Tierhäuser und die Gastronomie weiter geschlossen bleiben müssen, können die beliebten Spielplätze im Zoo voraussichtlich wieder geöffnet werden. Wichtig ist allerdings, dass sowohl im Zoo als auch im Eingangsbereich keine Menschenansammlungen und lange Warteschlangen entstehen. Deswegen sollen sich Besucher bereits Zuhause auf den Ausflug in den Zoo vorbereiten, wie Christina Bunde, Leiterin des Kassenbereichs erklärt: „Tagestickets und Anträge für Jahreskarten sollten vorab online gekauft beziehungsweise ausgedruckt und ausgefüllt werden. Das geht ganz schnell und einfach und auf Tagestickets als E-Tickets gibt es sogar 10 Prozent Online-Rabatt.“ Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen gelten generell vergünstigte Tagespreise, die dem regulären Nebensaison-Preis entsprechen. Die notwendigen Informationen für den Zoobesuch erhalten Besucher auf der Internetseite des Zoos unter www.zoo-osnabrueck.de. Notfalls können Tickets und Jahreskartenanträge am Zooeingang erworben beziehungsweise ausgefüllt werden. Generell gelten natürlich auch beim Zoobesuch die aktuellen Kontaktregelungen: Der Zoobesuch ist nur alleine, mit einer weiteren Person oder mit den Personen des eigenen Hausstands zulässig. Zebra und Giraffen weisen den Weg in den Zoo Für einen schnellen Einlass haben die Mitarbeiter ein Anstellsystem mit gut sichtbaren Zebra-, Flamingo-, und Giraffensymbolen für die verschiedenen Gästegruppen entworfen. Auf dem Vorplatz werden Einweiser an Tischen mit Plexiglasschutz die ankommenden Besucher entsprechend zum richtigen Eingangstor dirigieren. „Sollte jemand noch kein Ticket haben, gibt es notfalls die Möglichkeit dieses an der Kasse zu kaufen. Wir bitten hier um Kartenzahlung, am besten ist kontaktloses zahlen. Zudem empfehlen wir Mund-Nase-Masken im Eingangsbereich zu tragen, um sich selbst sowie andere Besucher und Mitarbeiter zu schützen“, betont Bunde. Bollerwagen können derzeit nicht ausgeliehen werden, Rollstühle und E-Mobile stehen aber weiterhin zur Verfügung und werden nach jeder Nutzung desinfiziert. Unbeschwerter Zoobesuch mit Picknick Im Zoo selbst können die Besucher einen unbeschwerten Zoobesuch genießen, wie Philip Freund, Leiter Besucherservice, erklärt: „Selbst an sehr vollen Tagen verteilen sich die Besucher auf dem großen Gelände, sodass wir hier genügend Platz haben. Unsere Wege sind zwischen 2 und 4,5 Metern breit, es gibt also genügend Raum, um einander auszuweichen. An engeren Wegen, wie auf den Höhenpfaden, wird es ausgeschilderte Einbahnstraßenregelungen geben.“ Da die Gastronomie weiterhin geschlossen bleiben muss, stellt der Zoo zurzeit zusätzliche Bänke und Tische mit genügend Abstand auf, sodass sich Familien hier für ein Picknick niederlassen können. „Wir setzen auf die Vernunft und Eigenverantwortung der Besucher, sodass diese die bestehenden Abstands- und Kontaktregelungen einhalten. Damit es nicht zu Gruppenbildungen an Gehegen kommt, werden wir keine Fütterungen oder Kommentierungen durchführen. Zusätzliche Mitarbeiter haben zudem ein Auge darauf, dass keine Menschenansammlungen entstehen“, so Freund. Die Toilettenräume dürfen nur von einer Person beziehungsweise von der jeweiligen Besuchsgruppe betreten werden und die Zoomitarbeiter desinfizieren die Toiletten in kurzen zeitlichen Abständen. Weiterhin auf Spenden angewiesen Mit all den Maßnahmen sei der Zoo sehr gut vorbereitet auf eine Wiedereröffnung, betont Zoopräsident Brickwedde: „Der Zoo bietet den Familien Abwechslung und ein wenig unbeschwerten Alltag in dieser herausfordernden Zeit. Gerade für Familien ohne Balkon oder Garten ist der Zoo nun wieder eine tolle Möglichkeit, um rauszukommen und mit den Tieren etwas Positives zu erleben.“ Der Zoopräsident weist jedoch darauf hin, dass der Zoo trotz der Wiedereröffnung weiterhin in einer schwierigen finanziellen Lage sei: „Uns fehlen einfach die hohen Einnahmen aus den Osterferien, die uns sonst auch durch die dunkle Jahreszeit bringen. Deswegen sind wir weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Mit Spenden, Retter-Jahreskarten zum Sonderpreis, Tierpatenschaften oder Retter-T-Shirts hilft man uns weiterhin die Zootiere zu versorgen. Alle Informationen hierzu gibt es ebenfalls auf unserer Internetseite.“ Bildunterschrift: Gute Aussichten: Ab dem 6. Mai können Zoo-Fans wieder Nasenbären und Co. im Zoo Osnabrück beobachten. Der Besuch sollte vorab auf der Internetseite des Zoos vorbereitet werden und Besucher müssen Verhaltensregeln beachten. Bildquelle: Zoo Osnabrück (Hanna Räckers). Zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung. ​ Über den Zoo Osnabrück Der Zoo Osnabrück wurde 1935 als Arbeitsgemeinschaft Heimattiergarten von Osnabrücker Bürgern gegründet und bereits 1936 als Heimattiergarten eröffnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Heimattiergarten größtenteils zerstört, doch anschließend verfolgten die Osnabrücker weiterhin ihr Ziel, für die Stadt einen Zoo zu schaffen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Heimattiergarten zum Tiergarten und schließlich zum zoologischen Garten. Heute beherbergt der Zoo auf 23,5 Hektar 2.238 Tiere aus 292 Arten. Neueste Erlebniswelten sind der Unterirdische Zoo (2009), die afrikanische Erlebniswelt „Takamanda“ (2010), die nordische Tierwelt „Kajanaland“ (2011) und der Affentempel „Angkor Wat“ (2012). 2014 wurde der Tigertempelgarten im Bereich „Angkor Wat“ eröffnet. Als dritter Bestandteil wurde im Herbst 2017 der „Orang-Utan Dschungeltempel“ in diesem Bereich fertig gestellt. Im Oktober 2018 neu hinzugekommen ist die nordamerikanische Tierwelt „Manitoba“ mit u.a. Hudson Bay-Wölfen, Schwarzbären, Waldbisons, Stinktieren und Kanadischen Bibern. 2019 besuchten den Zoo Osnabrück 1.050.000 Besucher.                                              Quelle: Zoo Osnabrück 2020


Elefantenkuh SITA                                  

Kleine und große bunte Farbkleckse auf einer weißen Leinwand: Die siebenjährige Elefantenkuh Sita im Osnabrücker Zoo „bläst“ mit ihrem Rüssel Bilder – entstanden ist die Idee beim medizinischen Training mit Tierpflegern und Biologen. Aus dem Erlös der Bilder werden 10 Prozent an ein Artenschutzprojekt für Asiatische Elefanten gehen.

 

„Und: blow!“ ruft Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Kurator im Zoo Osnabrück, der jungen Elefantenkuh Sita zu. Sita steht in einem abgetrennten Bereich des Innenstalls und streckt ihren Rüssel durch die Metallstäbe des Tors. Wulftange hält den Rüssel in der Hand und richtet ihn auf eine Leinwand, die bereits bunte Farbkleckse trägt. Sita bläst kräftig aus ihrem Rüssel und weitere Farbklekse bedecken das Bild. Zur Belohnung gibt es anschließend leckere Pellets. 

 

Seit Kurzem ist die sieben Jahre alte Asiatische Elefantenkuh unter die Künstler gegangen. Wulftange erklärt, wie es dazu kam: „Wir führen eh täglich das sogenannte ‚Medical Training‘ mit den Elefanten durch. Dabei trainieren wir verschiedene Kommandos, mit deren Hilfe Tierarztbesuche oder Fußpflege für die Tiere und uns einfacher und entspannter werden“. Eine Übung aus dem Medical Training ist dabei die Rüsselspülung: „Wir füllen etwa einen halben Liter Wasser in den Rüssel, der nicht mit dem Rachenraum verbunden ist. Der Elefant muss dann den Rüssel hochhalten, damit das Wasser einmal die Schleimhäute entlangläuft. Das Wasser verbleibt dann ein bis zwei Minuten im Rüssel. Danach geben wir das Kommando ‚blow‘ und der Elefant bläst kräftig das Wasser aus. Wir fangen das Wasser auf, indem wir einen Auffangbeutel vor den Rüssel halten.“ Das Kommando wird trainiert, damit die Tierpfleger das Wasser auffangen und untersuchen lassen können. Auf diesem Weg können Krankheiten festgestellt werden – ein für die Elefanten und Tierpfleger angenehmer Weg. Für die Elefanten sei das Training eine Abwechslung im Alltag und werde auf freiwilliger Basis durchgeführt. Bestrafungen gibt es nicht und hat ein Elefant keine Lust auf das Training, fällt es aus. „Meistens haben sie aber viel Spaß daran, denn zum einen sind Elefanten sehr lernfreudig und zum anderen bekommen sie beim Training Leckerlis – die wollen sie sich nicht entgehen lassen“, schmunzelt der Biologe.

 

Tierische Künstler am Schölerberg

Über den Menschenaffen Buschi kam Wulftange beim Elefantentraining die Idee, auch mit den Dickhäutern zu „malen“. Unweit der Asiatischen Elefanten lebt der Osnabrücker Orang-Utan Buschi, der bereits seit mehreren Jahren unter die Künstler gegangen ist: Er malt mit Pinseln und Fingerfarben Bilder auf Leinwände. Dem Orang-Utan wird diese Abwechslung in unregelmäßigen Abständen als Beschäftigung angeboten. Der Erlös der Bilder ging an den Umbau und die Vergrößerung des Orang-Utan Dschungeltempels, später an den Umbau der Löwenanlage. Der Biologe und gelernte Tierpfleger mischte die lebensmittelechten Fingermalfarben in das Wasser und testete aus, ob die Idee umsetzbar ist und die Elefanten mitmachen möchten. Die Farben wählen und mischen Wulftange und die für die Elefanten zuständigen Tierpfleger, die Größe der Farbspritzer variieren je nachdem, wieviel Kraft Elefantenkuh Sita anwendet. „Die Farben sind ungiftig und lebensmittelecht, also ohne gesundheitliche Auswirkungen – auch Orang-Utan Buschi nutzt sie zum Malen. Für Sita macht es nicht wirklich einen Unterschied, ob die Farbe mit im Wasser ist oder nicht, da braucht man sich keine Sorgen zu machen. Trotzdem wollen wir Sita nur ab und zu malen lassen, denn für uns steht das Training im Vordergrund.“ Beim „Malen“ nehme Sita nur wenig eingefärbtes Wasser mit ihrem Rüssel auf, erklärt der Biologe weiter: „Wir nutzen nur etwa eine Handvoll Wasser, das auch nicht den gesamten Rüssel entlangläuft, sondern nur eine Handbreit.“ Nach dem „Malen“ werde der Rüssel manchmal ausgespült oder Sita übernimmt dies beim nächsten Trinken, so Wulftange.

 

Bilder für Tierwohl und Artenschutz

Elefanten- und Kunstfans können die besonderen Bilder nun im Online-Shop des Zoos für den guten Zweck erwerben. Denn mit dem Erlös werden sowohl die Tiere im Zoo unterstützt als auch die Tiere in der Wildbahn: „Der Zoo Osnabrück finanziert sich so gut wie selbst, was für einen Zoo sehr schwierig ist. Wer ein Bild kauft, erhält damit nicht nur ein besonderes Unikat, sondern hilft uns auch die Tierhaltung zu verbessern – nicht zuletzt den Elefanten, denn die Vergrößerung der Elefantenanlage ist ja auch für die Zukunft geplant. Zudem unterstützten wir mit jedem Bild den Artenschutz, denn einen Teil des Erlöses spenden wir an ein Artenschutzprojekt für Asiatische Elefanten“, so der Kurator. Von jedem Bild gehen 10 Prozent an das Artenschutzprojekt „Hilfe für die Asiatischen Elefanten“ des WWF. Der WWF setzt sich mit diesem Projekt für Elefanten in Thailand ein und pflanzt dort Grasland und Futterbäume und bildet Ranger aus, die die Elefanten vor Wilderern schützen. 

 

Sita einzige „Künstlerin“

Derzeit ist Sita die einzige „Künstlerin“ unter den Osnabrücker Elefanten, denn sie beherrscht das Training am besten. „Sie freut sich immer über neue, interessante Aufgaben. Sita ist noch etwas verspielt, aber nicht mehr so verspielt wie Minh-Tan“, schmunzelt Wulftange. Der zweijährige Elefantenbulle macht zwar schon mit beim Training, kann sich aber noch nicht so lang konzentrieren wie seine große Schwester. Mutter Douanita sowie Zuchtbulle Luka machen nicht so gerne Aufgaben „außer der Reihe“. 

 

Die Unikate aus Fingerfarbe auf Leinwand der Elefantenkuh Sita messen beispielsweise 50 x 50 Zentimeter (149 Euro) und sind ab sofort im Online-Shop des Zoo Osnabrück erhältlich: https://shop.zoo-osnabrueck.de

 

 

Wissenswertes zu Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)

Asiatische Elefanten sind etwas kleiner als Afrikanische, erreichen aber trotzdem eine Körpergröße von drei Metern und ein Gewicht von bis zu sechs Tonnen. Sie sind die größten Landsäugetiere Asiens. Asiatische Elefanten ernähren sich von Ästen, Blättern, Baumrinden, Wurzeln, Früchten und Gräsern und benötigen täglichen Zugang zu Wasser. Sie leben überwiegend in Regenwäldern und immergrünen Laubwäldern. Die Tragzeit eines Asiatischen Elefanten dauert fast zwei Jahre und das Junge kommt meist mit mehr als 100 Kilogramm Körpergewicht auf die Welt. Die Dickhäuter leben in Herden, bestehend aus Weibchen zusammen mit ihrem Nachwuchs. Alte Bullen leben als Einzelgänger, junge hingegen in Junggesellengruppen. Von der Weltnaturschutzorganisation IUCN wird der Asiatische Elefant als „stark gefährdet“ eingestuft.

 

Wissenswertes zum Projekt

„Hilfe für die Asiatischen Elefanten“ des WWF

Asiatische Elefanten sind besonders durch Wilderer bedroht. Auf ihrer Nahrungssuche geraten sie häufig auf Plantagen und geraten so in Konflikt mit Menschen. Der WWF pflanzt Futterbäume und Grasland für die Elefanten. Außerdem bildet er Ranger aus, die Tag und Nacht durch das Gelände patrouillieren, die Elefanten von den Plantagen vertreiben und sie vor Wilderern schützen.

 

Zusätzlich trägt die ständige Anwesenheit von Wildhütern im Kui Buri Nationalpark Früchte: Seit 2006 musste dort kein Elefant mehr durch Wilderer sterben. 

Mehr Infos: https://www.wwf.de/spenden-helfen/fuer-ein-projekt-spenden/asiatische-elefanten/

 


Kletterfreudige Jungtiere:   Schimpansengeburt  im ZOO & Nachwuchs  bei den Weißscheitelmangaben

Ein junger Schimpanse kam am vergangenen Mittwochmorgen im Zoo Osnabrück in der Afrika-Tierwelt „Takamanda“ zur Welt. Nur wenige Wegbiegungen weiter erkundet das im Juni geborene Jungtier der stark bedrohten Weißscheitelmangaben bereits sein Zuhause.