14.09.2018 Zoo Osnabrück: Nachwuchs bei den Großen Kudus Zwei Schimpansen neu eingezogen In der Afrika-Tierwelt „Samburu“ des Osnabrücker Zoos kam vergangene Woche ein Großer Kudu zur Welt. Außerdem vergrößern zwei Schimpansenweibchen die Gruppe der Menschenaffen in der Tierwelt „Takamanda“. Vor rund einer Woche blickte die Tierpfleger der Afrika-Tierwelt „Samburu“ im Zoo Osnabrück morgens ein Augenpaar mehr an: In den frühen Morgenstunden des 5. September hatte Großer Kudu-Weibchen Luna ein Jungtier zur Welt gebracht. „Die Geburt konnte noch nicht lange her sein, denn das Jungtier war noch nass und die Mutter hat es trockengeleckt“, erklärt Tierpflegerin und Revierleiterin Petra Kunze. Das junge Weibchen, das die Tierpfleger „Libby“ tauften, kam in Gesellschaft der Artgenossen zur Welt – nur Vater Malabo war, wie jede Nacht, von der restlichen Gruppe getrennt. „Die anderen Großen Kudus waren zwar bei der Geburt dabei, zeigen aber kein sonderliches Interesse an der neuen Artgenossin. Allerdings ist das auch ganz typisch für Antilopen.“ Zuvor hatte Libby es spannend für die Zoomitarbeiter gemacht, wie Kunze berichtet: „Ich hatte den Geburtstermin errechnet und war bei Mitte bis Ende August. Da hat uns Libby noch mal ordentlich warten lassen.“ Aktiver Nachwuchs Große Kudus sind sogenannte reine Ableger – das bedeutet, dass das Jungtier, damit es vor Raubtieren unentdeckt bleibt, in den ersten drei bis vier Wochen die meiste Zeit geschützt und versteckt liegt. Die Mutter lässt es zeitweise allein und kehrt alle zwei bis drei Stunden zum Säugen zum Nachwuchs zurück. „Natürlich schläft die kleine Libby viel, wie es für Neugeborene üblich ist. Allerdings war sie im Gegensatz zu ihren älteren Geschwistern schon sehr schnell auf den Beinen und aktiv – bereits ab dem dritten Tag“, freut sich Kunze. Trotzdem verbringt Libby die erste Zeit meistens schlummernd im Stall, deswegen ist sie noch nicht für Besucher zu sehen. „Die restliche Gruppe geht mit Mutter Luna morgens ein bis zwei Stunden auf die große Außenanlage. Währenddessen schläft Libby tief und fest im Stroh. Anschließend kommt die gesamte Gruppe zurück in den Vorhof und Stall hinter den Kulissen, wo Libby dann auch schon mal rauskommt und bei ihrer Mutter trinkt“, weiß die erfahrene Tierpflegerin. Besucher können die junge Antilope voraussichtlich ab der ersten Oktoberwoche draußen willkommen heißen. Libby lebt mit ihrem Vater Malabo (9 J.), Mutter Luna (4 J.), Schwester Lin (11 Monate), Bruder Lutalo (2 J.) und Halbschwester Nakawa (2 J.) in der Afrika-Tierwelt „Samburu“, wo sich die Großen Kudus die große Außenanlage mit den Netzgiraffen, Wasserböcken und Impalas teilen. Buba und Amelie, zwei neue Schimpansenweibchen Auch „Takamanda“, die zweite Afrika-Tierwelt des Osnabrücker Zoos, hat neue Bewohner: Anfang September zogen hier zwei neue Schimpansen ein. Die beiden Weibchen kamen aus dem Serengeti-Park Hodenhagen an den Schölerberg: die 10-jährige Amelie sowie die 16-jährige Buba. Buba ist etwas reservierter als Amelie, war aber in der Rangordnung der Schimpansengruppe im Serengetipark über Amelie. „Dass wir Zuwachs für unsere Schimpansengruppe bekommen, war schon länger geplant. Jetzt wurde der Plan kurzfristig umgesetzt, um die ‚Rangkämpfe‘ innerhalb unser bestehenden Gruppe zu entzerren“, erklärt Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Kurator im Zoo Osnabrück. Derzeit gebe es Streit um die Rangordnung zwischen den beiden Weibchen Lady und Vakanga: „Vakanga ist sehr ambitioniert und will die Gruppe übernehmen – hier hat aber die 48-jährige Lady das Sagen und will sich diese Position natürlich nicht nehmen lassen. Rangkämpfe sind bei Schimpansen aber normal. Durch die beiden neuen Schimpansenweibchen werden ‚die Karten neu gemischt‘ und wir hoffen, dass sich die Situation so beruhigt und alle Schimpansen wieder gut miteinander auskommen.“ Derzeit lebt Lady mit Tisa (16 J.), Vanessa (35 J.), und Helmut (4 J.) auf der Außenanlage, Vakanga (23 J.) mit ihrer Tochter Tamika (4 J.) im Schimpansenhaus. Männchen Tatu (29 J.) lebt abwechselnd in beiden Gruppen. Die beiden neuen Schimpansenweibchen Amelie und Buba leben sich zurzeit hinter den Kulissen ein und werden Schritt für Schritt an ihr neues Zuhause gewöhnt, bis sie mit ihren Artgenossen zusammengelassen werden. Allerdings könne der Prozess länger dauern, ergänzt Klumpe. Für Besucher sind die neuen Schimpansen momentan noch nicht zu sehen. Wissenswertes zu Großen Kudus (Strepsiceros) Große Kudus leben in afrikanischen Savannengebieten. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 193 bis 248 Zentimetern und eine Schulterhöhe von 121 bis 157 Zentimetern. Weibchen wiegen zwischen 160 und 210 Kilogramm, Männchen zwischen 249 und 345 Kilogramm. Männliche Große Kudus tragen ein Schraubengehörn, das bis zu 105 Zentimetern erreicht – entlang der Schraubenwindung gemessen sogar bis 160 Zentimeter. Bei der Geburt wiegen die Jungtiere 12 bis 15 Kilogramm. Wissenswertes zu Schimpansen (Pan) Schimpansen sind die nächsten lebenden Verwandten des Menschen. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 64 bis 94 Zentimetern, aufrechtstehend 1 bis 1,70 Metern. Die Arme von Schimpansen sind länger als ihre Beine. Sie leben oft in Großgruppen, die ihrerseits wieder häufig in Untergruppen eingeteilt sind. Diese Untergruppen sind sehr flexibel und stellen oft nur vorübergehende Zusammenschlüsse dar. So findet man einzelgängerische Tiere neben Paaren sowie getrennt- und gemischt-geschlechtlichen Gruppen. Bildunterschrift: Fotos Großer Kudu Libby: Noch hält sich Libby im Stall in der Tierwelt „Samburu“ des Osnabrücker Zoos auf – die ersten Lebenswochen verbringen Große Kudus hauptsächlich liegend und schlafend. Fotoquelle: Zoo Osnabrück (Hanna Rickert), zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung Fotos Schimpansen: Die zwei Schimpansenweibchen Buba und Amelie aus dem Serengeti-Park Hodenhagen leben sich zurzeit im Zoo Osnabrück hinter den Kulissen ein. Für Besucher sind sie noch nicht zu sehen. Fotoquelle: Serengeti-Park Hodenhagen, zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung Über den Zoo Osnabrück Der Zoo Osnabrück wurde 1935 als Arbeitsgemeinschaft Heimtiergarten von Osnabrücker Bürgern gegründet und bereits 1936 als Heimattiergarten eröffnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Heimattiergarten größtenteils zerstört, doch anschließend verfolgten die Osnabrücker weiterhin ihr Ziel, für die Stadt einen Zoo zu schaffen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Heimattiergarten zum Tiergarten und schließlich zum zoologischen Garten. Heute beherbergt der Zoo auf 23,5 Hektar über 2.656 Tiere aus 298 Arten. Neueste Erlebniswelten sind der Unterirdische Zoo (2009), die afrikanische Erlebniswelt „Takamanda“ (2010), die nordische Tierwelt „Kajanaland“ (2011) und der Affentempel „Angkor Wat“ (2012). 2014 wurde der Tigertempelgarten im Bereich „Angkor Wat“ eröffnet. Als dritter Bestandteil wurde im Herbst 2017 der „Orang-Utan Dschungeltempel“ in diesem Bereich eröffnet. Eine nordamerikanische Tierwelt soll bis 2018 realisiert werden. 2017 besuchten den Zoo Osnabrück 1.020.000 Besucher.