Zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni weist terre des hommes auf Kinderarbeit bei der Gewinnung von Rohstoffen hin In Indien und Madagaskar schürfen rund 30.000 Mädchen und Jungen unter härtesten Bedingungen das Mineral Mica. Die Jüngsten sind gerade vier Jahre alt. Kinder kriechen in selbst gegrabene und bis zu 20 Meter tiefe Schächte und fördern das Mineral an die Oberfläche. Jüngere Kinder sortieren die Ausbeute nach Größe. Immer wieder brechen Schächte ein, es kommt zu schweren Verletzungen und Todesfällen. Kinder weisen massive Schnittverletzungen an den Händen auf und leiden wegen der Staubentwicklung unter Atemwegserkrankungen. Die wenigsten Kinder gehen zur Schule, eine von terre des hommes-Partnerorganisationen erhobene Stichprobe ergab, dass in 14 indischen Dörfern gerade einmal 1.800 Kinder die Schule besuchen, während über 10.000 Kinder stattdessen Mica schürfen. Das Mineral Mica wird wegen seiner isolierenden Eigenschaften in Computern, Handys, Autoteilen und Haushaltsgeräten gebraucht. Weil es schimmert, enthalten Autolacke, Farben und Kosmetikprodukte Mica. "Kaum jemand kennt Mica, doch es ist Bestandteil vieler Produkte, die wir täglich benutzen", sagte Birte Kötter, Vorstandssprecherin von terre des hommes. "Wir fordern deshalb Regierung und Behörden in Indien und Madagaskar auf, diese Form der Kinderarbeit zu beenden. Dafür müssen die erwachsenen Mica-Schürfer*innen faire Löhne gezahlt bekommen, von denen die Familien gut leben können. Außerdem ist es notwendig, die Schürfplätze zu kontrollieren und die Betreiber zur Verantwortung zu ziehen. Kinder gehören in die Schule und nicht in den Bergbau." Auch international tätige Unternehmen tragen Verantwortung. Hersteller und Handel müssen klären, wo genau ihre Rohstoffe herkommen und sicherstellen, dass grundlegende Arbeitsrechte und Sicherheitsstandards umgesetzt werden. Das neue Lieferkettengesetz verpflichtet Unternehmen, aktiv zu werden, sobald ihnen Berichte über Missstände vorliegen. "Wir gehen davon aus, dass Unternehmen, die seltene Erden und Stoffe wie Mica oder Koltan verarbeiten, aktiv werden, denn die Missstände sind seit langem bekannt", so Birte Kötter. terre des hommes hat die internationale "Responsible Mica Initiative" mitgegründet und fordert Unternehmen auf, sich zu beteiligen. Bisher engagieren sich rund 70 Unternehmen, darunter BASF, L´Oréal, Merck, der Volkswagen Konzern oder Daimler. In den Mica-Abbaugebieten in Indien und Madagaskar sorgt terre des hommes dafür, dass Familien ohne die Mitarbeit der Kinder überleben können und alle Kinder die Schule besuchen.


Mehr als 50.000 Menschen haben Corona-Erstimpfung im Impfzentrum Osnabrück erhalten Mehr als 50.000 Menschen haben im Osnabrücker Impfzentrum oder durch ein mobiles Impfteam schon ihre Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Diese Schwelle wurde am Montag dieser Woche überschritten. Rechnet man die Impfungen bei Hausärztinnen und -ärzten dazu, liegt die Zahl der Erstimpfungen fast doppelt so hoch. „Wir stehen beim Impffortschritt sowohl mit Blick auf das Land Niedersachsen als auch auf die bundesweiten Zahlen im Vergleich sehr gut da“, sagt Stadträtin Katharina Pötter, die den Krisenstab der Stadt leitet. Dass insgesamt schon fast 100.000 Menschen in Osnabrück ihre Erstimpfung erhalten haben (97.715, Stand 9. Juni), ist auch auf eine hohe Impfleistung der niedergelassenen Ärzte zurückzuführen. Betrachtet man die Zahl der Erstgeimpften in Relation zur Gesamtbevölkerung, haben in Osnabrück schon 57,8 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger den ersten Piks erhalten. Diese Zahl gibt eine Tendenz an, ist aber nicht ganz exakt, weil nicht alle Menschen, die in Osnabrück geimpft werden, auch hier gemeldet sind. Umgekehrt kommt es jedoch auch vor, dass Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger außerhalb der Stadt geimpft werden und entsprechend nicht in die hiesige Statistik eingehen. Bundesweit haben 46,5 Prozent der Menschen eine Erstimpfung erhalten. „Ein leistungsfähiges Impfzentrum, flexible und hoch motivierte Hilfsorganisationen sowie engagierte Ärztinnen und Ärzte sind die Kombination, mit der wir in Osnabrück trotz immer noch nicht in ausreichender Menge gelieferten Impfstoffs sehr gute Impffortschritte erzielen“, so Pötter. Sie betont, dass die Stadt niedergelassenen Ärzten gerne bei der Planung und Umsetzung größerer Impfaktionen wie zuletzt im Stadtteil Schinkel hilft. Auch bei den Zweitimpfungen sind die Zahlen erfreulich. So haben im Impfzentrum oder durch mobile Teams 27.441 Menschen die zweite Spritze erhalten, bei niedergelassenen Ärzten sind es 16.197. In Summe bedeuten die 43.638 Zweitimpfungen eine Quote von 25,8 Prozent. Bundesweit sind 22,8 Prozent vollständig geimpft, haben also eine Zweitimpfung oder eine Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten.                                                          QUELLE: PM: STADT OSNABRÜCK 2021


Kultusminister Grant Hendrik Tonne zur 3. Kraft im Kindergarten In Niedersachsen wird eine Verbesserung beim Fachkraft-Kind-Schlüssel in Kindergartengruppen gesetzlich festgeschrieben. Darauf haben sich die Landesregierung und die Koalitionsfraktionen SPD und CDU geeinigt. Demnach wird der Entwurf des „Niedersächsischen Gesetzes über Kindertagesstätten und Kindertagespflege" (NKiTaG) um einen verbindlichen Einstieg in die 3. Kraft in Kindergartengruppen erweitert. Hierzu hat man sich auf einen Fünfstufenplan verständigt, wobei die Stufen 1 und 2 gesetzlich verankert werden und die Stufen 3 - 5 in einem Entschließungsantrag beschrieben werden. In den zwei gesetzlich zu verankernden Stufen werden ab dem Kindergartenjahr 2023 mehr Fachkräfte für die Kinder ab 3 Jahren bis zur Einschulung verbindlich eingeführt. Stufe 1 sieht 15 zusätzliche Stunden über in der Ausbildung befindliche Erzieherinnen oder Erzieher beziehungsweise Sozialassistentinnen oder Sozialassistenten vor, wobei auch zusätzliche Anleitungsstunden in der Einrichtung ermöglicht werden. Ab dem Kindergartenjahr 2027 wird das Land dritte Kräfte im Umfang von dann 20 Stunden in den Ganztagskindergartengruppen finanzieren. „Das ist ein klares Signal für die dritte Kraft im Kindergarten. Nach einer jahrzehntelangen Debatte wird mit dieser Gesetzesänderung der Weg zu einer deutlichen Qualitätsverbesserung beschritten. Wir setzen einen Stufenplan um, so wie angekündigt. Die vereinbarten Schritte im neuen Gesetz über Kindertagesstätten und Kindertagespflege sind eine Verpflichtung und werden Landesregierungen über den Tag hinaus an die Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels binden. Ich habe immer betont, dass ich mir die 3. Kraft wünsche und eine gesetzliche Regelung inhaltlich befürworte. Zugleich muss ein solches Versprechen auch personell umsetzbar und finanzierbar sein. Daher ist eine zeitliche Streckung nicht nur sinnvoll und notwendig, sondern auch die einzige Möglichkeit der Umsetzung. Der Stufenplan bringt das Wünschenswerte mit dem Machbaren zusammen. So wird die frühkindliche Bildung in Niedersachsen nachhaltig gestärkt." Ich begrüße sehr, dass auch eine Revisionsklausel in das neue NKiTaG mit aufgenommen wird. Viele Erzieherinnen und Erzieher haben immer wieder deutlich gemacht, dass sie nicht 30 Jahre auf die nächste Novelle des NKiTaG warten wollen. Auch hiermit setzen wir ein klares Signal, dass gesellschaftliche Veränderungen und die deutlich gestiegene Bedeutung der frühkindlichen Bildung auch regelmäßig eine aktualisierte Grundlage im Gesetz finden".