Deutscher Staatsbürger in der Türkei verhaftet Erneut ist ein deutscher Staatsbürger in der Türkei verhaftet worden. Nach Recherchen des NDR wurde der Hamburger Ilhami A. am Dienstag, 14. August, am frühen Morgen im kurdischen Teil der Türkei in Karakocan (Kreis Elazig) festgenommen. Der 46-Jährige hatte in seinem Heimatdorf Saribasak seine Mutter besucht. Augenzeugen berichten, türkische Sicherheitskräfte hätten am frühen Morgen deren Wohnung durchsucht und Ilhami A. in die Kreisstadt Karakocan mitgenommen. Dort wurde der Hamburger von der Polizei verhört. Danach wurde er dem Haftrichter in der Provinzhauptstadt Elazig vorgeführt und ein Haftbefehl erlassen. Das teilte sein türkischer Anwalt Ercan Yildirim dem NDR mit. Auf seiner Facebook-Seite soll sich Ilhami A. kritisch gegenüber der türkischen Regierung geäußert haben, so der Anwalt weiter. In dem Haftbefehl werde Ilhami A. deswegen Terrorpropaganda vorgeworfen. Unterdessen sei sein Mandant im Gefängnis von Elazig. Gegen die Verhaftung will Ercan Yildirim heute Beschwerde einlegen. Die zuständige türkische Staatsanwaltschaft in Elazig war für eine Stellungnahme bislang nicht erreichbar. Die deutsche Botschaft in Ankara sei über die Verhaftung informiert, so Anwalt Ercan Yildirim gegenüber dem NDR. Aus gut unterrichteten Kreisen heißt es, der Fall sei den deutschen Behörden bekannt, die konsularische Betreuung werde eingeleitet. Ilhami A. ist deutscher Staatsbürger mit kurdischen Wurzeln. Er ist selbstständiger Taxifahrer und lebt seit 1992 in Hamburg. Nach offiziellen Angaben sind in der Türkei derzeit sieben weitere Deutsche aus politischen Gründen in Haft. 16. August 2018 / IB


NDR Elbphilharmonie Orchester: Thomas Hengelbrock dirigiert Beethovens „Missa solemnis“

 




Konzerte: Freitag 27. April, 20.00 Uhr,28. April 2018,  20.00 Uhr und am Sonntag,29. April 2018, 20.00 Uhr

 

Elbphilharmonie Hamburg

 

                                                             Im Radio: Das Konzert am 27. April ist live zu hören auf NDR Kultur.

 

Dieses Werk hielt Ludwig van Beethoven selbst für sein größtes: die „Missa solemnis“. Mit ihr eröffnen Thomas Hengelbrock und das NDR Elbphilharmonie Orchester gemeinsam mit den Chören vom Bayrischen Rundfunk und dem NDR sowie einem Quartett prominenter Gesangssolisten am 27., 28. und 29. April in der Elbphilharmonie das dritte Internationale Musikfest Hamburg. Es steht in diesem Jahr unter dem Motto „Utopie“ – und eben eine solche beschreibt Beethoven in seiner visionären Messe, die Sänger und Instrumentalisten noch heute in höchstem Maße fordert: „Bitte um innern und äußern Frieden“ steht etwa in der Partitur zum letzten Satz des Werks.

 

Eigentlich hatte Beethoven ja eine feierliche Messe zur Inthronisation seines Gönners Erzherzog Rudolph als Erzbischof von Olmütz schreiben wollen. Doch bis zum vorgesehenen Termin hatte er erst das Kyrie fertiggestellt. Von da an verliert sich jede Bindung an einen konkreten Anlass und die Vorgaben der Liturgie. Das Werk wird zu Beethovens persönlichster Auseinandersetzung mit Glaubensfragen und steht – nicht nur zeitlich – neben seiner Neunten Sinfonie mit ihrem menschheitsumspannenden Schlusschor. Zur Vorbereitung beschäftigte sich der Komponist mit den Werken seiner Vorgänger, studierte die „Kirchenmelodien der Mönche“ und machte sich Gedanken über „wahre Kirchenmusik“. Bei „Singenden und Zuhörenden religiöse Gefühle zu erwecken und dauernd zu machen“, wird Beethovens erklärtes Ziel. Ganz in diesem Sinne schreibt er an einer Stelle in die Partitur die berühmt gewordene Anweisung: „Von Herzen möge es wieder zu Herzen gehen“. Im Jahr 1823, drei Jahre nach dem geplanten Termin, ist die Messe endlich vollendet. Von einer rein kirchlichen Bestimmung ist der Komponist da bereits abgerückt. Man könne die Messe auch als „Oratorium“ im Konzertsaal aufführen, schreibt er an Goethe. 

 

An allen drei Abenden führt Dramaturg Julius Heile jeweils um 19.00 Uhr in das Programm ein.

 

24. April 2018/BB

 

Zustand vieler Straßen in Norddeutschland ist katastrophal

 




Viele Kreisstraßen im Norden sind kaputt. Das ergab eine Recherche des NDR Politikmagazins „Panorama 3“. Rund 23 Prozent der Kreisstraßen in Norddeutschland befinden sich demnach in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand. Für die umfangreiche Datenerhebung wurden alle Kreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein abgefragt. Erstmals liegen damit Daten zu Kreisstraßen für ganz Norddeutschland vor.

 

Die zwei Landkreise mit den schlechtesten Straßen sind Stade und Rostock. Hier sind rund zwei Drittel der Straßen in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand. Der Landkreis Stade erklärt, dass „jahrelang im Grunde zu wenig Geld da war“. Der Landkreis Rostock schreibt auf Anfrage, dass sie der Sanierungsstau von 170 Millionen Euro überlaste. Der Kreis mit den besten Straßen ist der Heidekreis –  hier sind nur fünf Prozent der Straßen schlecht. 

 

Insgesamt sind nach „Panorama 3“-Recherche ungefähr 3100 Kilometer Kreisstraßen in einem schlechten Zustand. Prof. Berthold Best von der Technischen Hochschule Nürnberg beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Erhaltung kommunaler Straßen. Das Ergebnis der Recherche ist aus seiner Sicht „besonders besorgniserregend. Denn diese Straßen drohen kurzfristig in einen Zustand abzurutschen, der keine Erhaltungsmaßnahmen mehr zulässt, sondern der dazu führt, dass die Straßen erneuert werden müssen“.

 

Noch dramatischer ist es bei den rund 1950 Kilometern Kreisstraßen im Norden, die in einem sehr schlechten Zustand sind. Prof. Berthold Best nimmt nach einer Einschätzung der vom NDR recherchierten Daten an, dass 3,9 Milliarden Euro nötig wären, um diese Straßen zu erneuern. Diese Summe müssten die Kreise zusätzlich aufbringen. Das dürfte den Kreisen „sehr schwerfallen“, meint Prof. Best.

 

Und das Ausmaß der kaputten Straßen ist wahrscheinlich noch viel größer: Denn rund ein Drittel aller Kreise und kreisfreien Städte haben keine genauen Daten zum Zustand ihrer Straßen geliefert. Bremen hat auf die Anfrage gar nicht geantwortet.

 

Viele Ämter scheinen mit der Betreuung der Kreisstraßen überfordert. Den zuständigen Kreisbauämtern fehlt es offenbar an Personal. Mehrere Kreise gaben auf Anfrage sogar an, sie hätten noch nie eine sogenannte Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) ihrer Kreisstraßen durchgeführt, wie beispielsweise die Kreise Ammerland, Holzminden, Leer, Verden, Uelzen und Wesermarsch.

 

Zudem fehlt den Kreisbauämtern offenbar das nötige Geld. Viele Kreise investieren nur wenig Geld in ihr Straßennetz. So gibt der Landkreis Lüchow-Dannenberg gerade einmal 25 Cent pro Quadratmeter Straße aus. Laut Forschungsgesellschaft Straßen- und Verkehrswesen sind aber 1,10  Euro das absolute Minimum, das aufgewendet werden sollte, um ähnliche Straßen zu unterhalten. 

 

Die Landesregierungen in Hannover, Schwerin und Kiel erklären auf „Panorama 3“-Anfrage, dass für die Instandhaltung der Kreisstraßen die Kreise zuständig seien. Denn in der Regel werden keine Instandhaltungen, sondern nur Neubaumaßnahmen mit Fördergeldern der Länder unterstützt. Das sei ein Fehler, sagt Prof. Best und fordert:  „Wir müssen wegkommen von der Förderung nur von Neubaumaßnahmen hin zu einer Förderung der Straßenerhaltung auch mit Landesmitteln.“ In Schleswig-Holstein scheint bereits ein Umdenken einzusetzen. Dort gilt nun laut Wirtschaftsministerium die Vorgabe: „Erhalt vor Neubau“. Seit 2015 würden den Kreisen dafür jährlich zusätzlich 11,5 Millionen Euro zu Verfügung gestellt. 

 

Aus der NDR Recherche geht zudem hervor, dass im Norden ungefähr 480 Brücken in einem schlechten baulichen Zustand sind. Laut Prof. Best besteht die Gefahr, dass sie in die schlechteste Kategorie abrutschen. Dann ist die Standsicherheit des Bauwerks gefährdet und sofortige Maßnahmen sind erforderlich. Ein Beispiel dafür ist die Brücke bei Cramon im Landkreis Nordwestmecklenburg. Sie ist, als eine der wenigen Brücken im Norden, seit zwölf Jahren für den Verkehr gesperrt.

 

Im Rahmen der Recherche wurden Daten zu fünf Straßenkategorien von sehr gut bis sehr schlecht erfragt. Schlechte und sehr schlechte Straßen wurden zu allen Kreisstraßen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ins Verhältnis gesetzt. Nicht beachtet wurden dabei die nicht vergleichbaren Daten der kreisfreien Städte. Denn diese sind meist auch für Bundes- und Landesstraßen auf ihrem Gebiet zuständig.

 

Die Kreise überprüfen den Zustand ihrer Straßen mittels einer regelmäßigen Zustandserfassung und Bewertung (ZEB). Dieses Verfahren gilt als Standard, bei dem mithilfe von Kameras der Straßenzustand digital erfasst und in Zustandswerte (Kategorien) von „sehr gut“ (Kategorie 1, Zustandswert 1,0-1,5) bis „sehr schlecht“ (Kategorie 5, Zustandswert: 4,5-5,0) eingeteilt wird. Ein schlechter Zustand einer Straße (Kategorie 4) bedeutet, dass innerhalb kürzester Zeit Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden müssten. Die nötigen Pläne dafür sollten bereits vorliegen. Für Straßen in einem sehr schlechten Zustand (Kategorie 5) gilt: sofortiger Handlungsbedarf oder eine beschränkte Nutzung der Straße bis hin zu einer kompletten Schließung.

 


Psychotherapeutenkammer: Patienten müssen durchschnittlich 20 Wochen auf Kassen-Behandlung warten

 




Auch ein Jahr nach der Reform der Psychotherapieversorgung müssen Patientinnen und Patienten in Deutschland durchschnittlich 20 Wochen auf den Beginn ihrer ambulanten Behandlung bei Kassentherapeuten warten. Das geht aus einer bisher unveröffentlichten Umfrage der Bundespsychotherapeutenkammer hervor, die dem NDR vorliegt. Die Wartezeit von der ersten Anfrage bis zum Beginn der eigentlichen Behandlung ist nur leicht zurückgegangen, von 23,4 Wochen (2011) auf jetzt 19,9 Wochen. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, beantragen viele Patienten bei ihren Krankenkassen die Erstattung einer Behandlung durch Privattherapeuten. Doch offenbar sind die gesetzlichen Kassen dabei neuerdings restriktiver. Nach einer ebenfalls noch unveröffentlichten Umfrage mehrerer Landespsychotherapeutenkammern wird etwa jeder zweite dieser Anträge auf Kostenerstattung abgelehnt, 2016 war es nur jeder Fünfte. 

 

„20 Wochen Wartezeit sind unzumutbar. Das bedeutet eine zusätzliche Belastung für die Patienten“, sagte Josef Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), dem Radioprogramm NDR Info und dem NDR Fernsehmagazin „Panorama 3“. Als Ursache für die lange Wartezeit sieht die Kammer eine veraltete Bedarfsplanung, die zuletzt 1999 aktualisiert wurde. Um eine ausreichende Versorgung der Patienten zu gewährleisten, fehlen nach Meinung der BPtK bundesweit 7000 Kassensitze für Psychotherapeuten. Der Gesetzgeber hatte einen überarbeiteten Bedarfsplan bis Anfang 2017 gefordert. Der dafür zuständige Gemeinsame Bundesausschuss, in dem u. a. Psychotherapeuten undKrankenkassen vertreten sind, sagte auf NDR Anfrage, aktuell werde ein Gutachten erstellt. Die neue Bedarfsplanung solle 2019 in Kraft treten.

 

Laut Umfrage der Bundespsychotherapeutenkammer gibt es bei den Wartezeiten auf eine Behandlung deutliche regionale Unterschiede. Am längsten warten danach Patienten in Thüringen und im Saarland, nämlich fast 24 Wochen. Auch die Nordländer Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen überdurchschnittlich lange Wartezeiten. Im Allgemeinen warten Patienten in ländlichen Gebieten länger auf den Therapiebeginn. Am schnellsten geht es in Berlin (13 Wochen), Hessen (17 Wochen) und Hamburg (18 Wochen). 

 

Die Strukturreform der psychotherapeutischen Versorgung, die zum 1. April 2017 in Kraft getreten ist, soll Patienten den Zugang zur Behandlung erleichtern. Seitdem können Menschen in psychischen Krisen – auch auf Vermittlung von Terminservicestellen – schneller ein Erstgespräch bei einem Therapeuten führen und in akuten Fällen rascher behandelt werden. Bis allerdings eine ambulante Regeltherapie beginnt, vergehen immer noch mehrere Monate. Nach Angaben vieler Psychotherapeuten belegen die neuen Erstgespräche Termine, die sonst für die Behandlung genutzt werden konnten.

 

Dass Krankenkassen nun deutlich häufiger die Erstattung von Behandlungen bei privaten Psychotherapeuten ablehnen, begründen sie laut den befragten Mitgliedern der Landespsychotherapeutenkammern häufig pauschal damit, dass mit den neuen Terminservicestellen nun alle Patienten versorgt bzw. genügend Kassenpraxen vorhanden seien. In Ablehnungsschreiben, die dem NDR vorliegen, wird auch fälschlich behauptet, eine Kostenerstattung sei nicht mehr erlaubt. Dabei hat sich an den Regelungen der Erstattung durch die Reform nichts geändert. Der NDR hat die vier größten deutschen Krankenkassen dazu angefragt. TK, Barmer und AOK-Bundesverband gaben an, Zahlen zur Ablehnungsquote lägen nicht vor. Die DAK schrieb, sie könne nicht beobachten, dass die Zahl der Bewilligungen zurückgegangen sei. Außerdem erklärten die Kassen, sie lehnten Anträge auf Kostenerstattung nicht pauschal ab.  

 

Das Institut für Medizinische Psychologie der Uniklinik Hamburg (UKE) hatte im Auftrag der Bundespsychotherapeutenkammer Ende vergangenen Jahres mehr als 9400 Therapeuten online befragt, das entspricht 40 Prozent aller von den Kassen zugelassenen Therapeuten. Für die zweite Studie haben zehn Landespsychotherapeutenkammern die Antworten von gut 2400 ihrer Mitglieder auf eine Onlinebefragung Anfang dieses Jahres ausgewertet.

 

NDR Info berichtet über das Thema ausführlich am Dienstag, 10. April, ab dem frühen Morgen. „Panorama 3“ im NDR Fernsehen beschäftigt sich damit am Dienstagabend um 21.15 Uhr.

 

10. April 2018 / BB

 


Drehstart in Wilhelmshaven für NDR/ARTE Fernsehfilm mit Iris Berben – Regie führt Dominik Graf Es ist die erste Zusammenarbeit von Iris Berben und Dominik Graf: Unter der Regie des vielfach ausgezeichneten Filmemachers spielt sie in „Hanne“ eine Frau, die an einem Wochenende ihr Leben neu begreifen muss. Die NDR/ARTE-Produktion entsteht vom 6. November bis zum 11. Dezember im niedersächsischen Wilhelmshaven und in Berlin. Das Erste zeigt „Hanne“ voraussichtlich im kommenden Jahr. Dominik Graf („Tatort: Der rote Schatten“, „Die geliebten Schwestern“, „Am Abend aller Tage“) arbeitet bei dem Film erneut mit Kameramann Michael Wiesweg („Das Gelübde“, „Weissensee“) zusammen. Das Buch stammt von Beate Langmaack („Weiter als der Ozean“, „Blaubeerblau“). An der Seite von Iris Berben spielen u. a. Herbert Knaup, Petra Kleinert, Trystan Pütter (Tim) und Jörg Gudzuhn (Hagü). Zur Handlung: Am ersten Tag nach ihrer Pensionierung wird Hanne Dührsen (Iris Berben) bei einer medizinischen Routineuntersuchung mit dem Verdacht auf eine schwere Krankheit konfrontiert. Erst am Montag bekommt sie die Diagnose, die über Leben und Tod entscheiden wird. Hanne entschließt sich, niemandem etwas zu sagen. Das Wochenende verbringt sie in einem Hotel in einer ihr fremden Stadt. Ohne Plan lässt sie sich einfach treiben und hat Begegnungen, zu denen es sonst nie gekommen wäre. Sie trifft auf Uli (Petra Kleinert), eine Dessousverkäuferin, die einen viel älteren Mann geheiratet hat, und auf ihre Studentenliebe Heiner Witt (Herbert Knaup). Zwischen panischer Angst und einer nie gekannten Lust auf Abenteuer, droht Hanna die Kontrolle zu verlieren. Weitere Darsteller sind u. a. Mohamed Achour (Dr. Hamed), Sophie Lutz (Sophie) und Sönke Möhring (Sveni Kruse). Produzent ist Jens C. Susa (PROVOBIS Film), Redaktion: Christian Granderath, Sabine Holtgreve (NDR) und Andreas Schreitmüller (ARTE). 9. November 2017 / RP


Länderfinanzminister sagen Steuervermeidung den Kampf an Die deutschen Finanzminister planen eine Anzeigepflicht für Steuervermeidungsmodelle. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll bereits im kommenden Sommer vorliegen. Das ist nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung das Ergebnis eines Beschlusses der Länderfinanzminister-Konferenz vom Donnerstag. Demnach soll in Zukunft eine „Anzeigepflicht für nationale Steuergestaltungen“ gelten, nach der zum Beispiel Banken oder Anwälte offenlegen müssen, inwiefern sie Kunden bei der Steuergestaltung beraten. Eine Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz soll den Gesetzentwurf ausarbeiten. Die Finanzminister haben den Beschluss, der auf eine Initiative der SPD-geführten Länder beziehungsweise auf die ehemalige SPD-Regierung in Schleswig-Holstein zurückgeht, mit zehn zu sechs Stimmen angenommen. Neben den SPD-Ländern stimmten auch Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg dafür. Die nun eingerichtete Arbeitsgruppe soll „auch Entwicklungen auf EU-Ebene einbeziehen und den begonnenen fachlichen Austausch mit den berufsständischen Organisationen der steuerberatenden Berufe im Sinne einer praktikablen Ausgestaltung der Regelungen fortsetzen“, wie es im Beschluss heißt. Die Idee einer Meldepflicht für Gestaltungsmodelle ist nicht neu, sie wird bereits seit einigen Jahren diskutiert. Das Bundesfinanzministerium unter dem ehemaligen Finanzminister Schäuble war in der Vergangenheit sehr zurückhaltend. Zudem fordern die Finanzminister in ihrem Beschluss das Bundesfinanzministerium dazu auf, stärker auf einen „zeitnahen Abschluss der Arbeiten auf EU-Ebene hinzuwirken“ und die Initiative der EU-Kommission, eine Anzeigepflicht für grenzüberschreitende Steuergestaltungen in der Europäischen Union zu schaffen, zu unterstützen. Deutschland hatte sich zuletzt sehr zögerlich zu diesem Vorschlag geäußert. Der Beschluss ist eine direkte Reaktion auf die Veröffentlichung der „Paradise Papers“, die zahlreiche Steuertricks von Großkonzernen und Einzelpersonen sichtbar gemacht haben. Laut der Beschlussvorlage unterstreicht die Publizierung der „Paradise Papers“ den Handlungsbedarf, durch sie seien „Steuervermeidungspraktiken von erheblichem Ausmaß“ erkennbar geworden.9.November 2017/RP


N-JOY Starshow 2018 mit Macklemore Der Headliner für die N-JOY Starshow 2018 steht bereits fest: Macklemore. Der US-amerikanische Rapper kommt am Sonnabend, 26. Mai, auf die Expo-Plaza nach Hannover. Bisher bestätigt ist außerdem Burak Yeter. Weitere Live-Acts gibt N-JOY, das junge Radioprogramm des NDR, in den kommenden Wochen bekannt. Mit jeweils 25.000 Besuchern war die N-JOY Starshow in den vergangenen Jahren schon mehrere Monate vorab ausverkauft. Ende September veröffentlichte Macklemore mit „Gemini“ sein zweites Solo-Album nach dem Debüt von 2005. In den US-Charts stieg das aktuelle Album direkt auf Platz zwei ein. Bereits im Juni erschien die Vorab-Single „Glorious“, die er zusammen mit Skylar Grey aufnahm. Bis heute hat das dazugehörige Video rund 80 Millionen Aufrufe bei YouTube. Der 34-Jährige gehört zu den erfolgreichsten Künstlern des Hip-Hop. Gemeinsam mit Ryan Lewis veröffentlichte er 2012 das mit einem Grammy ausgezeichnete Album „The Heist“ mit den Singles „Can’t Hold Us“ und „Thrift Shop“ und den Nachfolger „This Unruly Mess I’ve Made“, der weltweit in die Top Ten einstieg. Im Frühjahr nächsten Jahres startet Macklemore seine zum großen Teil bereits ausverkaufte Solo-Tour durch Europa. Im Mai steht er dann für N-JOY in Hannover auf der Bühne. Weiterer Act der N-JOY Starshow ist Burak Yeter. Der türkischstämmige DJ feierte im vergangenen Jahr mit „Tuesday“ einen internationalen Hit. Allein in Deutschland stand der Song 35 Wochen in den Charts, kletterte bis auf Platz zwei und erhielt schließlich eine Platin-Auszeichnung. Für Künstler wie Beyoncé, Depeche Mode und Alicia Keys fertigte er zuvor Remixes an. Tickets für die N-JOY Starshow 2018 gibt es im NDR Ticketshop (0511/277 898 99, ndrticketshop.de), bei Hannover Concerts (0511/12 12 33 33, hannover-concerts.de), unter eventim.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Das Ticket berechtigt zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel am Veranstaltungstag im GVH-Bereich. Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt. Veranstalter ist die Hannover Concerts GmbH & Co. KG Betriebsgesellschaft. Weitere Informationen im Internet unter www.n-joy.de oder www.hannover-concerts.de.


Profite mit Patienten – Studie belegt Gewinnorientierung in Krankenhäusern In Krankenhäusern wird zunehmend profitorientiert gehandelt. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Studie hervor, die dem NDR Verbraucher- und Wirtschaftsmagazin „Markt“ vorliegt. Ärzte und Geschäftsführer aus verschiedenen Kliniken bestätigen erstmals eine erschreckende Fehlentwicklung an deutschen Krankenhäusern. Die Leiter der Studie sind Prof. Dr. Karl-Heinz Wehkamp, Facharzt für Frauenheilkunde und Professor für Gesundheitsmanagement am Socium Forschungszentrum der Universität Bremen, und Prof. Dr. Heinz Naegler, bis zu seiner Emeritierung Honorarprofessor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin sowie langjähriger Krankenhausmanager in Wien und Berlin. Sie haben untersucht, warum die Patientenzahlen in Krankenhäusern ständig steigen, während sich die Aufenthaltsdauer der Patienten immer weiter verkürzt. Dafür interviewten sie 60 Ärzte und Geschäftsführer in zwölf Bundesländern. Das Ergebnis ihrer Studie ist erschreckend: Sie bestätigt, dass im Klinikalltag ein enormer ökonomischer Druck herrscht. Deshalb würden etwa Patienten im Krankenhaus aufgenommen, ohne dass es medizinisch notwendig sei. Außerdem würden Patienten nicht selten aus rein wirtschaftlichen Gründen operiert. Fast alle Ärzte geben an, dass wirtschaftliche Interessen des Hauses sie häufig in ihrer täglichen Arbeit beeinflussen. „Wir hätten noch viel mehr Ärzte interviewen können. Die meisten hatten geradezu ein Bedürfnis darüber zu sprechen, um Öffentlichkeit und Politik wach zu rütteln“, berichtet Prof. Karl-Heinz Wehkamp. Es gäbe aber auch Beispiele einer guten Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Geschäftsführern, bei der es vorrangig um das Patientenwohl gehe, so Prof. Naegler. Das Fazit für die Macher der Studie: Das Vertrauen der Patienten in die Medizin steht auf dem Spiel. Am Bett eines Patienten dürfe nicht gerechnet werden. Heute Nachmittag wird die Studie öffentlich vorgestellt: 16.00 Uhr im Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstr. 34, 28195 Bremen. Mehr zum Thema heute Abend (6. November) um 20.15 Uhr in der Sendung „Markt“ im NDR Fernsehen. 6. November 2017


Nordische Filmtage: NDR Filmpreis für „Der Charmeur“ von Milad Alami Das Drama „Der Charmeur“ („Charmøren“) von Milad Alami erhält den mit 12.500 Euro dotierten NDR Filmpreis bei den Nordischen Filmtagen Lübeck. Die Jury hat sich für das Spielfilmdebüt des schwedisch-iranischen Regisseurs entschieden, da Alami „ein in ganz Europa aktuelles Thema auf eine neue und überraschende Weise erzählt – und zwar so eindringlich, dass die Statistik verschwindet und der Mensch zum Vorschein kommt.“ Milad Alami nahm den Preis am Sonnabend, 4. November, im Rahmen einer Gala im Theater Lübeck entgegen. Durch den Abend führte Yared Dibaba. NDR Intendant Lutz Marmor: „Filme aus dem Norden Europas sind oft wahre Perlen. Ihnen möchten wir mit dem NDR Filmpreis zu mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung auch hierzulande verhelfen. Ich gratuliere dem Filmemacher Milad Alami und seinem Team sehr herzlich zu dieser Auszeichnung." „Der Charmeur“ ist ein Film über Migration, aber vor allem ein Film über Einsamkeit. Erzählt wird die Geschichte des jungen Iraners Esmail (Ardalan Esmaili), der – wenn er in Dänemark bleiben möchte – bald eine Frau finden muss. Ständig unterwegs, auf der Suche nach dieser einen Frau, die sich in ihn verliebt, für ihn bürgt und damit seinen Aufenthalt garantiert, steht ihm die zunehmende Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Aber als er tatsächlich Gefühle für eine Frau entwickelt, wird das ganze Unterfangen nicht einfacher. Milad Alami hat ein intensives psychologisches Drama geschaffen, das die Verführungskünste seines traurigen Helden in kühlen Bildern zeigt. Zur Jury des NDR Filmpreises gehörten in diesem Jahr der Regisseur, Produzent und Autor Miguel Alexandre, die Schauspielerin Almila Bagriacik, der Autor Steen Bille, die Filmagentin Renate Rose sowie Meibrit Ahrens aus der NDR Redaktion Film, Familie und Serie. Insgesamt 18 Produktionen konkurrierten um die Ehrung, die seit 1990 an „Spielfilme von besonderer künstlerischer Qualität“ verliehen wird. Eine lobende Erwähnung sprach die Jury des NDR Filmpreises für „Was werden die Leute sagen?“ („Hva vil folk si“) von Iram Haq aus. Die Regisseurin wurde bereits 2013 für „Ich bin Dein“ („Jeg er din“) mit dem NDR Filmpreis gewürdigt. Das NDR Fernsehen zeigt anlässlich der 59. Nordischen Filmtage in Lübeck noch bis zum 3. Dezember eine skandinavische Filmreihe. Höhepunkt ist die deutsche Erstausstrahlung von „Herzstein“ am Montag, 6. November, um 23.15 Uhr. Das Drama von Gudmundur Arnar Gudmundsson gewann im Vorjahr den NDR Filmpreis in Lübeck.


Gefahr durch kontaminierte Kabinenluft – Fluggesellschaften testen Filtersysteme Sendung: Montag, 16. Oktober, 20.15 Uhr, NDR Fernsehen Deutsche Fluggesellschaften wie Lufthansa, Condor und Tuifly testen derzeit Filtersysteme in ihren Flugzeugen. Das bestätigte der Bundesverband Deutsche Luftverkehrswirtschaft (BDL) dem NDR Wirtschaftsmagazin „Markt“. Hintergrund ist offenbar der Anstieg gemeldeter Vorfälle, in denen mit Chemikalien belastete Luft in das Flugzeug gelangt ist. Laut BDL sei man interessiert daran, „dass alle technischen Systeme an Bord stetig verbessert werden – so auch die Filter.“ Obwohl die europäische Aufsichtsbehörde EASA die Kabinenluft in Verkehrsflugzeugen als „sicher“ einstuft, steigt seit einigen Jahren die Zahl der gemeldeten Vorfälle, in denen Passagiere, Piloten und Crew über gesundheitliche Beschwerden wie Übelkeit und Kopfschmerzen klagen, nachdem mit chemischen Stoffen kontaminierte Luft ins Flugzeug gelangt war. 2016 wurden Vorfälle an die zuständige Berufsgenossenschaft Verkehr gemeldet. Die Luft, die die Passagiere einatmen, gelangt durch die Triebwerke in das Flugzeug. Dabei können Öldämpfe und gesundheitsschädliche Stoffe in die Kabinenluft gelangen. Studienergebnisse der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung belegen außerdem, dass mehrmals Piloten ausgefallen seien. Gegenüber „Markt“ schildern zwei Piloten, wie sie das Flugzeug nur noch mit Sauerstoffmaske und in einem Fall mithilfe des Autopiloten sicher landen konnten. Laut BDL ist das Testverfahren von Filtersystemen auf zwei Jahre angelegt. Die Auswertung der Ergebnisse durch Experten erfolge im Anschluss. Mehr zum Thema in der Sendung „Markt“ am Montag, 16. Oktober, um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen und bei www.ndr.de/markt. 16. Oktober 2017 / RP


NDR Nachwuchspreis für „Beach Rats“ von Eliza Hittman Die New Yorkerin Eliza Hittman hat für ihren Film „Beach Rats“ den NDR Nachwuchspreis bekommen. Der NDR vergibt die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung seit 2012 im Rahmen des Filmfests Hamburg an Filmschaffende, die dort ihr Langfilmdebüt oder ihre zweite Regiearbeit zeigen. Die Ehrung für den US-Film „Beach Rats“ wurde am Sonnabend, 14. Oktober, auf der von Julia Westlake moderierten Abschlussveranstaltung übergeben. Aus der Jurybegründung: „Die Geschichte fesselt in ihrer dramaturgischen Stringenz und psychologischen Stimmigkeit von der ersten Sekunde an. ‚Beach Rats‘ versteckt sich nicht hinter ästhetischen Spielereien oder erzählerischen Skurrilitäten, sondern bezieht emotional Haltung und ist dabei so zärtlich, sinnlich, direkt, pulsierend und verletzlich, dass wir bewegt das Kino verlassen und uns bewusst werden, was Filmemachen bedeutet: Liebe zum Zuschauer. In „Beach Rats“ erzählt Eliza Hittman, die sowohl das Drehbuch schrieb als auch Regie führte, von dem Teenager Frankie (Harris Dickinson). Der einzige Ort, an dem er offen über seine sexuellen Wünsche sprechen kann, ist der Chatroom, in dem er nachts älteren schwulen Männern schreibt. Als er sich mit Leuten aus dem Netz zu treffen beginnt und seine Kumpels sein Geheimnis zu entdecken drohen, muss Frankie eine radikale Entscheidung treffen. 14. Oktober 2017 / IB


Thomas Hengelbrock dirigiert Mozarts Requiem Konzert: Freitag, 6. Oktober, 20.00 Uhr Sonnabend, 7. Oktober, 20.00 Uhr Sonntag, 8. Oktober, 20.00 Uhr Elbphilharmonie Hamburg Um sein Requiem, das Mozart 1791 in seinen letzten Lebenstagen komponierte und nicht mehr vollenden konnte, ranken sich viele Mythen. Nun bringt das NDR Elbphilharmonie Orchester gemeinsam mit dem Balthasar-Neumann-Chor und einer erlesenen Solisten-Riege Mozarts „Opus ultimum“ erstmals auf die Bühne der Elbphilharmonie. Die Leitung hat Thomas Hengelbrock. Die Konzerte am 6., am 7. und am 8. Oktober werden mit der eindrucksvollen „Trauermusik“ von Witold Lutosławski eröffnet, die der polnische Komponist anlässlich des zehnten Todestages von Béla Bartók im Jahre 1955 schrieb. An den drei Abenden wird das NDR Elbphilharmonie Orchester im Sinne der historisch authentischen Aufführungspraxis mit Barockbögen, Barocktrompeten und Barockposaunen musizieren. Mit dem von Thomas Hengelbrock gegründeten Balthasar-Neumann-Chor ist ein führendes Ensemble auf diesem Gebiet dabei. Solistinnen sind die Sopranistin Anna Lucia Richter, die beim NDR zuletzt in Haydns „Schöpfung“ beeindruckte, und die Altistin Wiebke Lehmkuhl, die schon beim Eröffnungskonzert der Elbphilharmonie mit von der Partie war. Als Tenor kehrt Lothar Odinius zurück, und der deutsch-ägyptische Bass Tareq Nazmi gibt sein Debüt beim NDR Elbphilharmonie Orchester. An allen drei Terminen führt Julius Heile jeweils um 19.00 Uhr in das Programm des Abends ein. 5. Oktober 2017 / BB


NDR Kultur Sachbuchpreis 2017: 16 Bücher nominiert für die Longlist 263 Bücher sind eingereicht worden – 16 Titel haben es auf die Longlist des NDR Kultur Sachbuchpreises geschafft. Das Spektrum ist eindrucksvoll: Es geht um Europas Selbstbewusstsein, um Macht und Spiel an Königshöfen, den Umbruch Afrikas und Lösungen in der Flüchtlingspolitik. Und es werden spannende Fragen verhandelt: Wie weit ist die Emanzipation, was bedrängt den Islam – und warum ist schlechte Laune besser als ihr Ruf? Bis Anfang November wird die Jury eine Shortlist zusammenstellen und auf deren Basis das beste Sachbuch des Jahres küren. Der NDR Kultur Sachbuchpreis wird am Mittwoch, 22. November, mit dem Förderpreis „Opus Primum“ der VolkswagenStiftung im Schloss Herrenhausen zu Hannover überreicht. NDR Kultur überträgt live ab 19.00 Uhr. Neben dem Jury-Vorsitzenden und NDR Programmdirektor Hörfunk, Joachim Knuth, gehören der Jury an: Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger Ph.D., Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung; Dr. Franziska Augstein, Journalistin der „Süddeutschen Zeitung“; Hendrik Brandt, Chefredakteur der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“; Dr. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland; Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung; Hilal Sezgin, Publizistin; Dr. Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland. Die Longlist in der Übersicht: „Gestrandet. Warum unsere Flüchtlingspolitik allen schadet – und was jetzt zu tun ist“ (Siedler) von Alexander Betts und Paul Collier „Die Welt aus den Angeln. Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700“ (Hanser) von Philipp Blom „Islam in der Krise. Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug“ (Patmos) von Michael Blume „Albert Speer. Eine deutsche Karriere“ (Siedler) von Magnus Brechtken „Fisch-Mafia. Die Jagd nach den skrupellosen Geschäftemachern auf unseren Weltmeeren“ (Campus) von Eskil Engdal und Kjetil Sæter „Lob der schlechten Laune“ (Kein & Aber) von Andrea Gerk „Die Deutschen und ihre Kolonien. Ein Überblick“ (be.bra) von Horst Gründer und Hermann Hiery „Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen“ (Kunstmann) von Axel Hacke „Fremd in ihrem Land. Eine Reise ins Herz der amerikanischen Rechten“ (Campus) von Arlie Russell Hochschild „Das Europa der Könige. Macht und Spiel an den Höfen des 17. und 18. Jahrhunderts“ (Rowohlt) von Leonhard Horowski „Lemberg. Die vergessene Mitte Europas“ (Aufbau) von Lutz C. Kleveman „Europa zuerst! Eine Unabhängigkeitserklärung“ (Ullstein) von Claus Leggewie „Geschichte der Zukunft. Prognosen, Visionen, Irrungen in Deutschland von 1945 bis heute“ (Hanser) von Joachim Radkau „Afrika: genauer betrachtet. Perspektiven aus einem Kontinent im Umbruch“ (Edition Konturen) von Kirsten Rüther „Viel zu langsam viel erreicht. Über den Prozess der Emanzipation“ (zu Klampen) von Barbara Sichtermann „Herrschaft der Dinge. Die Geschichte des Konsums vom 15. Jahrhundert bis heute“ (DVA) von Frank Trentmann Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.NDR.de/ndrkultur. 5. Oktober 2017 / BB


Von Ginastera bis Grisey: NDR das neue werk in der Saison 2017/2018 Neu zu entdeckende Meisterwerke der Moderne, Großsinfonik des 20. Jahrhunderts, überraschende Konzepte im Umgang mit aktuellsten musikalischen Entwicklungen: NDR das neue werk, die Reihe mit zeitgenössischer Musik, folgt auch in der Elbphilharmonie der Leitlinie, das Publikum zu neu gedachten Konzertformaten einzuladen. Und sie wird in der Saison 2017/2018 verstärkt den Nachweis antreten, dass zeitgenössische und experimentelle Musik nicht nur entscheidend zum Programmprofil der Elbphilharmonie beiträgt, sondern in den beiden hochmodernen Sälen auch ganz neue akustische Entfaltungsmöglichkeiten findet. Im Großen Saal der Elbphilharmonie ist NDR das neue werk in der Saison 2017/18 mit gleich vier Konzerten vertreten. Zunächst stehen mit der Musik von Salvatore Sciarrino, Gérard Grisey und Alberto Ginastera Komponisten-Porträts von drei der einflussreichsten Musikerfinder der letzten Jahrzehnte auf dem Programm. In der deutschen Erstpräsentation von Sciarrinos neuem Stück „La nuova Euridice“ wird Barbara Hannigan die herausragende Solistin sein. Griseys spektakulär großorchestrale „Espaces acoustiques“ werden den Raum der Elbphilharmonie auf ganz neue Weise erfahrbar machen. Beim Ginastera-Abend spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester als programmlichen Hauptpunkt die europäische Erstaufführung eines seiner wichtigsten Orchesterwerke. Ein viertes Programm im Großen Saal vereint das Schlagzeugensemble des Residenzorchesters mit Gästen aus der aktuellen Percussionszene: ein Schlagzeugfest, in dessen Mittelpunkt neben Musik von Zappa und Stockhausen die Uraufführung eines vom NDR in Auftrag gegebenen neuen Werks von Enno Poppe steht. Wichtige Schwerpunkte werden aber auch für das Programm des Kleinen Saals der Elbphilharmonie gesetzt. Hier schlägt die Stunde bedeutender Gastensembles und renommierter Solisten aus der zeitgenössischen Szene. Ob es um die Erforschung der unbekannten Klangwelten des Expressionisten Hans Jürgen von der Wense geht, Avi Avitals unbändige Virtuosität, um Karlheinz Stockhausens gewaltige Elektronik oder wilde Joyce-Solos von Sarah Maria Sun: Stets gilt, dass bei den Konzerten der neuen Saison raumgreifende Klangexpeditionen zu erwarten sind. Insgesamt elf Konzerte werden im Großen und Kleinen Saal der Elbphilharmonie stattfinden. Ein Konzert des NDR Chors wird in Kooperation mit dem Festival „Greatest Hits“ auf Kampnagel zu hören sein. 21. September 2017 / BB


EM-Bewerbung: UEFA verlangt Einschränkung von Grundrechten Für die Bewerbung um die Fußball-Europameisterschaft 2024 nehmen die deutschen Städte offenbar die Verletzung von Grundrechten in Kauf. Der ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts Wolfgang Hoffmann-Riem hält Teile der Verpflichtungserklärungen, die deutsche Bewerberstädte für die Fußball-EM 2024 unterschrieben haben, für verfassungswidrig. Die Verpflichtungserklärungen sichern der UEFA Sonderrechte zu, die zu rechtswidrigen Grundrechtseingriffen führen könnten, erklärte er gegenüber dem NDR. Die UEFA hatte von den 14 deutschen Bewerberstädten Verpflichtungserklärungen eingefordert und darin weitreichende Zusagen abverlangt. Von den nun unterschriebenen Erklärungen können die Städte nicht mehr zurücktreten. In einer sogenannten „kommerziellen Zone“ verpflichten sich die Städte beispielsweise, 500 Meter rund um die Stadien politische und religiöse Demonstrationen generell zu unterbinden. Gegenüber dem NDR Politikmagazin „Panorama 3“ und dem NDR „Sportclub“ sagte Wolfang Hoffmann-Riem: „Das ist ganz klar verfassungswidrig“. Die Versammlungsfreiheit sei durch das Grundgesetz und die europäische Menschenrechtskonvention geschützt. „Versammlungen dürften dann verboten werden, wenn etwa Gewalttätigkeiten drohen oder die öffentliche Sicherheit gefährdet ist“, so Hoffmann-Riem, „aber nicht, um kommerzielle Interessen eines Fußballverbandes zu schützen oder unerwünschte Äußerungen zum Sport pauschal zu verhindern.“ Die UEFA begründet die Forderungen an die Bewerberstädte gegenüber dem NDR damit, dass „Sport und Politik nicht vermengt werden sollten“. In weiteren Passagen der Verpflichtungserklärung mussten die Bewerberstädte der UEFA zusichern, Gesetze zum Schutz von UEFA-Vermarktungsrechten zu erlassen, sofern der Fußballverband die bestehende Rechtslage vor Ort für unzureichend hält. Hoffmann-Riem: „Eine Stadt kann sich durch den Bürgermeister oder durch einen Senator nicht dazu verpflichten, ein bestimmtes Gesetz zu erlassen. Das ist schon mal hoch problematisch, denn in einem gewaltenteilenden Staat wie in Deutschland ist die Gesetzgebung Sache der Parlamente.“ Auch für lokale Gewerbeleute könnte die Verpflichtungserklärung zum Problem werden. Sie räumt den UEFA-Sponsoren weitreichende wirtschaftliche Sonderrechte ein. So dürften Kneipen in der Nähe von Stadien zum Beispiel keine Großleinwände aufbauen. Im NDR Interview schätzt der ehemalige Verfassungsrichter Hoffmann-Riem dies als „rechtswidrigen Grundrechtseingriff“ ein, sollte die Stadt dies durchsetzen. Schließlich sei die Berufsfreiheit des jeweiligen Gewerbetreibenden im Grundgesetz geschützt, so Hoffmann-Riem. Mit den Recherchen konfrontiert, erklären Hannover, Dortmund, Düsseldorf, Köln und München, dass sie sich im Rahmen der Bewerbungsreglements verpflichtet hätten, keine Aussagen zur Bewerbung zu treffen. Berlin, Frankfurt und Gelsenkirchen ließen die Fragen unbeantwortet. Der Hamburger Innen- und Sportsenator Andy Grote erklärt im NDR Interview: „Alle Garantieerklärungen und alles, was wir hier abgegeben haben, haben wir uns angesehen und wir halten das für machbar.“ Hamburg unterschrieb die Verpflichtungserklärungen ungeändert. Auch Leipzig erklärt, die Stadt sehe „keine Gefahren“, deshalb habe „Leipzig nach eingehender Prüfung ihre Verpflichtungs- und Garantieerklärungen abgegeben.“ Nürnberg, Mönchengladbach und Stuttgart antworteten auf die Frage zu den möglichen Grundrechtsverletzungen ausweichend. So teilte die Stadt Stuttgart beispielsweise mit, Spiele würden „nur im Rahmen des geltenden Rechts erfolgen.“ Nach Recherchen von „Panorama 3“ und des „Sportclubs“ hat lediglich Bewerber Bremen „nach juristischer Prüfung“ den Originaltext umfassend angepasst, um ihn rechtssicher unterzeichnen zu können. Dies betrifft im Kern die Einschränkungen von Grundrechten. Ekkehart Siering, Staatsrat in der Bremer Wirtschaftsbehörde, sagte dem NDR: „Wirtschaft allein kann keine Gesetze außer Kraft setzen. Wir haben eine Rechtsordnung in Deutschland, an die halten wir uns auch. Wir können an der Stelle keine Ausnahme machen, weil es zum Beispiel besonders lukrativ sein könnte. Gesetze gelten für alle.“ Die UEFA wollte sich zu weiteren Fragen nicht äußern. Als mögliche Spielorte hatte der Deutsche Fußball-Bund am vergangenen Freitag (15. September) Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Gelsenkirchen, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart ausgewählt. Bremen wurde nicht berücksichtigt, ebenso wenig Hannover, Mönchengladbach und Nürnberg.

Landtags-Spitzenkandidaten bei „Hallo Niedersachsen“ Das NDR Landesmagazin „Hallo Niedersachsen“ startet seine ausführliche Berichterstattung zur Landtagswahl in Niedersachsen. In sechs Sendungen werden die Spitzenkandidaten der Parteien befragt. Die Sonntage gehören dabei den Spitzenkandidaten der derzeit im Landtag vertretenen Parteien. In monothematischen Sendungen werden sie zu den wichtigsten Themen des Wahlkampfes befragt. Den Anfang machen Anja Piel, Grüne und Stefan Birkner, FDP. Sie stellen sich am Sonntag, den 17. September ab 19.30 Uhr den Fragen von Fernsehchefin Andrea Lütke und Politikchef Thorsten Hapke. Am Sonntag, den 1. Oktober ist CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann zu Gast im Studio, am 8. Oktober Ministerpräsident Stephan Weil von der SPD. Nach den jeweiligen Sendungen stellen sich die Kandidaten im Livestream auf der Facebook-Seite "NDR Niedersachsen" und im Web auf NDR.de/niedersachsen den Fragen von Facebook- und Online-Nutzern. Zu den drei wichtigsten Themen des Wahlkampfes hat „Hallo Niedersachsen“ die Spitzenkandidaten der sechs Parteien eingeladen, die eine realistische Chance haben, in den Landtag einzuziehen. Neben den vier Landtagsparteien sind das auch DIE LINKE und die AfD. Sie diskutieren am 26. September über die Wirtschaftspolitik – Moderation Thorsten Hapke, am 29. September über die Innenpolitik - Moderation Jan Starkebaum, am 4. Oktober über die Bildungspolitik – Moderation Martina Thorausch. Weitere Informationen zur Landtagswahl in Niedersachsen finden Sie unter NDR.de/niedersachsen und auf der Facebook-Seite „NDR Niedersachsen“. 15.09.2017 / bg


NDR Das Alte Werk widmet Georg Philipp Telemann ein Festival Bis zu seinem Tod am 25. Juni 1767 – insgesamt 46 Jahre lang – wirkte Georg Philipp Telemann in Hamburg und gab als „Director musices“ der fünf Hauptkirchen, als Kantor des Johanneums, als Leiter der Gänsemarktoper, als Musikverleger sowie als Publizist und Konzertveranstalter an der Alster musikalisch den Ton an. Aus Anlass seines 250. Todestags veranstaltet die Konzertreihe NDR Das Alte Werk in Kooperation mit der Elbphilharmonie Hamburg und unterstützt von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg vom 24. November bis zum 3. Dezember 2017 ein Festival, das den selten zu hörenden Werken des Barockkomponisten gewidmet ist. Telemann und die Gänsemarktoper, Telemann und Frankreich, Telemanns geistliches Werk sind die Schwerpunkte. NDR Intendant Lutz Marmor: „Die Reihe NDR Das Alte Werk ist seit mehr als sechs Jahrzehnten in Sachen Alte Musik die erste Adresse im Norden. Und so liegt es nahe, ein musikgeschichtlich wichtiges Jubiläum des Jahres 2017 unter Federführung von NDR Das Alte Werk stattfinden zu lassen. Ich freue mich sehr darüber, dass sich international renommierte Interpreten, Hamburger Künstlerinnen und Künstler sowie namhafte Musik- und Kulturinstitutionen zusammengefunden haben, um Georg Philipp Telemann neu zu entdecken.“ Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg: „Bereits seit Anfang des Jahres erinnern wir uns an das Wirken Telemanns in Hamburg. Die Vielfalt der Veranstaltungen zeigt: Charakteristisch für die Musikstadt Hamburg ist das facettenreiche Angebot einer agilen und kreativen Musikszene. Basis hierfür ist eine starke Musiktradition. Die Ensembles und Kultureinrichtungen unserer Stadt sind sich dessen bewusst, eignen sich dieses Erbe künstlerisch an und zeigen dabei die große Aktualität des Werkes Telemanns. Das Festival ist nun einer der Höhepunkte des Telemann-Jahres.“ Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der ZEIT-Stiftung: „Wir engagieren uns für das Telemann-Festival Hamburg 2017 mit seinen zahlreichen Festkonzerten, um zu verdeutlichen, wie lebendig Tradition sein kann. Telemann prägte das musikalische Repertoire des Spätbarock und der frühen Aufklärung wie kein zweiter. Bis ins hohe Alter brach er als Komponist immer wieder zu neuen Ufern auf. Als innovativer Konzertunternehmer etablierte er an seinen Wirkungsorten Leipzig, Frankfurt am Main und Hamburg ein bürgerliches Musikleben, das bis heute fortwirkt. Hamburg ist eine Telemann-Stadt, bis heute. Das werden wir erlebbar machen.“ Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant der Elbphilharmonie und Laeiszhalle Hamburg: „Ich freue mich sehr, dass mit dem Telemann-Festival einer der großen historischen Repräsentanten des Hamburger Musiklebens geehrt wird. Die Zeitgenossen schätzten ihn als Komponisten sehr, seine Strahlkraft reichte weit über die Stadt hinaus. Ihm zu Ehren hat NDR Das Alte Werk ein hochkarätiges Festival-Programm zusammengestellt, an dem wir uns sehr gern beteiligt haben. Und nachdem die Aufmerksamkeit der Welt in Sachen Hamburg und Musik im Jahr 2017 bislang eindeutig auf der Elbphilharmonie lag, freut es mich besonders, dass wir mit dem Telemann-Festival auch die Stärken der Laeiszhalle voll ausspielen können.“ Den Auftakt des Telemann-Festivals am Freitag, 24. November, in der Hamburger Laeiszhalle bildet eine konzertante Aufführung der Oper „Miriways“, die seit ihrer Uraufführung an der Gänsemarktoper 1728 in Hamburg nicht mehr zu hören gewesen ist. Der kanadische Barockexperte Bernard Labadie leitet die Akademie für Alte Musik Berlin und ein Ensemble herausragender Sänger um Michael Volle, Robin Johannsen und Sophie Karthäuser. Zu Telemanns Lebzeiten zählte sein Passionsoratorium „Seliges Erwägen des bittern Leiden und Sterbens Jesu Christi“ zu seinen absoluten Erfolgsstücken. Gottfried von der Goltz und das Freiburger Barockorchester führen dieses lange vernachlässigte Werk nun wieder auf (Freitag, 1. Dezember.) Die Sopranistin Anna Lucia Richter verkörpert dabei die Figur des „Glaubens“. Allegorische Figuren treten auch in Telemanns geistlichem Spätwerk „Tag des Gerichts“ auf, das die Akademie für Alte Musik Berlin, der NDR Chor und ein hochkarätig besetztes Sängerensemble unter Leitung von Philipp Ahmann in der Laeiszhalle wieder zum Klingen bringen (Sonntag, 3. Dezember). Hamburg ist nicht nur eine Musikstadt mit großer Vergangenheit, sondern auch mit einer viel versprechenden Gegenwart. Beim Baumwall direkt an der Elbe, wo Telemann seinerzeit im so genannten Baumhaus Konzerte gab, erhebt sich heute die Elbphilharmonie. Die Gegenüberstellung von alt und neu ist ein wesentliches Anliegen des Festivals. Den Brückenschlag zwischen damals und heute vollzieht wohl kaum jemand so gekonnt wie Jean Rondeau. Der junge französische Cembalist ist Artist in Residence beim Telemann-Festival 2017. Neben einem Solo-Recital (Sonnabend, 25. November) wird Rondeau zusammen mit dem Ensemble Resonanz im Resonanzraum auf St. Pauli (Donnerstag, 30. November/Freitag 1. Dezember) sowie mit Geir Lysne und der NDR Bigband im Rolf-Liebermann-Studio des NDR (Sonntag, 3. Dezember) Telemanns Musik mit den Klängen unserer Zeit und Bigband-Jazz in Verbindung bringen. Telemann in Reinkultur bringen Rondeau und das Ensemble Nevermind mit den „Pariser Quartetten“ im Bucerius Kunst Forum zu Gehör (Sonntag, 26. November). Seine Reise nach Paris in den Jahren 1737/38 war eines der großen Ereignisse in Telemanns Leben. Telemanns Liebe zu Frankreich und seiner Kultur spüren auch Christophe Rousset und sein Ensemble Les Talens Lyriques (Sonntag, 26. November) sowie das Elbipolis Barockorchester Hamburg und die Sopranistin Julia Sophie Wagner (Sonnabend, 2. Dezember) in der Laeiszhalle nach. Hier trifft Telemanns Musik unter anderem auf die Werke des Großmeisters der französischen Oper, Jean-Philippe Rameau. Zu den Instrumentalisten, die Telemann den größten Dank schulden, weil er ihre als Kinderinstrument verunglimpfte Kernspaltflöte mit echter Virtuosen-Literatur gesegnet hat, zählen die Blockflötisten. Zwei der herausragenden Blockflöten-Spieler unserer Zeit sind nun im Direktvergleich zu erleben: Am Sonnabend, 25. November, spielt die Telemann-Botschafterin Dorothee Oberlinger mit ihrem Ensemble 1700 Concerti und Suiten von Telemann in der Laeiszhalle. Suiten und Concerti von Telemann stehen eine Woche später am selben Ort auch bei Giovanni Antonini und Il Giardino Armonico auf dem Programm (Sonnabend, 2. Dezember). Telemanns Hauptarbeitsplätze in Hamburg waren die fünf Hauptkirchen – ohne ein Konzert in einer dieser Kirchen und auf einer ihrer seinerzeit schon berühmten Orgeln wäre ein Telemann-Festival in Hamburg nicht vollständig. Auf der erst seit 2013 wieder komplett restaurierten Barockorgel von St. Katharinen spielt Andreas Fischer am Sonnabend, 25. November, Werke von Bach und Telemann. „Moralische Kantaten“ über Themen wie „Neid“, „Falschheit“ oder „Geiz“, die Telemann zur seelischen Ertüchtigung seiner hanseatischen Mitbürger schrieb, führen die Hamburger Ratsmusik und der Countertenor Benno Schachtner am Sonntag, 26. November, in der Laeiszhalle auf. Karten gibt es zu 10 Euro bis 68 Euro inkl. Vorverkaufsgebühr im NDR Ticketshop im Levantehaus, Mönckebergstr. 7, 20095 Hamburg, Tel.: 0800-637 8425, E-Mail: ticketshop@ndr.de, sowie an bekannten Vorverkaufsstellen. Das Programmbuch zum Telemann-Festival ist ab sofort zu 7 Euro im NDR Ticketshop erhältlich sowie an den Vorverkaufsstellen der Elbphilharmonie. 14. September 2017 / BB


Tagesschau-App 2.2: jetzt mit „Picture in Picture“-Funktion

 



Fünf Monate nach dem letzten Update steht für die Tagesschau-App eine weitere Version mit vielen neuen Funktionen zum Download bereit. Mit der App 2.2 baut ARD-aktuell seine Kompetenz beim Bewegtbild weiter aus und bietet als Neuheit nun das so genannte PiP an. Das „Picture in Picture“ oder „Bild in Bild“ ermöglicht es den Userinnen und Usern, ein Video in einem kleineren Format abzuspielen und sich gleichzeitig weiter innerhalb der App zu bewegen. Besonders nützlich ist diese Funktion bei Livestreams. Die User können das aktuelle Ereignis oder eine Sendung live verfolgen, ohne beispielsweise das Lesen eines Kommentars unterbrechen zu müssen. Für mehr Komfort sorgen auch die neuen Funktionen AirPlay und Chromecast.

 

Premiere für Wahl-Animation

 

Die Bundestagswahl ist eines der wichtigsten Ereignisse in der Berichterstattung der Tagesschau in diesem Jahr. Um die Tagesschau-App dafür noch attraktiver zu machen, erscheint am Sonntag, 24. September, um 18 Uhr die Wahlprognose erstmals als Animation auf der Startseite der App – wie dort gewohnt hochkant im 9:16-Format, aber auch drehbar ins klassische Querformat.

 

Mit der Animation bekommen die User mit einem Klick den schnellen Überblick: Wie viele Prozentpunkte haben die Parteien erreicht, wie hoch haben sie gewonnen oder verloren und wie ist die Sitzverteilung im neuen Bundestag? Wenn es eine neue Hochrechnung gibt, aktualisieren sich die Werte in der Animation. So bleiben die User immer auf dem Laufenden - bis zum vorläufigen amtlichen Ergebnis.

 

Alle Länder an Bord

 

Nachrichten aus ihren Regionen können jetzt auch die Hessen und Bremer auf der Tagesschau-App abrufen. Die Hessenschau und Radio Bremen komplettieren das Angebot. Somit sind nun alle Bundesländer vertreten.

 

Für die Version 2.1 hatte ARD-aktuell viele Anregungen der Nutzer aufgegriffen und umgesetzt. Das Echo darauf ist sehr positiv, was die stetige Zunahme der Downloads zeigt. Den wenig verbliebenen Nutzern der alten Tagesschau-App wird nun der Umstieg empfohlen.

 

13. September 2017


Krzysztof Urbański und Anna Vinnitskaya mit russischem Programm zu Gast beim NDR Elbphilharmonie Orchester Konzerte: Donnerstag, 14. September 2017, 20.00 Uhr Sonntag, 17. September 2017, 11.00 Uhr Elbphilharmonie Hamburg Freitag, 15. September 2017, 19.30 Uhr Konzertkirche Neubrandenburg Sonnabend, 16. September 2017, 19.30 Uhr Musik- und Kongresshalle Lübeck Im Radio: Das Konzert am 15. September in Neubrandenburg wird live auf NDR Kultur gesendet. Seit kurzem ist ihre CD-Einspielung mit Werken von Sergej Rachmaninow auf dem Markt, jetzt sind sie erneut live zusammen auf der Bühne zu erleben: Krzysztof Urbański, Erster Gastdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, und die russische Ausnahmepianistin Anna Vinnitskaya. Für die Konzerte am 14. und 17. September in der Elbphilharmonie Hamburg, am 15. September in Neubrandenburg zum Abschluss der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sowie am 16. September in der Musik- und Kongresshalle Lübeck hat Urbański ein russisches Programm konzipiert. Nach Igor Strawinskys Orchesterspaß „Scherzo à la russe“ ist Sergej Prokofjews Zweites Klavierkonzert zu hören. Als dieses mit dem Komponisten selbst am Flügel im September 1913 aus der Taufe gehoben wurde, war das Publikum empört. „Zum Teufel mit der futuristischen Musik. Die Katzen auf dem Dach machen bessere Musik“, schrieb ein Kritiker nach der Uraufführung. Über ein Jahrhundert später ist sein Konzert als Meisterwerk lange anerkannt. Den Klavierpart übernimmt Anna Vinnitskaya. Seit sie 2007 den renommierten Königin-Elisabeth-Wettbewerb gewann, ging es mit der Karriere der heute in Hamburg lebenden und als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg unterrichtenden Pianistin steil bergauf. Längst konzertiert sie mit den bedeutendsten Orchestern weltweit. Ein Klassiker der Moderne folgt nach der Pause: Dmitri Schostakowitschs Fünfte Sinfonie, mit der sich der weltweit geachtete, aber vom stalinistischen Regime unterdrückte Komponist den Weg zurück ins sowjetische Musikleben ebnete. Am 14. und 17. November führt Julius Heile jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn in das Programm ein. 13. August 2017 / BB


„Der Norden liest" vom 10. Oktober bis zum 13. Dezember 2017 – die Veranstaltungen im Einzelnen: 10. Oktober, 20.00 Uhr, Hapag-Hallen, Cuxhaven Stefan Gwildis, der Pianist Tobias Neumann und der Cellist Hagen Kuhr präsentieren ihr Programm „Storm. Der Schimmelreiter“. In Kooperation mit NDR Kultur, der Stadt Cuxhaven, den Hapag-Hallen am Steubenhöft sowie dem Landesverband Niedersachsen im Deutschen Bibliotheksverband e.V. 27. Oktober, 20.00 Uhr, Hallenbad am Hagenberg, Bad Iburg Günter Märtens, die Band „PlingPlang“ und der Schauspieler Peter Lohmeyer stellen Märtens Buch „Die Graupensuppe“ vor. In Kooperation mit NDR Kultur, dem Ostenfelder Leseherbst sowie dem Landesverband Niedersachsen im Deutschen Bibliotheksverband e.V. 3. November, 19.00 Uhr, Jakob-Kemenate, Braunschweig Oliver Bottini liest aus seinem neuen Kriminalroman „Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens“. In Kooperation mit NDR Kultur, dem Braunschweiger Krimifestival, der Stiftung Prüsse sowie dem Landesverband Niedersachsen im Deutschen Bibliotheksverband e.V. 7. November, 19.00 Uhr, Metro-Kino im Schlosshof, Kiel Sven Regener tritt auf mit seinem neuen Roman „Wiener Straße“. In Kooperation mit NDR Kultur, dem Metro-Kino im Schlosshof, dem Literaturhaus Schleswig-Holstein sowie der Büchereizentrale Schleswig- Holstein. 14. November, 19.30 Uhr, Literaturhaus, Hamburg Dorfgeschichten – eine Heimat-Show Eine Auseinandersetzung mit dem Leben auf dem Lande mit Alina Herbing, Katrin Seddig, Henning Ahrens und Hasnain Kazim. In Kooperation mit NDR Kultur und den Bücherhallen Hamburg. 5. Dezember, 19.30 Uhr, Kino im Künstlerhaus, Hannover Autorin Natascha Wodin und Schauspielerin Martina Gedeck lesen und sprechen über Wodins mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman „Sie kam aus Mariupol“. In Kooperation mit NDR Kultur und dem Literaturhaus Hannover, dem Kino im Künstlerhaus sowie dem Landesverband Niedersachsen im Deutschen Bibliotheksverband e.V. 7. Dezember,18.00 Uhr, Galerie Alte & Neue Meister, Schwerin Hannelore Hoger erzählt aus ihrem Leben: „Ohne Liebe trauern die Sterne“. In Kooperation mit NDR Kultur, der Galerie Alte & Neue Meister – Staatliches Museum Schwerin/Ludwigslust/Güstrow und der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken Mecklenburg-Vorpommern. 13. Dezember, 20.00 Uhr, Kulturwerft Gollan, Lübeck „Weg sein – hier sein“: Katja Riemann, Franziska Hölscher (Violine) und Severin von Eckardstein (Klavier) lesen und musizieren mit literarischen Texten geflüchteter syrischer Autoren. In Kooperation mit NDR Kultur, dem Günter Grass-Haus, dem Theater Lübeck, der Kulturwerft Gollan, dem Literaturhaus Schleswig-Holstein sowie der Büchereizentrale Schleswig-Holstein. Der Eintritt kostet pro Lesung 10 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühr. Karten gibt es an den Vorverkaufskassen der Veranstaltungsorte, an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im NDR Ticketshop im Levantehaus, Mönckebergstraße 7, 20095 Hamburg, www.ndrticketshop.de, E-Mail: ticketshop@ndr.de, Service-Hotline: 0800 - 637 8425. Nähere Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie im Internet unter www.NDR.de/dernordenliest, Informationen zur Fernsehsendung unter www.NDR.de/kulturjournal.


Deutscher Radiopreis 2017 – die Gewinner Die Gewinner des Deutschen Radiopreises stehen fest. Am Donnerstagabend (7. September) sind in der Elbphilharmonie in Hamburg die herausragenden Radiomacher und -macherinnen sowie Hörfunkproduktionen des Jahres 2017 in elf Kategorien ausgezeichnet worden. 127 Programme hatten sich mit insgesamt 381 Einreichungen am Wettbewerb beteiligt. Für einen glanzvollen musikalischen Rahmen der Gala sorgten Stars wie Benny Andersson, Peter Maffay, Nigel Kennedy, Beth Ditto, Anne-Marie, Johannes Oerding, Wincent Weiss, Adel Tawil und Musiker der NDR Radiophilharmonie. Prominente Laudatorinnen und Laudatoren wie unter anderem Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, Schauspieler Jan Josef Liefers, Moderator Günther Jauch und das Model Toni Garrn übergaben die Preise an die Gewinner, die eine unabhängige Jury des Grimme-Instituts ausgewählt hatte. Und das sind die Preisträger (mit Begründungen der Jury): Beste Comedy HIT RADIO FFH „Comedykeller“ Dirk Haberkorn und Boris Meinzer Tief unten in den Kellern des Funkhauses, da wo die Sonne nie hinkommt, arbeiten Dirk Haberkorn und Boris Meinzer im FFH-Comedykeller tagesaktuelle Bestellungen der Moderatoren ab: „Du, Dirk, der Johannes Scherer braucht noch 'nen Gag zum Thema Brexit.“ In diesem ‚Making-Off‘ überbieten sich die beiden Comedy-Redakteure mit Punchlines – mit ansteckendem Spaß am abgedrehten Wortspiel und einem außergewöhnlich guten Gespür für Timing. Jede einzelne Folge wirkt für sich, als täglicher Running Gag entwickelt die Serie Sucht-Charakter. Der FFH-Comedykeller – ein überzeugendes Konzept, kreativ getextet und hervorragend performt und produziert. Beste Innovation Radio Gong 96.3 München „Das Gong 96.3 S-Bahn Casting. Deine zwei Stationen Ruhm“ Johannes Ott und Matthias Ulrich Musik-Casting-Shows finden zumeist im Fernsehen statt und sind im Radio eher selten anzutreffen. Mit dem Radioformat „Zwei Stationen Ruhm“ von Gong 96.3 wird die S-Bahn zur spontanen Bühne für Münchener Musiktalente und die Fahrgäste zur härtesten Jury der Welt. Durch die Online-Verlinkung der Aktion entstehen tolle Videos von den Auftritten und Reaktionen der Fahrgäste. Die Hörer können ihre Stimme für den besten musikalischen Beitrag abgeben. Der gekonnte Mix aus Vor-Ort-Aktion, Hörernähe und Verbreitung über soziale Netzwerke macht aus dieser abgefahrenen Idee eine echte Innovation in der Radiolandschaft und damit eine preiswürdige Leistung in der Kategorie „Beste Innovation“. Bestes Interview Bayern 1 „Die Blaue Couch“ Gabi Fischer und Manuela Brenzinger Sonntagsgespräche gibt es in der deutschen Radiolandschaft viele. Die Jury zeichnet mit der Blauen Couch ein außergewöhnlich gelungenes Beispiel aus. Der Moderatorin Gabi Fischer gelingt es in diesen zwei Mittagsstunden auf Bayern 1, ihrem Gast, dem TV-Moderator Rudi Cerne, nahe zu kommen, ohne ihm zu nahe zu treten und zu unterhalten, ohne auch nur eine Minute oberflächlich zu werden. Dieses Gespräch ist Anschauungsmaterial für jeden angehenden Radiojournalisten. Bester Moderator ANTENNE BAYERN „Guten Morgen Bayern“ Wolfgang Leikermoser Moderation ist nicht nur plumpes Sprechen. Moderation ist Verständnis, Redegewandtheit, Improvisationstalent, Teamfähigkeit, Humor, Schlagfertigkeit und natürlich auch Persönlichkeit. Das alles und noch viel mehr bündelt unser diesjähriger Preisträger in der Kategorie: Bester Moderator. Er ist mutig und unterhaltsam. Er ist kritisch und selbstkritisch. Er nimmt die Hörer mit und spricht nicht in Rätseln. Seine Sprüche sind legendär und seine Sendungen unvergessen. Und das auf einem permanent beständig hohem Niveau. Er ist nie langweilig, anbiedernd oder gar unverschämt. Beste Moderatorin Gerlinde Jänicke 94,3 rs2 „Gerlinde Jänicke and friends“ Von Gerlinde Jänicke lässt man sich auch morgens um fünf Uhr gerne wecken. An ihr kommt so leicht kein Berliner vorbei, denn sie macht seit mittlerweile 25 Jahren Radio und das nach wie vor mit unglaublich viel Spaß. Sie ist schlagfertig, mitfühlend, aber auch ernst und nachdenklich. Dabei nimmt sie selten ein Blatt vor den Mund und ist auch mal bereit, jede Radioregel zu ignorieren, wenn eine Sendung so für ihre Hörer interessanter wird. Beste Morgensendung Radio Hamburg „Mission Aufstehen! Die Radio Hamburg Morningshow“ John Ment und Birgit Hahn Unterhaltsame Höreraktionen, professionell aufbereitete Informationen aus Deutschland, der Welt und Hamburg. Dazu bunte Alltags-Themen – präsentiert von drei unterschiedlichen Charakteren, deren gute Stimmung Morgen für Morgen ansteckt. Die „Radio Hamburg – Morningshow“, das sind Birgit Hahn, John Ment und Staupilot André. Die Auszeichnung Beste Morgensendung spiegelt auch die Nutzung der Hamburger wider: die Morningshow von Radio Hamburg ist seit Jahren die meistgehörte Morgensendung der Hansestadt. Wir finden mit Recht. Beste Sendung radioeins (rbb) „radioeins Radio Show“ Britta Steffenhagen und Alina Faltermayr Wenn „Live“ und „Event“ die medialen Erfolgsfaktoren im Zeitalter der Digitalisierung sind, dann trifft der Preisträger ins Schwarze. Radio unplugged, ganz ohne Computer und vorproduziertes Material. Viermal im Jahr bricht radioeins mit der „Radio Show“ aus der Routine aus und huldigt der guten alten Zeit. Dass das nicht nostalgisch, sondern modern daherkommt, liegt an der Akribie, mit der jeder Bestandteil hand- und mundgemacht wird. Wenn Britta Steffenhagen, Magnus von Keil und der Minibeatclub in den Heimathafen Neukölln laden, überträgt sich die positiv aufgeladene Atmosphäre auf eine Zielgruppe, die vom Radio mehr erwartet als formatierte Berechenbarkeit. Bester Newcomer Henriette Fee Grützner RADIO PSR „RADIO PSR deckt auf: Unglaubliche Geschichten aus Sachsen“ Persönlichkeit, schauspielerisches Talent und Können, Einfühlungsvermögen, eine wohlklingende Stimme und eine gehörige Portion Neugier für skurrile Geschichten aus Sachsen – Henriette Fee Grützner bringt alles mit, was sich Programmchefs von einem Nachwuchstalent erwarten. Im Radio kann sie ihr vielseitiges Talent täglich zur Schau stellen, egal ob als Entertainerin oder investigative Journalistin. Was ihre Kollegen besonders an ihr schätzen: „Sie probiert sich leidenschaftlich gern in allen Bereichen und medialen Kanälen aus und das kann sich hören lassen.“ Davon hat sie auch die Jury vollends überzeugt. Beste Programmaktion N-JOY (NDR) „Kopf hoch. Das Handy kann warten“ Melanie Fuchs und Philipp Goewe „Kopf hoch. Das Handy kann warten“, so heißt eine großartige Aktion von N-JOY, die seit fast zwei Jahren den Fokus auf dieses so wichtige Thema lenkt und dabei nichts an Aktualität verloren hat. Berichte von Augenzeugen und Betroffenen berühren und schockieren. So wird für jeden nachvollziehbar, wie gefährlich die Benutzung des Handys am Steuer wirklich ist. Durch die Verbreitung über die sozialen Netzwerke erfährt diese tolle Aktion eine Bekanntheit auch weit über das Sendegebiet hinaus. „Kopf hoch. Das Handy kann warten“ ist interaktiv, crossmedial und macht die Hörer selbst zu einem Bestandteil dieser einzigartigen, extrem wichtigen Programmaktion. Beste Reportage MDR KULTUR „Gedoptes Gold – Wie aus Heidi Andreas wurde“ Susann Krieger Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im Sommer 1986 holt die DDR-Sportlerin Heidi Krieger die Goldmedaille im Kugelstoßen. Heute gibt es Heidi Krieger nicht mehr. Die Europameisterin hat sich entschieden, als Mann weiterzuleben. Aus Heidi wird Andreas Krieger. Die Reportage zeichnet sensibel den Leidensweg nach. Erst nach der Wende erfährt Krieger, dass er mit sogenannten unterstützenden Mitteln gedopt wurde. Der Autorin gelingt es, die Geschichte des systematischen Dopings im DDR-Sport mit ihrer ganz persönlichen Perspektive zu verbinden, denn Susann Krieger ist die Schwester von Andreas. Trotzdem wahrt sie die journalistische Distanz. Eine glänzend gemachte Reportage. Bestes Nachrichten- und Informationsformat R.SH „Politik am Sonntag“ Carsten Kock Politikmagazine, die die Ereignisse der vergangenen Woche Revue passieren lassen, gibt es in Hülle und Fülle. Hier haben wir es mit einer fast perfekten Sendung zu tun, die von einem kompetenten, freundlich, aber zäh nachfragenden und hörernah präsentierenden Macher lebt. Ein Vorbild – präsentiert von einem landesweiten Privatsender. Barbara Schöneberger moderierte die Gala in der Elbphilharmonie in Hamburg. 62 öffentlich-rechtliche und private Radiosender in ganz Deutschland übertrugen die Show live. Im Internet lief die Verleihung als Livestream auf deutscher-radiopreis.de. Elke Wiswedel (NDR 2) und Florian Weiss (ANTENNE BAYERN) kommentierten das Geschehen für die Radiohörer. Die Aufzeichnung ist zudem zeitversetzt in allen Dritten Fernsehprogrammen der ARD zu sehen. Stifter des Deutschen Radiopreises sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die Privatradios in Deutschland. Zu den Kooperationspartnern zählen das Grimme-Institut, die Freie und Hansestadt Hamburg, die Radiozentrale – eine gemeinsame Plattform privater und öffentlich-rechtlicher Sender zur Stärkung des Hörfunks – sowie die Radio-Vermarkter AS&S Radio und RMS. Die Federführung liegt beim Norddeutschen Rundfunk.


N-JOY ausgezeichnet: Deutscher Radiopreis für die beste Programmaktion Die beste Programmaktion des Jahres kommt von N-JOY: Bei der Gala zum Deutschen Radiopreis am Donnerstag, 7. September, ist das junge Programm des NDR für die crossmediale Kampagne „Kopf hoch. Das Handy kann warten“ prämiert worden. Die Redakteure Melanie Fuchs und Philipp Goewe nahmen die Ehrung entgegen, Laudatorin war die Doppel-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Maria Höfl-Riesch. Eine unabhängige Jury des Grimme-Instituts hatte die Preisträger ausgwählt. NDR Intendant Lutz Marmor: „Das Thema ist sehr ernst, die Umsetzung gelungen: Über ‚Kopf hoch. Das Handy kann warten‘ spricht der Norden. Die Aktion ist ein herausragendes Beispiel für eine überzeugende Ansprache junger Menschen. Ich freue über die Auszeichnung und gratuliere dem Team herzlich!“ Aus der Begründung der Grimme-Jury: „‚Kopf hoch. Das Handy kann warten‘ so heißt eine großartige Aktion von N-JOY, die seit fast zwei Jahren den Fokus auf dieses so wichtige Thema lenkt und dabei nichts an Aktualität verloren hat. Berichte von Augenzeugen und Betroffenen berühren und schockieren. So wird für jeden nachvollziehbar, wie gefährlich die Benutzung des Handys am Steuer wirklich ist. Durch die Verbreitung über die sozialen Netzwerke erfährt diese tolle Aktion eine Bekanntheit auch weit über das Sendegebiet hinaus. ‚Kopf hoch. Das Handy kann warten‘ ist interaktiv, crossmedial und macht die Hörer selbst zu einem Bestandteil dieser einzigartigen, extrem wichtigen Programmaktion.“ Die Preisverleihung wurde von 62 öffentlich-rechtlichen und privaten Radiosendern in ganz Deutschland sowie im Internet als Livestream übertragen. Die Aufzeichnung ist zudem zeitversetzt in allen Dritten Fernsehprogrammen der ARD zu sehen. 7. September 2017 / BB


NDR Umfrage in Niedersachsen: Dämpfer für CDU-Spitzenkandidat Fünf Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen liegt die CDU in der Gunst der Wahlberechtigten weiterhin vorn, verliert aber an Zustimmung. Auch ihr Spitzenkandidat Bernd Althusmann muss im Urteil der Bürgerinnen und Bürger des Bundeslandes einen erheblichen Dämpfer hinnehmen. Im Fall einer Direktwahl müsste er einen Verlust von zehn Prozentpunkten im Vergleich zum August verzeichnen. Bei den aktuellen Mehrheitsverhältnissen in Niedersachsen wäre neben einer Großen Koalition unter CDU-Führung nur ein „Jamaika“-Bündnis (CDU-Grüne-FDP) rechnerisch möglich. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks. Wenn schon am nächsten Sonntag in Niedersachsen gewählt würde, wäre die CDU weiterhin die stärkste Partei im Land. Allerdings kommt sie aktuell nur noch auf 37 Prozent (minus 3 Prozentpunkte im Vergleich zu August). Die SPD erreicht unverändert 32 Prozent. Die Grünen haben sich zuletzt leicht verbessert, sie stehen jetzt bei 10 Prozent (plus 1 Prozentpunkt). Die FDP hingegen verliert einen Prozentpunkt und kommt zurzeit noch auf 6 Prozent. Weiter zulegen kann die AfD, die mit 7 Prozent klar in das Landesparlament einziehen würde (plus 1 Prozentpunkt). Auch Die Linke wäre nun im neuen Landtag vertreten mit aktuell 5 Prozent (plus 2 Prozentpunkte). Nach dem Ergebnis der NDR Umfrage könnte die amtierende rot-grüne Landesregierung ihre Arbeit nicht fortsetzen, obwohl es weiter keine Wechselstimmung in Niedersachsen gibt. Das aktuelle rot-grüne Landeskabinett wird überwiegend positiv bewertet (57 Prozent „zufrieden/sehr zufrieden“). Auch die nächste Landesregierung sollte SPD-geführt sein, meinen 47 Prozent der Bürgerinnen und Bürger. 41 Prozent sähen künftig lieber die CDU an der Spitze. Trotz der fehlenden Mehrheit ist Rot-Grün die beliebteste Bündniskonstellation der Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen (45 Prozent „sehr gut/gut“). Den zweiten Platz auf der Wunschliste erreicht ein Bündnis aus CDU und SPD (41 Prozent). Die Große Koalition stößt vor allem bei CDU-Anhängern auf Sympathie. Knapp dahinter liegt die schwarz-gelbe Koalition (40 Prozent), die allerdings keine Mehrheit hätte. Die rechnerisch mögliche Zusammenarbeit von CDU, Grünen und FDP liegt im Urteil der Wahlberechtigten deutlich zurück (32 Prozent). Bei einer Direktwahl des Regierungschefs müsste CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann eine klare Niederlage hinnehmen. Seit August verliert er hier deutlich an Zustimmung und kommt jetzt nur noch auf 24 Prozent (minus 10 Prozentpunkte). Hingegen verbessert sich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf 47 Prozent (plus 2 Prozentpunkte). Die wichtigsten Probleme in Niedersachsen sehen die Wahlberechtigten vor allem im Bereich Bildung, Schule und Ausbildung. Die Themen Flüchtlinge, Einwanderung und Asylpolitik liegen in der Rangliste auf Platz zwei, gefolgt von der Infrastruktur- und Verkehrspolitik und der Situation auf dem Arbeitsmarkt. Das Verhältnis der Landesregierung zum VW-Konzern wird von den Bürgerinnen und Bürgern differenziert beurteilt. Zwar meint eine deutliche Mehrheit, das Land Niedersachsen sollte Miteigentümer des Unternehmens bleiben (65 Prozent). Die meisten sind jedoch der Ansicht, dass nicht länger Spitzenpolitiker im VW-Aufsichtsrat vertreten sein sollten (54 Prozent). Das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap befragte im Auftrag des NDR vom 30. August bis 5. September insgesamt 1001 zufällig ausgesuchte, wahlberechtigte Personen ab 18 Jahren in Niedersachsen. Die Fehlertoleranz beträgt zwischen 1,4 Prozentpunkten (bei 5% Anteilswert) und 3,1 Prozentpunkten (bei 50% Anteilswert).


Markus Grill wechselt zu den Investigativressorts von NDR und WDR Markus Grill, der frühere Chefredakteur des gemeinnützigen Recherchebüros „Correctiv“, wechselt zu den Investigativressorts von NDR und WDR. Er wird ab 1. November 2017 die Recherchen der Ressorts in Berlin koordinieren und leiten. Andreas Cichowicz, NDR Chefredakteur Fernsehen: „Wir sind froh, mit Markus Grill einen der profiliertesten Investigativjournalisten in Deutschland gewinnen zu können. Mit ihm werden wir unsere Anstrengungen auf diesem Gebiet weiter verstärken.“ Sonia Seymour Mikich, WDR Chefredakteurin Fernsehen: „Einer, der keine Angst hat, sich mit großen Namen anzulegen: Markus Grill. Insbesondere beeindrucken seine Kenntnisse über die Verflechtungen im Gesundheitswesen. Wir sind froh, unsere Schlagkraft zu erweitern mit einem der Besten.“ NDR und WDR haben 2014 im Rahmen einer Recherchekooperation eigene Investigativressorts gegründet. Unter der Leitung von Georg Mascolo arbeiten die Sender auch eng mit der Süddeutschen Zeitung zusammen. Georg Mascolo: „Markus Grill ist ein herausragender Kollege, mit ihm wird es uns gelingen, auf neuen journalistischen Themenfeldern präsent zu sein. Herzlich willkommen.“ Der mehrfach preisgekrönte Journalist Markus Grill hat sich insbesondere mit kritischen Recherchen über die Pharmaindustrie profiliert. Von 2003 bis 2008 arbeitete er beim „Stern“ und von 2009 bis 2015 beim „Spiegel“. Im Juni 2015 übernahm er die Chefredaktion des neu gegründeten gemeinnützigen Recherchebüros Correctiv. Markus Grill: „Ich freue mich sehr auf die Kolleginnen und Kollegen von NDR und WDR, deren Arbeit ich in den vergangenen Jahren mit größtem Respekt verfolgt habe. Die Recherchekooperation hat sich nur drei Jahre nach ihrer Gründung zu einem Leuchtturm für investigativen Journalismus in Deutschland entwickelt. Mit diesen Kolleginnen und Kollegen künftig zusammenzuarbeiten, ist für mich Freude und Ehre zugleich.“


Programmtipp aktuell "die nordstory: Der Harz - Von Talfahrten und Höhenflügen" Sendung am Freitag, 8. September 2017, um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen Der Harz mit seinen UNESCO-Weltkulturerbestätten, dem Brocken, Nationalpark, zahlreichen besonderen Traditionen und vielfältigen Freizeitangeboten wie Wandern, Skifahren und Segeln müsste ein Besuchermagnet sein. Müsste - doch seit den 1990er-Jahren erholt sich die Region nur langsam von einer anhaltenden Tourismus-Krise. Zwar sind die Übernachtungszahlen in den vergangenen Jahren gestiegen, doch im Vergleich zur Nordseeküste oder Lüneburger Heide eher unterdurchschnittlich. Und die Besucher bleiben im Schnitt nur 3,1 Tage im Harz. Der Harz scheint ein Gebiet für Kurztrips zu sein, nicht aber für den längeren Urlaubsaufenthalt. Das soll sich ändern. Diese Dokumentation begleitet ein Jahr lang drei Menschen, die viel bewegen und eine Menge einsetzen, um den Harz für Besucher attraktiver zu machen. Dirk Nüsse hat zwölf Millionen Euro in den Hexenritt investiert, entstanden ist in Braunlage das größte alpine Skigebiet Norddeutschlands. Doch die immer weniger werdenden Schneetage im Harz machen dem Seilbahnbetreiber schwer zu schaffen. Sein neues Ziel: Er will das Gebiet an der Wurmbergseilbahn auch im Sommer bei Touristen beliebt machen. Dirk Nüsse geht mit Visionen voran. Mit Blick auf die Region kritisiert er Gastronomen und Hoteliers, die sich aus seiner Sicht noch immer auf ihren Lorbeeren aus den 1970er-Jahren ausruhen. Damit halten sie ungewollt ein Bild des Harzes am Leben, das aus vergilbten Gardinen in Unterkünften und Kännchenzwang in Cafés besteht. Der Harz ist groß. Und wer ein Café in einem abgelegenen Wald bei Braunlage betreibt, muss etwas Besonderes bieten, um hier existieren zu können. Susanna Richter ist sich dessen sehr bewusst und plant daher Events, um eine größere Bekanntheit zu bekommen. Doch sie muss überraschend herbe Rückschläge in Kauf nehmen. Für Hotelfrau Karina-Anna Dörschel gibt es kein Halten, als sie das ehemalige Erholungsheim in Bad Harzburg sieht. Sie hat nur ein Ziel: Das Gebäude, das seit 30 Jahren im Dornröschenschlaf liegt, eher unheimlich als heimelig, soll in nur einem Jahr zu ihrem neuen Vorzeigehotel mit Wellness und Spa werden. „die nordstory " begleitet sehr authentisch drei mutige Investoren in einer Region, die viel zu bieten hat und es sich nicht erlauben kann, touristisch hinterm Berg zu bleiben. Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film - und Mediengesellschaft Niedersachsen / Bremen mbH.


Vor der Bundestagswahl: „Panorama 3“ reist durch den Norden und ergründet Politik-Frust Sendetermin: Dienstag, 5. September, 21.15 Uhr, NDR Fernsehen Viele Bürger wissen noch nicht, wen sie wählen werden. Der Frust ist vielerorts groß, das Vertrauen in die Politiker oftmals gestört. Was genau ist der Grund für die Kluft zwischen Wählern und Politikern? Dieser Frage gehen Reporterinnen und Reporter des Politikmagazins „Panorama 3“ in verschiedenen Orten Norddeutschlands nach und suchen nach Gründen für die Entfremdung der Politik von bestimmten Wählergruppen. Zudem fragen sie bei Dietmar Bartsch (Die Linke), Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Thomas Oppermann (SPD) und Johann Wadephul (CDU) nach, was sie tun wollen, um das Vertrauen der Verlorenen zurück zu gewinnen. Das NDR Fernsehen zeigt die Schwerpunkt-Sendung von „Panorama 3“ zur Bundestagswahl am Dienstag, 5. September, um 21.15 Uhr. Susanne Stichler moderiert. Einer der von „Panorama 3“ besuchten Orte ist Elmshorn. Besonders viele Nichtwähler dort leben im Stadtteil Hainholz. Sie fühlen sich abgekoppelt von der Gesellschaft. Wählen ist aus ihrer Sicht sinnlos, denn Politik verbessere ihr Leben nicht. Elmshorn führt eine soziale Spaltung der Wählerschaft vor Augen: An der Wahl sind vor allem die mittleren und oberen Sozialmilieus interessiert, die oberen zwei Drittel der Gesellschaft. Auf Usedom treffen die Reporter auf Protestwähler. Auf der vorpommerschen Insel haben bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr knapp 40 Prozent die AfD gewählt. Bei vielen hatte das so gut wie nichts mit der Flüchtlingskrise zu tun - viele Usedomer wollten den etablierten Parteien einen Denkzettel verpassen. Denn sie fühlten sich von ihnen einfach nicht gehört. Sie haben gekämpft gegen die Schließung der Kinder- und Geburtsstation ihres Krankenhauses, auch das Amtsgericht wurde geschlossen. Und den Frust darüber nutzen die Populisten. Mehr zu „Panorama 3“ unter www.NDR.de/panorama3 4. September 2017 / IB


Dem Klimawandel auf der Spur: „Weltspiegel“ mit Andreas Cichowicz kommt aus der Arktis Sendetermin: Sonntag, 3. September, 19.20 Uhr, Das Erste 2017: Der amerikanische Präsident Donald Trump kündigt das in jahrelanger politischer Arbeit mühselig ausgehandelte Klimaabkommen. Auf der ganzen Welt häufen sich die Wetter-Extreme. In der Antarktis bricht ein gigantischer Eisberg vom Schelfeis ab, sechsmal so groß wie die Insel Rügen. In Grönland wütet an der Westküste der größte Brand, der je dort beobachtet wurde. Dieses Jahr herrschen dort ungewöhnlich hohe Sommertemperaturen. Die Gletscher in Alaska und Grönland schmelzen in rasantem Tempo. Für die „Weltspiegel“-Ausgabe am Sonntag, 3. September, um 19.20 Uhr im Ersten sind Moderator Andreas Cichowicz und ein NDR-Team vor Ort an Grönlands Westküste. Am Eisfjord in Ilulissat ist der Klimawandel schon sichtbar. Er birgt für Grönland viele Risiken, aber auch Chancen. Denn für Grönland sieht eine wärmere Zukunft nicht ausschließlich düster aus: Die größte Insel der Erde könnte vom Rohstoffabbau profitieren, der durch den Klimawandel erstmals in erreichbare Nähe rückt, und sich in naher Zukunft endlich besser selbst versorgen und eine tragfähigere Landwirtschaft entwickeln. Helfen soll dabei der extrem nährstoffhaltige Schlamm, der beim Abtauen der Gletscher freigelegt wird. Vielleicht könnte er sogar ausgelaugte Böden in Afrika oder Asien wieder regenerieren. Der international bekannte Wissenschaftler Minik Rosing beschäftigt sich mit diesem Projekt, mit dem er seiner Heimat Grönland eine Zukunft ermöglichen will. Denn die Perspektivlosigkeit vieler Grönländer ist ein großes Problem für das Land, das als überseeisches Gebiet Dänemarks gilt und – noch - am dänischen Sozial-Tropf hängt. Die Selbstmordrate ist außergewöhnlich hoch, die Zahl der Schulabbrecher einzigartig. Kim Godfredtsen, ehemaliger Extremsportler, will vor allem den Kindern der Inuit in Grönlands Hauptstadt Nuuk wieder Selbstvertrauen vermitteln – in ihre Stärke und in die Stärken der eigenen Kultur. Fernab der Zivilisation, in Thule im Nordwesten Grönlands, liegt eine US-amerikanische Militärbasis. Clas Oliver Richter und sein Team vom ARD-Studio Stockholm sind die ersten Deutschen, die dort den Alltag der Soldaten drehen dürfen. Grönland ist strategisch von größter Wichtigkeit in der Arktisregion. Die gigantischen Radaranlagen von Thule sind streng nach Osten ausgerichtet – nach Russland, das die Hoheitsrechte über 1,2 Millionen Quadratkilometer in der Arktis fordert, den Nordpol eingeschlossen. Damit würde sich Russland den Zugang zu fast 5 Milliarden Tonnen fossiler Rohstoffe verschaffen. Und auf der russischen Halbinsel Jamal im äußersten Norden Russlands liegt eine gigantische Gasförderungsanlage, für die der ungehinderte Zugang zur immer länger eisfreien Nordostpassage wirtschaftlich notwendig ist. Denn so gelangt das Gas auf dem kürzesten Weg zum zahlenden Abnehmer China. Und so bleibt Putin an der Macht – denn Gas und Öl sind für den russischen Staat überlebenswichtig.


Von Fake News bis zur Grande Nation – 263 Einreichungen für NDR Kultur Sachbuchpreis 2017     Die Gefahren des Internets, die Flüchtlingspolitik und Umweltfragen sind herausragende Themen der eingereichten Titel für den NDR Kultur Sachbuchpreis 2017. Insgesamt 263 Einsendungen gehen in diesem Jahr in den Wettbewerb um die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung. Große Beachtung im aktuellen Sachbuchjahrgang finden auch Neuerscheinungen rund um Russland und Frankreich – zwei Länder, die derzeit im Fokus stehen.   Über die Vergabe des NDR Kultur Sachbuchpreises entscheidet eine achtköpfige Jury unter Vorsitz von Joachim Knuth, NDR Programmdirektor Hörfunk. Aus einer Longlist, die im Oktober veröffentlicht wird, wählt die Jury zunächst die Kandidaten aus, die ins Finale gehen. Anfang November gibt die Jury den diesjährigen Gewinnertitel bekannt.   Am Mittwoch, 22. November, wird der NDR Kultur Sachbuchpreis zusammen mit dem Förderpreis der VolkswagenStiftung „Opus Primum“ im Herrenhäuser Schloss zu Hannover verliehen. NDR Kultur überträgt die Verleihung live ab 19.00 Uhr.   Neben Joachim Knuth gehören der diesjährigen Jury an: Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung; Dr. Franziska Augstein, Journalistin der Süddeutschen Zeitung; Hendrik Brandt, Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung; Dr. Johann Hinrich Claussen, Theologe und Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland; Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung, Hilal Sezgin, Schriftstellerin und Publizistin; Dr. Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrums.


Alan Gilbert ab 2019/20 neuer Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters

 

 

Alan Gilbert wird im Sommer 2019 neuer Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Er tritt diese Position in der Spielzeit 2019/20 an und folgt dann Thomas Hengelbrock an der Spitze des Residenzorchesters der Elbphilharmonie nach. NDR Intendant Lutz Marmor: „Alan Gilbert steht für höchste musikalische Qualität, gepaart mit großem Innovations- und Gestaltungswillen. Wir freuen uns über die Verpflichtung eines Dirigenten mit großem internationalem Renommee. Das NDR Elbphilharmonie Orchester kennt und schätzt Alan Gilbert aus der früheren Zusammenarbeit. Alan Gilbert und Elbphilharmonie – das passt!“

 

Alan Gilbert: „As I wrap up my time at the New York Philharmonic, very little would have tempted me to take on the challenge of a new position so soon. But the perfect confluence of circumstances seems to have come together with the Elbphilharmonie Orchestra. First of all, this is a group of musicians that I already know so well and love dearly. The musicians and I have shared a very special rapport and musical chemistry for many years. Furthermore, the environment surrounding the orchestra is uniquely exciting: The Elbphilharmonie is the perfect and already iconic physical space in which to play and present music, and the management team, headed by the future management team Achim Dobschall and Sonja Epping of the orchestra and Christoph Lieben-Seutter at the Elbphilharmonie, are the most inspired, ambitious, and forward-looking in the world of music. How rare it is to find a situation in which it is not only possible to imagine pushing the paradigm of orchestras in the 21st century forward, but one in which all constituent groups are demanding that this progress happens. I'm thrilled to have found such a place.” (*deutsche Übersetzung am Textende)

 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg: „Mit Alan Gilbert ist es dem NDR gelungen, nicht nur einen großartigen Dirigenten, sondern auch einen hervorragenden Kenner des NDR Elbphilharmonie Orchesters zu verpflichten. Alan Gilbert ist ein Gewinn für die Musikstadt. Ich bin mir sicher, dass er mithelfen wird, Hamburg und die Elbphilharmonie auch international weiter kulturell fest zu verankern.“

 

Joachim Knuth, NDR Programmdirektor Hörfunk: „Alan Gilbert ist ein genialer Musiker und akribischer Chefdirigent. In seiner erfolgreichen Zeit in New York hat er bewiesen, dass er sich bei allergrößter Konkurrenz mit seinen künstlerischen und programmatischen Impulsen und Ideen durchsetzen kann. Wir haben sehr darum geworben, dass sein Weg nach elf Jahren als Erster Gastdirigent jetzt dauerhafter nach Hamburg führt und freuen uns darüber, dass die Strecke Hamburg – New York für einen Künstler dieser Klasse auch umgekehrt befahrbar ist. Wir als Norddeutscher Rundfunk haben uns diese Besetzung gewünscht, weil sie Großes verspricht – für den NDR und für dieses Konzerthaus.“

 

Achim Dobschall, Manager des NDR Elbphilharmonie Orchesters: „Wie kaum ein anderer Dirigent unserer Zeit verfügt Alan Gilbert über ein Repertoire, das an Umfang und stilistischer Bandbreite seinesgleichen sucht. Er ist ein großartiger Interpret des sinfonischen Kernrepertoires, hat sich aber genau so durch herausragende Projekte innerhalb der Musik des 20. Jahrhunderts profiliert. Im Rahmen der künftigen Zusammenarbeit werden wir von seiner großen Erfahrung mit internationalen Spitzenorchestern enorm profitieren. Wir sind sehr stolz darauf, Alan Gilbert als Chefdirigent für unser Orchester gewonnen zu haben. Er war nicht nur unser Wunschkandidat, sondern auch der Wunschkandidat des Orchesters für die Nachfolge von Thomas Hengelbrock.“

 

Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant Elbphilharmonie und Laeiszhalle: „Mit Alan Gilbert als künftigem Chefdirigenten des NDR Elbphilharmonie Orchesters hat der NDR eine ausgezeichnete Wahl getroffen. In seiner Ära beim New York Philharmonic hat er spannende Programme konzipiert und viele tolle Projekte realisiert. Seine Visionen für ein Orchester des 21. Jahrhunderts passen hervorragend zur Elbphilharmonie und ich freue mich darauf mitzuerleben, wie das NDR Elbphilharmonie Orchester unter seiner Ägide das Profil des Hauses mitprägen wird.“

 

Der NDR hat mit Alan Gilbert, geboren 1967 in New York, einen Vertrag über eine Laufzeit von fünf Jahren vereinbart. Dem NDR Elbphilharmonie Orchester ist Gilbert seit langem eng verbunden: Von 2004 bis 2015 wirkte er dort als Erster Gastdirigent. Von 2009 bis Juni 2017 war er Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra. Mit einem breiten Repertoire vom Barock bis zur Gegenwartsmusik hat sich Gilbert einen Ruf als Interpret von Weltrang erarbeitet. Als Gast ist er bei international führenden Orchestern gefragt, darunter die Berliner Philharmoniker, das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, Gewandhausorchester Leipzig, Cleveland Orchestra, Boston Symphony oder London Symphony Orchestra.

 

Alan Gilbert ist außerdem der Begründer von „Musicians for Unity“ (https://www.musiciansforunity.org/). Diese Organisation, die von den Vereinten Nationen unterstützt und begleitet wird, vereint Musiker aus aller Welt. „Musicians for Unity“ tritt mit Konzerten ein für Frieden, Menschenrechte und Entwicklung. Mit der Kraft der Musik möchte „Musicians for Unity“ in schwierigen Zeiten Brücken bauen und einen Beitrag leisten zur Verständigung von Menschen und Völkern über alle Grenzen hinweg.

 

*

 

* Alan Gilbert (deutsche Übersetzung): „Gegen Ende meiner Amtszeit bei den New Yorker Philharmonikern gab es nur wenig, was mich gereizt hätte, schon so bald die Herausforderung einer neuen Chefposition anzunehmen. Aber beim NDR Elbphilharmonie Orchester passt alles perfekt zusammen. Zu allererst sind es die Musiker, die ich bereits gut kenne und sehr schätze. Mit ihnen verbindet mich seit Jahren eine enge Beziehung, die musikalische Chemie stimmt einfach. Darüber hinaus sind die Rahmenbedingungen des Ensembles einfach einzigartig: Die Elbphilharmonie ist der perfekte Konzertsaal und bereits jetzt eine Ikone. Und das künftige Management-Team mit Achim Dobschall und Sonja Epping für das Orchester und Christoph Lieben-Seutter für die Elbphilharmonie ist äußerst inspirierend, ambitioniert und zukunftsweisend. Wie selten findet man eine Situation vor, in der es nicht nur möglich ist, die Vision eines Orchesters im 21. Jahrhundert voranzutreiben, sondern in der auch alle Beteiligten gemeinsam diese Entwicklung wollen. Ich bin wirklich begeistert, diesen Platz gefunden zu haben.”

23. Juni 2017


 

NDR und chinesisches Fernsehen mit gemeinsamer Sendung zu G20

 



Eine Premiere im europäischen Fernsehen: Der Norddeutsche Rundfunk hat erstmals gemeinsam mit dem chinesischen Fernsehen eine Gesprächssendung zu politischen und wirtschaftlichen Themen aufgezeichnet. Die Sendung "Dialog zu G20" beleuchtet die Themen des bevorstehenden G20-Gipfels in Hamburg und die Frage, welche Bedeutung den deutsch-chinesischen Beziehungen unter den veränderten internationalen Rahmenbedingungen zukommt. Auf tagesschau.de ist die Sendung unter diesem Link zu sehen: http://www.tagesschau.de/inland/g20-china-103.html . Der Digitalkanal tagesschau24 zeigt den "Dialog zu G20" in der Länge von 60 Minuten noch einmal am Freitag, 23. Juni, um 19.00 Uhr. 

Entsprechend der Agenda der an G20 teilnehmenden Regierungen thematisiert die Sendung u.a. Perspektiven der Klimapolitik vor dem Hintergrund des Ausstiegs der USA aus dem Klimaabkommen von Paris. Auch die weiteren zentralen Gesprächsthemen des Gipfels - Globalisierung, Protektionismus, Finanzmarktregulierung und Entwicklungspolitik - sind Gegenstand der Sendung.

Andreas Cichowicz, NDR Chefredakteur Fernsehen, begrüßt als Ko-Moderator Yang Rui, der im chinesischen Auslandsfernsehen CGTN die Gesprächssendung "Dialogue" präsentiert, die der Sender seit Jahren täglich zeigt. Im gemeinsamen "Dialog zu G20" befragen die beiden Moderatoren abwechselnd die übrigen Teilnehmer der Sendung, die zur Hälfte von deutscher und chinesischer Seite ausgewählt worden waren. Auf Einladung des NDR dabei: Sebastian Heilmann, Leiter des Mercator Institute of China Studies in Berlin, und Gudrun Wacker, Stiftung Wissenschaft und Politik. Die Teilnehmer auf Vorschlag der chinesischen Seite: Han Chen, Co-Chef der europäisch-chinesischen Börse CEINEX in Frankfurt, und Charles Liu, Gründer des Investmentfonds Hao Capital mit Sitz in Peking.

Andreas Cichowicz: "Der direkte Dialog ist die beste Sendeform, um mehr zu erfahren über China." In der Gesprächsrunde seien unterschiedliche Positionen ohne Einschränkung formuliert werden. NDR und CGTN hatten zuvor eine schriftliche Vereinbarung geschlossen. Darin verpflichten sich die beiden Sender dazu, die Aufzeichnung im jeweiligen Land auszustrahlen - ungeschnitten und unzensiert. Eine weitere Sendung dieser Art ist vorgesehen für Spätherbst 2017.

20. Juni 2017

 


 

NDR mit sechs Produktionen beim Filmfest München

 



Das Filmfest München ist eines der größten Festivals seiner Art in Deutschland. In diesem Jahr haben in der bayerischen Hauptstadt sechs NDR Produktionen bzw. Koproduktionen Premiere. Fünf davon sind in der Reihe "Neues deutsches Fernsehen" zu sehen und stehen damit im Wettbewerb um den mit 25.000 Euro dotierten "Bernd Burgemeister Fernsehpreis", der dem Produzenten des besten Spielfilms verliehen wird.

Reihe "Neues deutsches Fernsehen":

Eine gute Mutter (NDR/ARD Degeto)
Freitag, 23. Juni, 16:30 Uhr, Rio 1
Mittwoch, 28. Juni, 15:00 Uhr, HFF AudimaxX

Die alleinerziehende Mona Doermer (Petra Schmidt-Schaller) reist mit ihren beiden Kindern an die Ostsee. Die psychisch labile Mutter bildet mit den für ihr Alter beunruhigend reifen Kindern ein seltsames Team, das vielen in dem Küstenort auffällt - auch der jungen Kommissarin Greta (Mina Tander). Als die kleine Marie auf mysteriöse Art verschwindet, setzt Greta alles daran, das vermisste Mädchen zu finden und hinter das düstere Geheimnis der rätselhaften Fremden zu kommen. In weiteren Rollen des von Claudia Garde nach einem Buch von Christian Jeltsch gedrehten Films spielen Juri Winkler, Lisa Marie Trense, Axel Milberg, Judy Winter, Lucas Prisor, Marek Harloff, Werner Wölbern und Jenny Elvers. Das Erste zeigt den Film im vierten Quartal 2017.

Götter in Weiß (NDR)
Freitag, 23. Juni, 18:00 Uhr, Gloria Palast
Sonntag, 25. Juni, 11:00 Uhr, Gasteig Carl-Amery-Saal
Donnerstag, 29. Juni, 10:00 Uhr, HFF Kino 1

Im Mittelpunkt des Medizinthrillers, den Regisseur Elmar Fischer nach einem Buch von Andrea Frischholz und Jörg Tensing gedreht hat, steht Dr. Anna Hellberg (Claudia Michelsen), Chirurgin an einer Klinik. Mit ihrem Mann Gunnar (Jan Messutat), Arzt am selben Krankenhaus, und Sohn Philipp (Oskar von Schönfels) lebt sie in einem Haus an der Mecklenburgischen Seenplatte. Als das zehnjährige Mädchen Leah (Hedda Erlebach) nach einer Routineoperation auf ein Antibiotikum allergisch reagiert, das Anna ihr gar nicht gegeben hatte, beginnt die Ärztin, den Versäumnissen im Krankenhausalltag nachzugehen. Hat sie zu lange die Nachlässigkeiten des Systems geduldet? Je mehr unangenehme Wahrheiten Anna aufdeckt, desto stärker wird sie isoliert und angefeindet. Allein in ihrer Vertrauten, der OP-Schwester Franziska (Anneke Kim Sarnau), findet sie Unterstützung. Der Film wird im vierten Quartal 2017 im Ersten zu sehen sein.

Die Freibadclique (SWR/ARD Degeto/MDR/NDR/SR)
Sonnabend, 24. Juni, 19:00 Uhr, Rio 1
Sonntag, 25. Juni, 17:30 Uhr, HFF AudimaxX

Der Film, den Friedemann Fromm frei nach einem Roman von Oliver Storz gedreht hat, führt in den Sommer 1944 nach Schwäbisch Hall. Trotz der Kriegspropaganda und dem verordneten Heldentum träumen die 16-jährigen Jungs der Freibadclique von Swing­Musik, Sex und Freiheit - und von Lore, der Luftwaffenhelferin vom Fliegerhorst. Doch Onkel (Jonathan Berlin), Knuffke (Theo Trebs), Bubu (Andreas Warmbronn), Zungenkuss (Joscha Eißen) und Hosenmacher (Laurenz Lerch) können dem Schrecken der Front genauso wenig entkommen wie ihre Altersgenossen. 

Der Sohn (NDR)
Montag, 26. Juni, 21:30 Uhr, Rio 1
Mittwoch, 28. Juni, 10:00 Uhr, HFF AudimaxX

Katharina und ihr 16-jähriger Sohn Stefan leben in einer Kleinstadt, in denen jeder jeden kennt. Stefan ist mit schwerem Asthma geboren worden. Ihre Sorge und Fürsorge haben das Aufwachsen des Kindes begleitet. Stefans aufkeimende Sexualität sucht sich in verstörender Weise ihren Weg: Auf nächtlichen Streifzügen durch die Stadt erschreckt er Frauen, begafft Prostituierte vor einem Bordell und beobachtet Liebespaare beim Sex. Als eine junge Frau tot aufgefunden wird, keimt in Katharina der Verdacht auf, Stefan könne der Täter sein. Urs Egger inszenierte den Film nach dem Buch von Dagmar Gabler und Peter Andersson mit Mina Tander, Nino Böhlau, Muriel Baumeister, Godehard Giese und Lena Dörrie in den Hauptrollen. Der Film wird im dritten Quartal 2017 im Ersten zu sehen sein.

Die Puppenspieler (Teil 1 + 2, ARD Degeto/BR/NDR
Freitag, 30. Juni, 18:00 Uhr, Gloria Palast
Sonnabend, 1. Juli, 15:00 Uhr, HFF AudimaxX

Deutschland, 1484, an der Schwelle zur Renaissance: Während Kunst und Wissenschaft große Fortschritte machen, sehen sich die Menschen im Zeitenwandel mit Kriegen und den Schrecken der Inquisition konfrontiert. Klosterschüler Richard (Samuel Schneider) muss zusehen, wie seine Mutter (Veronika Strapková) vom Großinquisitor (Philipp Moog) willkürlich der Hexerei beschuldigt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Durch den Augsburger Kaufmann Jakob Fugger (Herbert Knaup) wird Richard selbst vor der Verfolgung gerettet. Fugger bremst den Jungen in seinen Rachegedanken und lehrt ihn, wie man durch stille Diplomatie zum Erfolg kommt. Nach dem gleichnamigen Roman von Tanja Kinkel schrieben Kathrin Richter und Jürgen Schlagenhof das Drehbuch für die zwei Teile des Fernsehepos‘, "Aus dem Feuer" und "Ans Licht". Rainer Kaufmann führte Regie. Die beiden Teile werden im vierten Quartal 2017 im Ersten ausgestrahlt.

Reihe "Neue deutsche Serien"

Das Verschwinden (ARD Degeto/BR/NDR/SWR)
Montag, 26. Juni, 17:30 Uhr, HFF AudimaxX

In Forstenau, einer Kleinstadt nahe der tschechischen Grenze, verschwindet die 20-jährige Janine Grabowski (Elisa Schlott). Während vieles darauf hindeutet, dass sie klammheimlich der Provinz den Rücken kehren wollte, ist ihre Mutter Michelle (Julia Jentsch) überzeugt, dass Janine etwas zugestoßen sein muss. Die Vermisstenanzeige verschwindet allerdings schnell in den Akten der Polizei. Niemand mag an ein Verbrechen glauben, nicht hier. So ist Michelle gezwungen, sich auf eigene Faust auf die Suche zu machen. Hans-Christian Schmid führte Regie und schrieb gemeinsam mit Bernd Lange das Drehbuch. Weitere Darsteller sind Johanna Ingelfinger, Saskia Rosendahl, Mehmet Ateºçi, Nina Kunzendorf, Sebastian Blomberg, Caroline Ebner, Michael A. Grimm, Teresa Harder, Martin Feifel, Golo Euler u. v. a. Die Serie wird auf dem Filmfest München in 8x45 Minuten gezeigt; im Ersten wird sie im vierten Quartal in 4x90 Minuten ausgestrahlt.

19. Juni 2017 / IB

 


 

 

Thomas Hengelbrock nur noch bis Sommer 2019 Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters

 



Thomas Hengelbrock wird seinen Vertrag als Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters über die Saison 2018/19 hinaus nicht verlängern. Nach dann acht sehr erfolgreichen Jahren an der Spitze des Residenzorchesters der Elbphilharmonie möchte er wieder mehr Zeit haben, um sich intensiver anderen künstlerischen Herausforderungen widmen zu können. Er wird dem NDR jedoch auch nach 2019 weiterhin regelmäßig für spezielle Konzertprojekte zur Verfügung stehen.

Lutz Marmor, NDR Intendant: "Thomas Hengelbrock hat in seiner bisherigen Amtszeit mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester herausragende künstlerische Erfolge gefeiert und das Konzertleben in Hamburg und Norddeutschland mit kreativen Ideen und mitreißenden Interpretationen maßgeblich geprägt. Mit seinen 'Konzerten für Hamburg‘ hat er dafür gesorgt, die Elbphilharmonie schon in der Eröffnungsphase für möglichst viele Menschen erlebbar zu machen." 

Joachim Knuth, Programmdirektor Hörfunk des NDR: "Thomas Hengelbrock hat das NDR Elbphilharmonie Orchester künstlerisch mit großem Erfolg weiterentwickelt. Auch die erste Saison in der Elbphilharmonie hat gezeigt, zu welch exzellenten Leistungen das NDR Elbphilharmonie Orchester unter seiner Leitung im Stande ist. Insofern freuen wir uns auf die kommenden zwei Jahre mit ihm als Chefdirigenten und sind dankbar, dass er auch danach mit uns weitere Konzertprojekte realisieren wird." 

Thomas Hengelbrock hat den NDR bereits vor einigen Monaten über seine Zukunftspläne informiert. Der NDR wird seine Nachfolge in Kürze bekannt geben.

19. Juni 2017

 


 

NDR: Überlastung treibt Krankenpflegekräfte in die Leiharbeit

 



Immer mehr Krankenpfleger wechseln von ihrer Festanstellung in die Leiharbeit, weil sie sich als feste Kräfte überlastet fühlen. Das ergaben Recherchen von NDR 1 Niedersachsen und "Hallo Niedersachsen". Offenbar sind die Arbeitsbedingungen in den Kliniken mittlerweile so schlecht, dass viele Krankenpflegekräfte nur noch den Weg in die Leiharbeit sehen, weil sie sich so besser vor Mehrarbeit geschützt sehen. 

NDR 1 Niedersachsen und "Hallo Niedersachsen" berichten von einem Krankenpfleger, der seine unbefristete Festanstellung bei Niedersachsens größter Klinik, der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), aufgeben hat. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung in der Festanstellung arbeitet er nun als Krankenpfleger für eine Leiharbeitsfirma an gleicher Stelle. Als Pflege-Leiharbeiter muss er nun keine Nachtdienste mehr machen, arbeitet nur noch einmal im Monat am Wochenende und bekommt dafür in etwa das gleiche Gehalt wie als Festangestellter. 

Brigitte Horn von der Gewerkschaft ver.di in Hannover beobachtet diese Entwicklung bereits seit einigen Monaten. Sie spricht im Interview mit dem NDR sogar von einem Trend und einem neuen Phänomen in der Krankenpflege. 

Die Kliniken seien mittlerweile in der Pflege auf Leiharbeiter angewiesen, sagt Helge Engelke, Direktor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft. Wegen des Mangels an Pflegekräften müssten Klinikchefs Pflege-Leiharbeiter einsetzen, um die Rund-um-die-Uhr-Versorgung im Krankenhaus gewährleisten zu können, räumt der Verbandsdirektor ein. 

Diesen Trend bemerkt auch eine Leiharbeitsfirma, die Pflegekräfte ausleiht: Derzeit steige die Zahl der vermittelten medizinischen Fachkräfte jährlich um 15 Prozent, sagt Thomas Pietruschinski, Geschäftsführer von Pluss Personalmanagement in Hannover. 80 Prozent der Bewerber haben zuvor fest angestellt in einem Krankenhaus gearbeitet, so eine Disponentin der Firma. 
Den Recherchen von NDR 1 Niedersachsen und "Hallo Niedersachsen" zufolge ist die Pflegeleiharbeit in der MHH allerdings noch die Ausnahme. Bei 2137 festangestellten Krankenpflegekräften (inklusive Teilzeitkräften) hat die Klinik nach eigenen Angaben im Jahr 2015 gerade einmal 30 Leiharbeiter eingesetzt. Im vergangenen Jahr habe sich die Zahl allerdings bereits verdoppelt. Und in den ersten drei Monaten dieses Jahres waren es auch schon wieder 47, was auf einen weiteren Anstieg hindeutet. 

Auch offizielle Zahlen belegen die hohe Arbeitsbelastung als Grund für die Flucht in die Leiharbeit. Den Recherchen zufolge haben Niedersachsens Gewerbeaufsichtsämter im vergangenen und im laufenden Jahr bei Stichproben in 19 Krankenhäusern mehr als 150 Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz festgestellt. Das sind nur Fälle aufgrund von Kontrollen nach konkreten Hinweisen. Die Dunkelziffer sei wesentlich größer, vermuten Betriebsräte. 


18. Juni 2017 / RP

 


NDR Verwaltungsrat berät den Entwicklungsplan 2018, das Eckpunktepapier zum Tarifvertrag Altersversorgung, den Revisions- und Gleichstellungsbericht

 



Der jährliche Entwicklungsplan des NDR stellt die strategische mittelfristige Ausrichtung der Rundfunkanstalt auf allen Gebieten dar. Der Entwicklungsplan gibt Antworten auf die Handhabung technischer Veränderungen im digitalen Zeitalter und auf die künftige Erfüllung des öffentlichen Auftrags bei völlig verändertem Nutzungsverhalten im Fernsehen, Hörfunk und Internet. Die Umsetzung der durch das Bundesverfassungsgericht bescheinigten Entwicklungsgarantie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks steht dabei im Mittelpunkt.

"Verlässliche und glaubwürdige Informationen auf allen Verbreitungswegen, sachliche Unabhängigkeit und vertrauenswürdige Kompetenz für Medienkonsumenten aller Generationen müssen das selbstverständliche Markenzeichen eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sein. Die Orientierungs- und Vermittlungsfunktion des NDR ist angesichts von Fake News, Einfluss sozialer Netzwerke und von Social Bots getriebener Kampagnen noch nie so wichtig gewesen wie heute. Dies ist auch für die Zukunft sicherzustellen", so Dagmar Gräfin Kerssenbrock, Vorsitzende des NDR Verwaltungsrates.

In diesem Sinne hat der Verwaltungsrat auch seine Beratungen zum Unternehmensgegenstand Online aus der Mai-Sitzung fortgeführt. Auch wenn die Zeitungsverleger die Tagesschau-App in Frage stellen und auch wenn die Bundesländer den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu Strukturreformen drängen, müssen glaubwürdige Informationen als Grundlage der demokratischen Willensbildung im TV, Radio, Smartphone, PC oder sonstigen technischen Geräten angeboten werden.

Der Verwaltungsrat begrüßt ausdrücklich das Eckpunktepapier zur Altersversorgung und hofft auf einen Tarifvertrag für die ARD Ende Juli 2017.

Der Verwaltungsrat hat den Revisionsbericht 2016 entgegengenommen und unterstreicht die Bedeutung der sorgfältigen Arbeit der Revision für den NDR. Teil des Revisionsberichtes sind unter anderem auch die stattgefundenen Prüfungen der Landesrechnungshöfe. Der LRH Hamburg hat 2016 "Tatort"-Produktionen des NDR geprüft und nach seinen Maßstäben Budgetüberschreitungen festgestellt. Der Verwaltungsrat weist darauf hin, dass der Rundfunkbeitrag die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sicherstellen soll, indem finanzielle Aspekte von Programmerfolgen entkoppelt werden. Kritik und Empfehlungen des LRH Hamburg stehen im Widerspruch zum Rundfunkstaatsvertrag und werden vom Verwaltungsrat zurückgewiesen.

Ebenfalls zur Kenntnis genommen hat der Verwaltungsrat den Gleichstellungsbericht und die beschriebenen positiven Entwicklungen begrüßt. Es gibt einen ausgeglichenen Frauenanteil bei festen und freien Mitarbeiter. Der Anteil der Frauen in Leitungspositionen hat sich weiter erhöht, das gilt auch für Bereiche, die bisher - z.B. in der Produktion - eher männerdominiert waren. Der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gilt im NDR ein besonderes Augenmerk.

16. Juni 2017


 

 

Überwältigende Resonanz: fast 500 Anmeldungen zum NDR Projekt "Hörspiel in der Schule" 

 

 

Für die neue Runde des Unterrichtsprojekts "Hörspiel in der Schule" haben sich beim NDR Hörfunk 477 Schulen aus ganz Norddeutschland beworben. Joachim Knuth, NDR Programmdirektor Hörfunk: "Das große Interesse der Lehrerinnen und Lehrer in Norddeutschland am 'Hörspiel in der Schule‘ freut mich sehr. Die Resonanz auf unser Angebot - rund 1600 Anmeldungen seit dem Jahr 2013 - macht deutlich, dass die Auseinandersetzung mit dem Genre Hörspiel und die Verbindung von Radiophonem mit Literarischem einen wichtigen Baustein im Lehrplan darstellt. Kinder und Jugendliche lernen in unserem Unterrichtsprojekt, das wir gemeinsam mit den Lehrkräften realisieren, wie aus Text, Stimmen, Musik und Geräuschen eine ganz besondere Kunstform des Radios entsteht."

Am "Hörspiel in der Schule" können in dieser Runde, der insgesamt dritten, 50 Schulen aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern teilnehmen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von NDR Info, N-JOY und NDR Kultur kommen zusammen mit NDR Hörfunkproducern in die Schulklassen und gestalten gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern die Unterrichtseinheiten.

Das Los hat entschieden, welche Schulen dabei sind. Alle Lehrerinnen und Lehrer, die sich beworben haben, erfahren in wenigen Tagen, ob sie in ihrer Klasse im Schuljahr 2017/18 Besuch vom NDR bekommen.

16. Juni 2017 / IB