197. Heimatabend-Rundbrief und offener Brief an den VfL Osnabrück (Verein und Firma GmbH & Co. KGaA

Liebe Freundinnen und Freunde des Heimatabends, liebe VfL-Gemeinde, werter Ausschuss, endlich gibt es Grund zur rechten Freude, denn nicht überall regieren Chaos und Verderben. „Tief durchatmen“ also lautet die Parole, zumal der Wahlausschuss (WA) des VfL Osnabrück meine Bewerbung zur Kandidatur als Vereinspräsident abgelehnt hat. Ein WA übrigens, dessen Vorsitzender Rechtsanwalt Ralf Wöstmann (seines Zeichens Vorsitzender der VfL-Tischtennisabteilung, einer Abteilung also, die vor nicht einmal 50 Jahren bundesweit für Furore gesorgt hatte) vor acht Jahren die recht bizarre und innovative Idee hatte, den Rechtsanwalt "Dr. Eberhard Frohnecke" (Zitat Wöstmann) für das Amt des Vizepräsidenten vorzuschlagen.* VfL-Kumpels nennen jenen Anwalt auch "Ebbie" -, der sich auf seiner Facebook-Seite als überzeugter AfD-Anhänger darstellt, als Fan der rechtsradikalen "Identitären Bewegung", als steter Mahner vor der "Verschwulung Deutschlands", als Warner vor dem Aussterben der deutschen Rasse sowie als Alter Herr der schlagenden Verbindung "Arkadia Mittweida", die bereits 1999 mit dem Absingen des "Horst-Wessel-Liedes" deutschlandweit Schlagzeilen machte. Ein solcher WA (Wahlausschuss), der einen solchen A (Anwalt) zu ihrem Vorsitzenden gewählt hat, der den besagten anderen A zum Vizepräsidenten vorgeschlagen hat, tut wirklich gut daran, mich als Kandidat für das Präsidentenamt abzulehnen. Eine derartige Empfehlung aus einem solch erlauchten Kreis hätte ich nämlich wahrhaftig vor niemandem rechtfertigen können: weder vor meinen Freunden, noch vor der CDU, SPD oder FDP, den Grünen oder Linken, dem Kleingartenverein „Fortschritt und Schönheit“, dem Freundeskreis „Der Neumarkt muss Neumarkt bleiben“ und schon gar nicht vor meiner partei- und pietätlosen Tochter, denn dieser WA geht auf der verzweifelten Suche nach moralischen Werten einer orientierungslosen VfL-Gemeinde zielstrebig voran, wobei ich mich dabei offenbar verlaufen haben muss. Es mag auch daran gelegen haben, dass ich diesen WA aus völlig abwegigen, tief in mir verwurzelten demokratischen Erwägungen heraus instinktiv abgelehnt habe, zumal der Vorsitzende mit seiner Ping-Pong-Diplomatie verständlicherweise nicht bereit war, sich zu den Vorfällen vor acht Jahren zu äußern, und ich meinerseits auch noch so rücksichtslos war, ihm diese Chance gleich mehrmals einzuräumen. Wer mit zwei Jahren auf dem Schoß seines Vaters auf der VfL-Trainerbank saß, wer in sämtlichen Jugendmannschaften des VfL gespielt hat, wer Udo Lattek als Trainer hatte, wer in einer Familie aufwuchs, in dem Spieler und Offizielle des VfL über 35 Jahre lang täglich ein- und ausgingen, der hat in dieser Firma, die mal ein Verein war, einfach nichts zu suchen. Das muss man verstehen. Wer dann noch auf seinen über 30 VfL-Heimatabenden stets für Transparenz und Offenheit einstand, wer in den letzten Jahren zwei VfL-Bücher, eine VfL-CD mit über 300 Osnabrücker Musikerinnen und Musikern veröffentlicht hat und als Präsident dafür gesorgt hätte, dass der Restverein wieder die Firma kontrolliert und nicht umgekehrt, der ist einfach untragbar für die existierenden Gremien und Interessen derjenigen, die beim VfL viel Geld verdienen oder sich in ihrer Eitelkeit gekränkt fühlen. So verrückte und völlig abwegige Ideen wie zum Beispiel: Demokratie und Transparenz in einem Verein einzuführen, der längst ein städtischer Betrieb ist. Jeden Klüngel abzuschaffen und externe Fachkompetenz im sportlichen und wirtschaftlichen Bereich einzuholen. Hüggelmeyer unter allen Umständen zurückzukaufen, um ein Vereinsheim zu haben. Osnabrück-Pass-Inhabern bei freier Kapazität generell freien Eintritt zu gewähren. Für alle Zeiten kostenlos für "terre des hommes" auf den Trikots zu werben. Solche Maßnahmen würden dem VfL landesweit derart viele Sympathien einbringen, dass man um den Ruf des VfL fürchten müsste und Rechtspopulisten verschreckt werden könnten. Das will doch wirklich niemand, oder? Gar nicht davon zu reden, dass ich die völlig absurde Idee habe, beim VfL wieder Fußball spielen zu lassen, und zwar auf allen Ebenen. Eine dritte und vierte und was-weiß-ich-nicht-wievielte Mannschaft und eine Frauenfußball-Abteilung gehören zum VfL wie die Luft zum Atmen, wenn Verein und Vereinsheim mit Leben gefüllt werden sollen. Ein solcher Präsident wie ich, der womöglich ausschließlich im Sinne der Mitglieder handeln könnte, würde doch nicht einmal davor zurückschrecken, den VIP-Bereich zum VUP-Bereich zu erklären oder gar die Osnabrücker Tafel mit dem Catering zu beauftragen. Derart reale Spinnereien haben beim VfL nun wirklich nichts zu suchen und stören nur beim unaufhaltsamen Prozess, Firma und Verein sehenden Auges vor die Wand zu fahren. Ach, und noch etwas: Zu meinem Erstaunen saßen dort neben dem Vorsitzenden der große Bewahrer der Fankultur und Mitbewerber Uwe Brunn sowie der Finanz- und Beschwichtigungsjongleur Jürgen Wehlend. Zwei Menschen also, die für den erfolgreichen Kurs des VfL der letzten Wochen, Monate und Jahre verantwortlich zeichnen. Der eine, Uwe Brunn, ist übrigens ein Mitkonkurrent um ein Amt im Präsidium, dem ich meine präsidialen Ideen also hätte preisgeben müssen, für den anderen wäre ich als Vereinspräsident über den Beirat weisungsbefugt gewesen. Kurz: der Geschäftsführer befindet selbst darüber, wer sein zukünftiger Chef ist, und ein Mitkonkurrent hört sich im Vorhinein die Ideen seiner Konkurrenten an. Ach, egal ... wer meint, da gehe etwas nicht mit rechten Dingen zu und erinnere gar an Gesinnungsschnüffelei wie einst in der DDR, der irrt gewaltig, denn beim VfL geht sogar alles mit extrem rechten Dingen zu. Zu den anderen Mitgliedern im WA sage ich lieber nichts, immerhin ist es ihnen gelungen, den A zum Vorsitzenden des WA zu wählen, das muss man auch erst einmal hinkriegen, aber man nennt so etwas ja nicht zufällig Ausschuss. Nun, ich habe den Vietnamkrieg, Mao, Roy Black, Kim Il Sung, den Mauerfall, die Honeckers, den Neckermann Versand, unzählige Päpste, Fidel Castro und sogar DOS 2.0, Windows 3.11 sowie die ZDF-Hitparade und eine dicke Stasi-Akte überlebt, so dass ich eigentlich vor sämtlichen Naturkatastrophen gefeit sein müsste, aber diese erschütternde von Humanismus und philosophischem Tiefgang geprägte Fachkompetenz des WA hat einem notorischen Nörgler und Kleingeist wie mir endlich seine intellektuellen Grenzen aufgezeigt, deren Existenz mir vorher gar nicht bewusst war. Zwar wäre ich nach Uli Hoeneß der zweite Präsident in Deutschland gewesen, der einst von Udo Lattek trainiert wurde, doch hätte ich es lieber mit Groucho Marx halten sollen, niemals einem Verein beizutreten, der mich aufnimmt. Kalla Wefel Ps Rechtliche Schritte gegen das Vorgehen des WA werden überprüft und eingeleitet, denn wer gegen den Willen des großen Vorsitzenden Wöstmann und seinen WA kandidieren will, kann kein schlechter Mensch sein. Ps2 Jeder Mensch hat das Recht, ein Arschloch zu sein. Ps3 *Wie ist es überhaupt zu meinem zweiten Vereinsbeitritt nach 1969 gekommen, als ich noch in der VfL A-Jugend gespielt hatte? Kurze Rückblende: Vor ziemlich genau acht Jahren rief mich der damalige Präsident des VfL an, es gab daraufhin hektische Sitzungen mit der Vereinsführung, in denen es darum ging, wie man Frohneckes Kandidatur verhindern könne. Ich wurde gebeten, Material zu sammeln und eine Gegenrede zu seiner Kandidatur zu halten, weil man das als Funktionsträger in der Form selbst nicht könne. Zwei Wochen später nahm mich der damalige OB Boris Pistorius fünf Minuten vor Beginn der Jahreshauptversammlung in der Stadthalle beiseite und sagte: "Der zieht seine Kandidatur zurück, aber nur, wenn du deine Rede nicht mehr hältst." Dabei hatte ich erst einige Minuten zuvor von Ralf Heskamp einen Mitgliedsausweis überreicht bekommen, um mich überhaupt zu Wort melden zu können. Als ich wenige Monate später feststellte, dass Dr. Eberhard Frohnecke mittlerweile anwaltlich für den VfL tätig war, hätte ich eigentlich längst verstehen müssen, dass ich weder zur Politik noch zur Vereinsmeierei tauge. Anhang: Chronologie einer Absage 2. Mail zur Einladung, dieses Mal mit Wunsch nach einem Führungszeugnis Am 06.10.2017 um 19:53 schrieb Ralf Wöstmann: Hallo Kalla, ich hatte von Dir bis dato nichts gehört, daher meine Nachfrage. Komme bitte am 11.10.2017 um 20:30 Uhr in den Treffpunkt Nord im Stadion (Nordtribüne). Bitte beantrage auch noch ein Führungszeugnis, das Du aber nachreichen kannst. Mit freundlichen Grüßen Ralf Wöstmann Mein Antwort auf diese Mail: Von: Kalla Wefel [mailto:kallawefel@gmail.com] Gesendet: Samstag, 7. Oktober 2017 01:41 An: Ralf Wöstmann; Wehlend, Jürgen; benjamin.wischmeyer@gmx.de Betreff: Bedenken bezüglich der Integrität und rechtlichen Legitimation des Wahlausschusses Werte Mitglieder des Wahlausschusses (mir sind nicht alle Mailadressen bekannt), da ich erst vor einer Woche wegen der Betreuung einer Gruppe hochbegabter jugendlicher Krimineller ein erweitertes Führungszeugnis benötigte, weiß ich, dass ich zur Online-Vorlage beim „Bundesamt für Justiz“ ein schriftliches Dokument des VfL benötige, in dem dieser seine Bitte an mich um ein polizeiliches Führungszeugnis ausdrückt und begründet. Im logischen Umkehrschluss verlange ich natürlich auch, dass mir nun sämtliche Mitglieder des Wahlausschusses ein solches Führungszeugnis am Dienstag (Irrtum meinerseits, denn es war der Mittwoch) präsentieren. Man weiß ja nie, mit wem man es zu tun hat. Oder vielleicht doch? Welche Heldentaten qualifizieren zum Beispiel Ralf Wöstmann zum Vorsitzenden des Wahlausschusses? Ist es womöglich der Umstand, dass er 2009 den - freundlich formuliert - durch rechtspopulistische Beiträge berühmt-berüchtigten Rechtsanwalt Frohnecke, der immer wieder seine Facebook-Beiträge zu rechtsradikalen und neofaschistischen Seiten wie der „Identitären Bewegung“ verlinkt, zum Vizepräsidenten des VfL vorgeschlagen hat? Schon damals war Frohnecke als Freund der ultrarechten Gesinnung bundesweit bekannt, auch seine schlagende Verbindung Arkadia-Mittweida machte bereits 1999 durch das Absingen des Horst-Wessel-Liedes bundesweit auf sich aufmerksam. Wie lässt sich nun die moralische Integrität eines solchen WA-Vorsitzenden vor der Mitgliederversammlung erklären? Allein durch ein Führungszeugnis oder womöglich den Umstand, dass er mich einst auf der Mitgliederversammlung 2013 in Wallenhorst öffentlich beschimpft hat? Sicherlich unwiderlegbare Argumente. Und wie lässt sich das alles generell mit einem integren Wahlausschuss vereinbaren? Wieso ist ein RA Frohnecke, der auch als VfL-Förderer in der Öffentlichkeit auftritt, für den Verein immer noch tätig, tragbar oder auch nur zu ertragen? Ich werde am Dienstag (Mittwoch), erscheinen, weise aber darauf hin, dass ich von der gesamten Sitzung eine Tonaufzeichnung machen werde, da aus meiner Sicht das derzeit vorgesehene Wahlprozedere nicht nur gegen die Grundsätze des Vereins und die Satzung des Vereins verstoßen, sondern im Übrigen undemokratisch und rechtswidrig sind. Insofern behalte ich mir ausdrücklich vor, eine etwaig negative Entscheidung entsprechend gerichtlich überprüfen zu lassen. Neben diesen Zweifeln an der Integrität des Wahlausschusses finden sich im Anhang rechtliche Zweifel an der Legitimation des Wahlausschusses. Kalla Wefel Absage vom großen Vorsitzenden: Am 13. Oktober 2017 um 00:28 schrieb Ralf Wöstmann : Hallo Kalla, im Namen des Wahlausschusses teile ich Dir aufgrund Deiner Bewerbung und dem Termin vom letzten Mittwoch mit, dass der Wahlausschuss Dich bei der JHV am 26.11.2017 den Mitgliedern nicht für das Amt des Präsidenten des VfL Osnabrück vorschlagen wird. Mit sportlichen Grüßen Ralf Wöstmann -Vorsitzender Wahlausschuss-


                                          196. Heimatabend-Rundbrief

 

                               Liebe Freundinnen & Freunde des Heimatabends

08.10.2017 - 19.00 Lagerhalle – Foyer oder Spitzboden Landtagswahl 2017 Osnabrücker Direktkandidatinnen und -kandidaten der Parteien stellen sich den Fragen des Heimatabend-Publikums Die Niedersachsenwahl scheint, nach den neuesten Umfragen zu urteilen, auf den letzten Metern doch noch sehr spannend zu werden. Osnabrücker Direktkandidatinnen und -kandidaten aller Parteien für den niedersächsischen Landtag stellen sich den konkreten Fragen des Publikums und der Moderatoren. Notwendig wurde diese vorgezogene Wahl bekanntermaßen durch den Übertritt der Ex-Grünen Elke Twesten zur CDU, was sicherlich auch ein Thema sein wird. An diesem Abend geht es aber in erster Linie um landespolitische Themen wie Bildung, innere Sicherheit oder Flüchtlingspolitik und auch darum, die Direktkandidaten einfach mal genauer kennenzulernen, um herauszufinden, wer von ihnen Osnabrück in Hannover mit welchen politischen Schwerpunktthemen vertreten will. Ebenso spannend wird es schon aus aktuellem Anlass sein, wer wie zu welcher Koalitionsmöglichkeit steht. Moderiert wird der Abend von Heike Drogies und Gastgeber Kalla Wefel. Gästeliste in der Reihenfolge auf dem Wahlzettel: Burkhard Jasper (CDU) zugesagt Frank Henning (SPD) zugesagt Volker Bajus (Die Grünen) zugesagt Moritz Gallenkamp (FDP) zugesagt Heidi Reichinnek (Die Linke) zugesagt Moderation: Heike Drogies & Kalla Wefel