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Neue Anlage für Erdmännchen im Zoo Osnabrück eröffnet Mehr Platz zum Graben für die beliebten Raubtiere Der Zoo Osnabrück hat die Corona-Zeit genutzt, um die Modernisierung des Zoos weiter voran zu treiben. In der afrikanischen Tierwelt „Takamanda“ ist in den letzten Monaten eine neue Anlage für die Erdmännchen entstanden. Finanziell geholfen haben dabei die Bäder der Stadtwerke Osnabrück und der Förderverein Osnabrücker Zoo e.V. sowie eine Erbschaft. Bisher beobachteten die Osnabrücker Erdmännchen die Besucher von ihrem künstlichen Termitenhügel neben dem „Südamerikahaus“ aus und hielten dort Ausschau nach möglichen Feinden. Nun ist das Ende der 90er Jahre erbaute Gehege jedoch leer und die Erdmännchen sind in die afrikanische Tierwelt „Takamanda“ umgezogen. „Von ihrem neuen Beobachtungspunkt können sie unseren Besuchern beim Essen zusehen“, scherzt Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück e.V., bei der Eröffnung der neuen Anlage, welche direkt neben dem Kinderspielplatz „Makatanda“ und seiner angeschlossenen Gastronomie liegt. Finanziert wurde der Bau des rund 120.000 Euro teuren Geheges durch Spenden von den Bädern der Stadtwerke Osnabrück (10.000 Euro) und des Fördervereins Osnabrücker Zoo e.V. (30.000 Euro) sowie durch eine Erbschaft. „Für die Unterstützung möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Ohne diese Hilfen wäre auch ein vermeintlich kleines Projekt, wie die Erdmännchenanlage kaum zu finanzieren.“ sagt Brickwedde, der betont, dass die Anlage allerdings nur im Vergleich zur aktuellen Großbaustelle der „Wasserwelten“ klein wirke. 20 Meter Panoramascheibe Mit einer Fläche von rund 120 Quadratmetern ist die neue Außenanlage der Erdmännchen vier Mal so groß wie im alten Gehege. Auch der Innenbereich ist um das Dreifache gewachsen und modern ausgestattet. Beispielsweise gibt es dort eine Fußbodenheizung, die es den Tieren auch im Winter angenehm warm macht. „Es ist wunderbar zu sehen, wie aus unserer Spende eine so schöne Anlage entstanden ist. Aufgrund von Corona waren unsere Bäder mehrere Monate geschlossen. Eine Zeit, in der wir – wie so viele Partner in der Freizeitbranche – keine Einnahmen generieren konnten“, sagt Wolfgang Hermle, Stadtwerke Bäderchef. „Als langjähriger Kooperationspartner möchten wir dem Zoo ein wenig unter die Arme greifen – schließlich sind die Stadtwerke ja auch Hauptpartner des Zoos.“ Die Bäder der Stadtwerke Osnabrück hatten aus technischen Gründen im vergangenen Jahr die bundesweite Mehrwertsteuersenkung von 7 auf 5 Prozent nicht direkt an ihre Kunden weitergegeben. „Nun sieht man direkt wofür ein Teil dieses Erlöses ausgegeben wurde und dass der Zoo das Geld in eine weitere Steigerung des Tierwohls investiert hat.“ Diana Coppenrath, Vorsitzende des Fördervereins Osnabrücker Zoo e.V., pflichtet ihm bei. „Ich bin besonders von der langen Panoramaglasscheibe angetan. So können auch Kinder die Erdmännchen direkt sehen und sogar Auge in Auge mit ihnen stehen.“ Der Förderverein besteht unabhängig vom Hauptverein der Zoogesellschaft Osnabrück e.V. und unterstützt jedes Jahr verschiedene Projekte im Zoo zur Steigerung des Tierwohls. Die gut 20 Meter lange Panoramascheibe eröffnet den Blick auf drei nach hinten ansteigende Terrassen, die mit Bruchsteinen abgestützt werden. Zoo hofft auf Erdmännchennachwuchs Tobias Klumpe, zoologische Leitung im Zoo Osnabrück, erklärt das Konzept hinter der Anlage. „Mit den Terrassen können wir die räumliche Tiefe optimal nutzen. Die Erdmännchen haben gleichzeitig unterschiedliche Bereiche und viel Platz zum Buddeln, denn das machen sie besonders gerne.“ Insgesamt wurden in der Anlage rund 100 Kubikmeter Erde verbaut. „Bei der Erde handelt es sich um ein Lehm-Sandgemisch, das sich für die Erdmännchen besonders gut zum Graben eignet. Um zu verhindern, dass sie sich versehentlich aus ihrer Anlage herausgraben, haben wir das gesamte Gelände mit einem Untergrabschutz gesichert“, erklärt Klumpe. Optisch erinnert die Anlage an eine afrikanische Savanne, mit nachgebildeten Termitenhügeln, viel Sand und vereinzelt angepflanzten Berberitzen. „Nach anfänglicher Zurückhaltung gefällt den Erdmännchen ihre neue Anlage inzwischen sehr gut. Sie haben Sonnen-und Schattenplätze und natürlich eine große Baumwurzel als Ausguck“, berichtet Wolfgang Festl, Tierpfleger Revierleiter in „Takamanda“. Zu Beginn hätten sich die drei Erdmännchen nicht nach draußen getraut, doch sobald eines der Tiere mutig vorangegangen war, erkundeten die sechs und sieben Jahre alten Männchen sowie das zweijährige Weibchen munter ihr neues Terrain, wie Festl berichtet. Ab sofort sind die Erdmännchen somit im äußersten Süden des Zoos zu finden, wo der Zoo nun auf baldigen Nachwuchs hofft. „Erdmännchen-Gruppen können eigentlich nur von innen heraus wachsen, also mit Nachwuchs. Sie mit Tieren aus anderen Zoos zu vergrößern, gilt als sehr schwer“, so Festl. Was mit der alten Anlage geschehen soll, wurde derweil noch nicht entschieden. Seit Anfang Juni sind im Zoo Osnabrück wieder alle Tierhäuser geöffnet. Eine Maskenpflicht gilt nur in ausgewählten Bereichen und vor dem Besuch muss eine formlose Reservierung unter www.zoo-osnabrueck.de getätigt werden. Bildunterschriften: ZooOS_Eröffnung Erdmännchenanlage_28062021A: Zur Einweihung der neuen Erdmännchenanlage gab es für die Unterstützer*innen Torte, für die Erdmännchen dann doch lieber Mehlwürmer. Die Osnabrücker Bäder der Stadtwerke Osnabrück, der Förderverein Osnabrücker Zoo e.V. sowie eine Erbschaft machten den großen Neubau möglich (v.l.n.r.: Carsten Hagemann, Handwerker im Zoo Osnabrück, Heiko Suhre, Architekt, Tobias Klumpe, zoologische Leitung im Zoo Osnabrück, Diana Coppenrath, Vorsitzende Förderverein Osnabrücker Zoo e.V., Wolfgang Hermle, Bäder-Chef der Stadtwerke Osnabrück, Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück e.V., Wolfgang Festl, Revierleiter „Takamanda“ im Zoo Osnabrück Bildquelle: Zoo Osnabrück (Lisa Simon). Zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung. Über den Zoo Osnabrück Der Zoo Osnabrück wurde 1935 als Arbeitsgemeinschaft Heimattiergarten von Osnabrücker Bürgern gegründet und bereits 1936 als Heimattiergarten eröffnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Heimattiergarten größtenteils zerstört, doch anschließend verfolgten die Osnabrücker weiterhin ihr Ziel, für die Stadt einen Zoo zu schaffen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Heimattiergarten zum Tiergarten und schließlich zum zoologischen Garten. Heute beherbergt der Zoo auf 23,5 Hektar 2.213 Tiere aus 291 Arten (Stand 31.12.2020). Neueste Erlebniswelten sind der Unterirdische Zoo (2009), die afrikanische Erlebniswelt „Takamanda“ (2010), die nordische Tierwelt „Kajanaland“ (2011) und der Affentempel „Angkor Wat“ (2012). Es folgten der Tigertempelgarten (2014) und der „Orang-Utan Dschungeltempel“ (2017) in diesem Bereich. Im Oktober 2018 neu hinzugekommen ist die nordamerikanische Tierwelt „Manitoba“ mit u.a. Hudson-Bay-Wölfen, Schwarzbären, Waldbisons, Stinktieren und Kanadischen Bibern. 2019 und 2020 wurden mit „Mapungbuwe“ die Nashornanlage und die Löwenanlage vergrößert und mit einem Höhenpfad für Besucher versehen. 2020 besuchten den Zoo Osnabrück 950.000 Besucher.Quelle: PM: Zoo OS 2021

Quelle:  PM:  Zoo Osnabrück  2021                                                                                              28.06.2021