Deutsche Bundesumweltstiftung Die DBU hat Ihren Sitz in Osnabrück mit  Kommunikations - Zentrum

Klimaaktivistin trifft DBU-Generalsekretär

Luisa Neubauer im Gespräch mit Alexander Bonde
Talk Neubauer Bonde © DBU
Zwei unterschiedliche Biografien, den Schutz von Klima und Umwelt als gemeinsames Ziel: Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Alexander Bonde, laden ein zum digitalen DBU-Talk „Vom Ende der Klimakrise“. 

Osnabrück. Zwei Persönlichkeiten, zwei unterschiedliche Wege, ein Ziel immer fest im Blick: den Schutz des Klimas. Aktivistin Luisa Neubauer trifft beim digitalen Talk „Vom Ende der Klimakrise“ auf Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die zu Europas größten Umweltstiftungen zählt. Der DBU-Talk am Donnerstag, 19. November, beginnt um 18 Uhr und wird voraussichtlich eine Stunde dauern. Anmeldungen sind noch möglich.

Wiedereintritt der USA in das Pariser Klimaschutzabkommen?

Die Debatte zwischen Klimaaktivistin und DBU-Generalsekretär kreist unter anderem um Fragen, ob man denn tatsächlich vom Ende der Klimakrise sprechen kann und wie fortgeschritten der Klimawandel schon ist. Und: Ganz aktuell dürfte auch der Ausgang der US-Präsidentenwahl mit Joe Biden als designiertem neuem Staatsoberhaupt zur Sprache kommen – verbunden mit der Frage, was das für die internationale Klimapolitik bedeutet, insbesondere mit Blick auf den von Biden angekündigten möglichen Wiedereintritt der USA in das Pariser Klimaschutzabkommen. Diese digitale Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der Ausstellung „Planet Gesundheit“, einem gemeinsamen Projekt von DBU und Umweltbundesamt.

Engagement bei der globalen Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“

Luisa Neubauer wurde in Deutschland bekannt durch ihr Engagement bei der Bewegung „Fridays for Future“, die sich weltweit für mehr Klimaschutz einsetzt. Gemeinsam mit Politökonom Alexander Repenning hat sie zum Thema jüngst ein Buch veröffentlicht und hält auch dabei der Politik den Spiegel vor. Als Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt agiert Alexander Bonde dagegen eher im Hintergrund – stets dem Ziel der Stiftung verpflichtet, fachlich und finanziell innovative Ideen, Projekte und Vorhaben besonders von mittelständischen Unternehmen, Start-Ups sowie Institutionen zu fördern, um mehr Klima-, Arten- und Ressourcenschutz zu erreichen. Beide vereint eine Motivation: Die Zukunft gestalten und die sich bietenden Chancen zu einem Wandel ergreifen.

Schutz der Artenvielfalt und der Generationengerechtigkeit

Beim digitalen Talk sprechen  Neubauer und Bonde über ihr unterschiedliches Engagement und diskutieren darüber, wie der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) verringert, wie Artenvielfalt aber auch Generationengerechtigkeit bewahrt werden können. Beim online-Talk sind auch Fragen aus dem Publikum möglich. Eine Anmeldung zum Talk ist unter diesem Link möglich: www.dbu.de/@DigitalNeubauer

Die Ausstellung „Planet Gesundheit“

In der Ausstellung „Planet Gesundheit“ erfahren Besucherinnen und Besucher, wie man ein gesundes Leben mit Umweltschutz kombinieren kann. Sie ist bis Ende April 2021 in der DBU zu sehen, coronabedingt aber vorerst bis Ende November nur virtuell zu besuchen. Weitere Informationen zur Ausstellung, dem virtuellen Rundgang, zum pädagogischen Programm und zu den folgenden Vortragsveranstaltungen finden sich unter www.planetgesundheit.org.                  QUELLE: PM: 2020


Chancen der Digitalisierung für eine nachhaltige Landwirtschaft

Deutsche Bundesstiftung Umwelt lädt ein zum Online-Salon
Traktor Symbolbild © Uschi Euler/piclease
Von einer nachhaltigeren Landwirtschaft wird abhängen, ob der Kampf gegen die Klimakrise gelingt. Ein neuer DBU-Online-Salon diskutiert die Frage, welche Rolle dabei die Digitalisierung spielen kann. Der Online-Salon ist der Auftakt einer neuen DBU-Reihe unter dem Titel „Digitalisierung und Landwirtschaft“.

Osnabrück. Umwelt und Landwirtschaft sind untrennbar verbunden: Wer Lösungen für mehr Umweltschutz sucht, kommt nicht umhin, zugleich über eine nachhaltige Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln nachzudenken. Dabei gewinnt die Komponente Digitalisierung an Bedeutung. Diese Zusammenhänge greift die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in einem aktuellen Online-Salon morgen, Mittwoch, ab 14 Uhr auf: Die Veranstaltung „Chancen der Digitalisierung für eine nachhaltige Landwirtschaft“ ist zugleich Auftakt der neuen DBU-Reihe unter dem Titel „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“.

Digitale Messverfahren für Düngung

Der Online-Salon stellt anhand von Vorträgen verschiedene seitens der DBU fachlich und finanziell geförderte Vorhaben im Bereich Landwirtschaft ebenso dar wie Firmen-Neugründungen auf diesem Feld. Bei den Start-Ups geht es unter anderem um Softwarelösungen für die Landwirtschaft und Messverfahren für Düngung und Pflanzenvitalität. Neben einem Einblick in die umweltpolitische Digitalagenda durch DBU-Kuratoriumsvorsitzende Rita Schwarzelühr-Sutter ist eine abschließende Diskussion zur Frage geplant, wie Digitalisierung eine nachhaltigere Landwirtschaft beflügeln kann. Auf dem Podium sitzen DBU-Generalsekretär Alexander Bonde, Hubertus Paetow, der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Prof. Dr. Engel Friederike Hessel, die Digitalisierungsbeauftragte des Bundesagrarministeriums, und Prof. Sonoko Bellingrath-Kimura vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF).

„Die Agrarwirtschaft der Zukunft spielt eine Schlüsselrolle“

„Die Agrarwirtschaft der Zukunft wird eine Schlüsselrolle dabei spielen, ob wir den Klimawandel stoppen und mehr Umwelt-, Tier- sowie Ressourcenschutz voranbringen können“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. „Die Art, wie wir Felder bewirtschaften und auf welche Weise Nahrungsmittel produziert und weiterverarbeitet werden, entscheidet mit darüber, ob ein grüner Wandel gelingt.“ Die Digitalisierung sei „ein wichtiges Werkzeug“, um beim Kampf gegen die Klimakrise mit einer nachhaltigeren Landwirtschaft einen Beitrag zu leisten. Bonde weiter: „Das geht natürlich nur zusammen mit den Bäuerinnen und Bauern besonders der Familienbetriebe, ist aber zugleich in deren eigenem Interesse. Denn die Landwirte spüren die Klimafolgen unmittelbar, wie die Dürren der vergangenen drei Jahre drastisch klargemacht haben.“

DBU fördert Projekte für eine zukunftsträchtige Landwirtschaft

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit Sitz in Osnabrück legt in ihrer Förderpolitik seit Langem einen besonderen Fokus auf Projekte für die Entwicklung einer zukunftsträchtigen Landwirtschaft. Zu den aktuellen Vorhaben, die auch während des morgigen Online-Salons vorgestellt werden, zählt zum Beispiel die von der DBU mit rund 75.000 Euro geförderte Naturschutz-App des ZALF. Sie hilft Landwirten bei der rechtssicheren Umsetzung und Dokumentation von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen. Oder das Projekt „Nubela“: die nichtchemische Unkrautbekämpfung mithilfe von Laserstrahlung, entwickelt vom Laser Zentrum Hannover, ebenfalls ein Thema beim DBU-Online-Salon. Und bei allen debattierten Chancen der Digitalisierung soll zugleich ein anderer Aspekt nicht zu kurz kommen: wo nämlich Risiken oder gar Gefahren einer digitalisierten Landwirtschaft lauern könnten.

Paradigmenwechsel auf EU-Ebene

Dass ein grüner Wandel ohne die Landwirtschaft nicht denkbar ist, zeigen die Bestrebungen auf höchsten politischen Ebenen, allen voran in der Europäischen Union (EU). Ende Mai dieses Jahres stellte die EU-Kommission ihre Strategien „Biodiversität 2030“ und „Farm to Fork“ („Vom Hof auf den Teller“) zeitgleich vor – und leitete damit einen Paradigmenwechsel ein: Umwelt- und Artenschutz auf der einen sowie Landwirtschaft auf der anderen Seite gehören demzufolge nach Einschätzung der EU zur selben Nachhaltigkeitsmedaille. Und genau darum geht es derzeit auch bei den laufenden Verhandlungen über die Gemeinsame Agrarpolitik in der kommenden siebenjährigen EU-Förderperiode ab 2021.

Eine aktuelle Studie von Forschern der Universität Oxford untermauert unterdessen, wie eminent wichtig eine Senkung des Treibhausgasausstoßes bei der weltweiten Erzeugung von Nahrungsmitteln für die Bewältigung der Klimakrise ist. Dazu DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Wir brauchen weltweit eine nachhaltigere Landwirtschaft und müssen zugleich der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen – ansonsten lässt sich angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung mit zunehmendem Wohlstand sowie mehr Fleisch- und Milchkonsum die Erderwärmung kaum aufhalten.“

Wer kurzfristig beim Online-Salon zu den Chancen der Digitalisierung für eine nachhaltigere Landwirtschaft dabei sein möchte, kann dies tun. Informationen und ein Link zur Anmeldung finden sich hier: https://www.dbu.de/550artikel38809_2440.html                                             QUELLE: PM: 2020


Mittelstand sieht Digitalisierung als Chance für mehr Nachhaltigkeit

„nachhaltig.digital Monitor 2020“: Laut Umfrage Potenzial bei Ressourcenschutz und Energieeinsparung
Ergebnisse Unternehmensumfrage © DBU
Drei Viertel der mittelständischen Unternehmen sehen Digitalisierung als Chance für mehr Nachhaltigkeit im eigenen Betrieb.
Ergebnisse Unternehmensumfrage © DBU
Zusammen mit den Kleinstunternehmen und kleinen Unternehmen sehen 55 Prozent der Befragten Digitalisierung als Chance.
Ergebnisse Unternehmensumfrage © DBU
Hohe bis sehr hohe Potenziale sehen die Befragten unter anderem beim effizienteren Einsatz von Ressourcen, bei transparenteren Lieferketten sowie beim geringeren Energieverbrauch.

Osnabrück. Drei Viertel der mittelständischen Unternehmen sehen Digitalisierung als Chance für mehr Nachhaltigkeit im eigenen Betrieb. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage bei kleinen und mittelständischen Unternehmen durch das Marketing-Research-Institut Produkt + Markt (Wallenhorst). Beauftragt wurde die Befragung von der Kompetenzplattform nachhaltig.digital, die bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU, Osnabrück) und dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für umweltbewusstes Management (B.A.U.M., Hamburg) angesiedelt ist.

Mit Blick auf die ab heute (Montag) im digitalen Format stattfindende viertägige „DIV 2020 und nachhaltig.digital Jahreskonferenz“ sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Digitalisierung kann durch innovative Werkzeuge zum Motor für mehr Nachhaltigkeit werden. Das gilt es zu fördern.“ Grünen Start-ups, also Firmenneugründungen, sowie kleinen und mittleren Unternehmen komme dabei eine Schlüsselrolle zu, weil sie sehr oft mit ausgefeilten digitalen Geschäftsmodellen zeigen, wie sich Digitalisierung für mehr Nachhaltigkeit einsetzen lässt. Auch nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) biete die Digitalisierung sehr viele Chancen beim Klima- und Ressourcenschutz. Doch ohne klare Rahmenbedingungen könne sie auch als „Brandbeschleuniger“ des steigenden Energie- und Ressourcenbedarfs sowie der Treibhausgasemissionen wirken. Diese Risiken gilt es nach Bondes Worten zu vermindern.

Digital-Gipfel der Bundesregierung

Mit Verweis auf den Digital-Gipfel der Bundesregierung, der Ende November mit dem Schwerpunkt „Digital nachhaltiger leben“ startet, stellt der DBU-Generalsekretär erste Ergebnisse aus der Unternehmensumfrage „nachhaltig.digital Monitor 2020“ vor. Demzufolge schätzen die meisten Befragten den Digitalisierungsgrad ihrer eigenen Firma als durchschnittlich (38 Prozent) ein. Als „hoch“ stufen 27 Prozent, als „sehr hoch“ 16 Prozent der befragten Betriebe den eigenen Digitalisierungsgrad ein. Drei Viertel der befragten Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern, also der klassische Mittelstand, sehen die Digitalisierung als Chance für mehr Nachhaltigkeit im eigenen Betrieb. Zusammen mit den Kleinstunternehmen (bis zu neun Mitarbeitern) und kleinen Unternehmen (10 bis 49 Angestellte) sind es 55 Prozent. „Neben besserem Zugang zu Wissen und schnelleren Prozessabläufen sieht die Mehrheit der Befragten hohe bis sehr hohe Potenziale beim effizienteren Einsatz von Ressourcen (72 Prozent), bei transparenteren Lieferketten (62) sowie beim geringeren Energieverbrauch (51)“, so Bonde.

Kompetenzplattform nachhaltig.digital bietet Lösungsansätze

Nach den Worten des DBU-Generalsekretärs legt die Umfrage zugleich offen, wo es noch Handlungsbedarf gibt: Etwa zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) gibt zum Beispiel an, dass es noch an Wissen, Praxisbeispielen (65) und Lösungsansätzen (65) mangelt, um die Digitalisierung für eine ökologischere Wirtschaftsweise zu nutzen. An diesem Defizit arbeitet die Kompetenzplattform „nachhaltig.digital“: Unternehmen können sich hier leicht vernetzen, sich in einer Sammlung „nachhaltig.digitaler Bausteine“ zu praktischen Lösungen informieren und über Good-Practice-Beispiele und Innovationen austauschen, zum Beispiel in den Bereichen digitale Kreislaufwirtschaft, 3D-Druck sowie der grünen Informationstechnologie („Green IT“). Während der viertägigen Jahreskonferenz gemeinsam mit der Digital-Gipfel-Initiative „Deutschland intelligent vernetzt“ (DIV) finden Vorträge, Praxisimpulse und Diskussionen im virtuellen Format statt. Das Motto für Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen und Unternehmen: „Intelligent vernetzte Städte und Regionen umsetzen – Nachhaltigkeit erreichen!“

Für die Umfrage „nachhaltig.digital Monitor 2020“ wurden vom 10. Juni bis 30. Juli dieses Jahres in kleinen und mittleren Unternehmen 500 Telefoninterviews mit Entscheidern im Bereich der Digitalisierung geführt. Eine Gesamtveröffentlichung der Ergebnisse erfolgt zum Ende des Jahres. Die Kompetenzplattform ist im Internet unter: https://nachhaltig.digital/ abrufbar        . OELLE: PM: 2020


Steinmeier: Andere große Menschheitsaufgaben nicht aus den Augen verlieren

Bundespräsident würdigt Deutschen Umweltpreis als „besonders wichtige Botschaft“
Bundespräsident Steinmeier © Bundespräsidialamt
Große Zukunftsaufgaben: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte in seinem Video-Grußwort beim Festakt zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ein Umdenken. Denn auch in der Corona-Krise mache der Klimawandel „keine Pause“.

Hannover/Osnabrück. Als „besonders wichtige Botschaft“, mitten in der Corona-Pandemie „andere große Menschheitsaufgaben“ nicht aus den Augen zu verlieren, hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gewürdigt. Die Auszeichnung in Höhe von 500.000 Euro zählt zu den höchstdotierten Umweltpreisen in Europa und ist heute zu gleichen Teilen an Klima-Ökonom Prof. Dr. Ottmar Edenhofer sowie an die Geschwister Annika und Hugo Sebastian Trappmann als Geschäftsführende der Blechwarenfabrik Limburg verliehen worden. Einen mit 10.000 Euro dotierten DBU-Ehrenpreis erhielt Insektenforscher Dr. Martin Sorg.

Beim Festakt zur Verleihung in Hannover sagte Steinmeier, der wegen einer Quarantäne ein Video-Grußwort schickte, die Corona-Pandemie habe gelehrt, dass Veränderung „nicht allein mit Verboten und Sanktionen“ gelinge. Vielmehr sei die Bereitschaft notwendig, Verantwortung nicht vollständig an Staat und Gesellschaft zu delegieren. „Es kommt auch auf den Einzelnen an“, so Steinmeier. Er erinnerte an „die großen Zukunftsaufgaben, die vor uns liegen“. Die Forderung des Bundespräsidenten: „Wir müssen nachdenken, wir müssen umdenken, manchmal sogar radikal umdenken: wie wir arbeiten, was wir produzieren, wie wir wirtschaften, wie wir uns fortbewegen und was wir essen.“ Das werde allen zwar „einiges abverlangen“, so Steinmeier. „Aber Sorge sollten wir nicht haben, wenn sich manches ändert. Sorge müssen wir haben, wenn sich nichts ändert!“

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde sagte, das „bemerkenswerte Grußwort des Bundespräsidenten“ sei für die Deutsche Bundesstiftung Umwelt Ansporn und Leitgedanke zugleich. Bonde: „Der Hinweis des Bundespräsidenten, trotz der widrigen Umstände im Moment die großen Zukunftsaufgaben nicht aus den Augen zu verlieren, ist nur allzu berechtigt. Er beflügelt die DBU in ihrem Bemühen, Lösungen für eine grüne Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern.“ Das sei auch ein Ziel des Deutschen Umweltpreises. „Die Stiftung wird nicht nachlassen, den notwendigen Wandel finanziell und fachlich zu begleiten – und dabei im Blick zu behalten, dass die Veränderungen verantwortlich und zugleich gerecht vonstattengehen, wie es auch Prof. Dr. Edenhofer immer wieder formuliert hat“, sagte der DBU-Generalsekretär.

Ein „mitunter auch gefürchteter“ Verhandler

Die Wege Edenhofers und Steinmeiers kreuzen sich nach dessen Worten „seit vielen Jahren“ und „nicht zum ersten Mal in Krisensituationen“. So habe Edenhofer nach der Krise auf den globalen Finanzmärkten „Orientierung gegeben, wie beim notwendigen wirtschaftlichen Wiederaufbau der Klimaschutz nicht unter die Räder kommt“. Der Klimawandel mit seinen ökonomischen und sozialen Folgen seien Edenhofers „Lebensthema“. Er berate den Papst ebenso wie Weltbank und Bundesregierung und sei ein international geschätzter, „mitunter auch gefürchteter“ Verhandler.

Eine „echte deutsche Industriegeschichte“ nannte Steinmeier die seit 150 Jahren bestehende Blechwarenfabrik Limburg, als deren Geschäftsführende Annika und deren Bruder Hugo Sebastian Trappmann mit dem Deutschen Umweltpreis der DBU gewürdigt wurden. Mit dem Neubau des Betriebs sei ein unternehmerisches Wagnis verbunden gewesen. „Aber Sie waren überzeugt, dass das Unternehmen nur dann zukunftsfähig ist, wenn es sich modernisiert und möglichst sparsam und intelligent mit Ressourcen und Energie umgeht“, so der Bundespräsident. Das Ergebnis sei beeindruckend: „Die jetzt größere Blechwarenfabrik verbraucht weniger Rohstoffe und stößt 2.600 Tonnen Kohlendioxid weniger aus als vor dem Umzug.“

Bundespräsident warnt vor „einem Rückfall in nationale Nabelschau“

„Herzblut“ und „Leidenschaft“ zeichnen laut Steinmeier den von der DBU mit einem Ehrenpreis geehrten Insektenforscher Dr. Martin Sorg aus. Ihm und dem Entomologischen Verein Krefeld sei zu verdanken, dass „wir heute viel genauer wissen, welch dramatische Folgen der Artenschwund im Reich der Insekten für unser Ökosystem hat, dass wir darüber als Gesellschaft diskutieren“. Steinmeier warnte schließlich vor „einem Rückfall in nationale Nabelschau“. Damit sei weder gegen die Pandemie noch gegen den Klimawandel der Kampf zu gewinnen. Beide Krisen könnten „alle treffen, aber sie treffen nicht alle gleich“. Die Menschen in ärmeren Ländern des Südens seien „ungleich härter“ betroffen. Der Bundespräsident: „Das bedeutet Verantwortung für die reicheren Länder des Nordens und ist Verpflichtung zu handeln.“


Testfeldsondierung am Stegskopf beginnt

 

DBU Naturerbe setzt sich für Wegefreigabe ein 
DBU-Naturerbefläche Stegskopf © Kerstin Heemann/DBU
Es geht los: Am 26. Oktober beginnen die Sondierungsarbeiten auf der DBU-Naturerbefläche Stegskopf. Das DBU Naturerbe möchte eine über neun Kilometer lange Route für Besucher öffnen.

Osnabrück. Schritt für Schritt für mehr Bewegungsfreiheit: Das DBU Naturerbe, die gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), hat sich mit den zuständigen Behörden geeinigt und eine Testfeldsondierung auf zwei Wegen mit insgesamt rund neun Kilometern am „Stegskopf“ beauftragt. Die Arbeiten für die DBU-Naturerbefläche auf der Westerwälder Basalthochfläche sollen am Montag, 26. Oktober, beginnen. 

Sondierung auf rund 30 Testfeldern

Der „Stegskopf“ ist aufgrund der 100-jährigen militärischen Nutzung der Fläche weitgehend unberührt von intensiver Landwirtschaft sowie Siedlungs- und Straßenbau geblieben. Durch langjährige Schafbeweidung hat sich eine Hute-Weidelandschaft mit alten Solitärbäumen erhalten. In den kommenden Wochen werden nun Mitarbeiter einer Fachfirma zwei Wege auf mögliche Kampfmittel untersuchen. Sollten keine Altlasten gefunden werden, wäre das ein erster wichtiger Schritt, damit Besucher die Natur nach der Freigabe über ein dreiseitiges Wegekreuz quer durch den ehemaligen Truppenübungsplatz erleben können. Das bundesweit zuständige Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL), ehemals Bundesleitstelle für Kampfmittelräumung, stimmte im Sommer einem neuen Konzept des DBU Naturerbe zur Sondierung der Wege zu. Auf rund 30 Testfeldern entlang der freizugebenden Routen werden die Experten mit Sonden die Strecke auf mögliche Militäraltlasten prüfen.

Bei der Westverbindung handelt es sich um eine geteerte Strecke, wo per Sonde allein die Wegränder jeweils eineinhalb Meter rechts und links bis in die Tiefe abgesucht werden. Bei nicht asphaltierten Streckenteilen auf der Nord-Süd-Verbindung untersuchen die Experten zusätzlich den Weg auf Kampfmittelreste.

Weitere Verkehrssicherung notwendig

„Im besten Fall finden die Experten keine gefährlichen Altlasten. Das wäre ein Riesenschritt, um die Freigabe der untersuchten Wege zu erreichen“, sagt der Generalsekretär der DBU und Geschäftsführer des DBU Naturerbe, Alexander Bonde. Das DBU Naturerbe als Flächeneigentümerin wird im Falle eines ungefährlichen Sondierungsergebnisses bei der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), einer zentralen Verwaltungsbehörde des Landes Rheinland-Pfalz mit Sitz in Trier, beantragen, dass die untersuchten Wege wieder betreten werden dürfen. „Dafür sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen“, sagt Marius Keite. Der Prokurist im DBU Naturerbe weiter: „Erste Bedingung ist natürlich, dass die untersuchten Bereiche frei von Kampfmitteln sind. Aber darüber hinaus sind mit Blick auf Altlasten und den Schutz der Natur Beschilderungen notwendig.“ Zudem müssten sensible Regionen abgesperrt werden.

Keite bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit ADD, NLBL, dem Landkreis Altenkirchen sowie mit dem Bundesforstbetrieb Rhein-Mosel, der die Fläche im Auftrag des DBU Naturerbes betreut. Die Räumung ehemals militärisch genutzter Flächen sei „kein einfaches Unterfangen“, so Keite. Vor allem auf Flächen mit wertvoller Natur, die nicht gestört werden solle. „Wir lassen uns gleichwohl nicht beirren und setzen Schritt für Schritt die notwendigen Maßnahmen um, einschließlich der erforderlichen Genehmigungen“, sagt der Prokurist. Ziel des DBU Naturerbe bleibe, „dass der Stegskopf bald nicht nur am Rand, sondern auch auf ausgewiesenen Wegen im Herzen der Fläche wieder erlebbar wird“.                                      QUELLE: PM: 2020


„Entkusseln“ für Kiebitz und Feldlerche

Freiwillige Naturschutzaktion auf DBU-Naturerbefläche - ehemals NATO-Flugplatz Hopsten-Dreierwalde
DBU-Naturerbefläche Hopsten © Irmgard Heicks/ANTL
Junge Weiden, Birken und Traubenkirschen entfernten 27 ehrenamtliche Helfer der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) am Samstag von der ehemaligen Landebahn auf der DBU-Naturerbefläche Hopsten. 
Ehemaliger Flugplatz Hopsten-Dreierwalde © Heinz Blome/ANTL
Die nördliche Hälfte des ehemaligen Flugplatzes Hopsten-Dreierwalde wurde 2016 Teil des Nationalen Naturerbes und ist seitdem gänzlich dem Naturschutz gewidmet. 
Umrisskarte Hopsten © Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Die DBU-Naturerbefläche Hopsten umfasst rund 196 Hektar.

Dreierwalde. Am Samstag sind engagierte Naturschützer jungen Gehölzen auf der entsiegelten ehemaligen Rollbahn der DBU-Naturerbefläche Hopsten auf dem früheren Flugplatz zu Leibe gerückt. Mit Astschere und Spaten „entkusselten“ sie das Grünland, um es für inzwischen sehr seltene Vogelarten wie Kiebitz, Feldlerche und Großen Brachvogel als Brut- und Raststätte zu erhalten.

Aktion erhält Lebensraum seltener Brutvögel

Nach der Brut- und Aufzuchtzeit geht es jetzt mit den Pflegemaßnahmen los – knapp vier Stunden entnahmen und schnitten 27 Naturschützer im Rahmen des freiwilligen Arbeitseinsatzes hunderte von aufwachsenden Gehölzen, die wieder auf dem Sandmagerrasen einwandern. Durch junge Weiden, Birken und die Spätblühende Traubenkirsche würde die offene Landschaft ohne gezielte Pflege zuwachsen und für die Vogelwelt des Offenlandes verloren gehen. „Wir danken der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land und allen freiwilligen Helfern herzlich für ihr tatkräftiges Engagement“, so Dr. Jörg Tillmann, stellvertretender Fachlicher Leiter im DBU Naturerbe, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Seit 2016 trägt sie die Verantwortung für die DBU-Naturerbefläche Hopsten. Tillmann lobt: „Die Freiwilligen leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des wertvollen Lebensraumes für die sehr seltenen Vogelarten der offenen Landschaft.“ Denn diese bodenbrütenden Arten benötigen schüttere, niedrige Vegetation, die sonst kaum mehr vorhanden ist. „Leider haben wir längst nicht alles geschafft, und es wird mindestens ein weiterer Arbeitseinsatz notwendig werden“, meint Heinz Blome, Organisator des Arbeitseinsatzes von der Arbeitsgemeinschaft.

Ehemaliger NATO-Flugplatz wird Nationales Naturerbe

Die nördliche Hälfte des ehemaligen Flugplatzes Hopsten-Dreierwalde wurde 2016 Teil des Nationalen Naturerbes und ist seitdem gänzlich dem Naturschutz gewidmet. Im gleichen Jahr setzten Bürgerwindpark und NRW-Straßenbau eine Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in die Natur auf der Fläche um: Die Start- und Landebahn wurde entsiegelt und zeitweise wasserführende Senken angelegt. Den dort entstandenen offenen Sandmagerrasen nutzen heute bedrohte Vogelarten wie Kiebitz, Feldlerche, Flussregenpfeifer und Großer Brachvogel als Brut- und Raststätte. Aufgrund der Altlasten ist das Gelände nicht öffentlich betretbar. 

 

 

 

 

QUELLE: PM: DBU: 2020

 

 

 


Kakao: lecker, aber auch fair und nachhaltig?

Universität Osnabrück erforscht Lieferketten und Konsumentscheidungen – DBU fördert
Frische Kakaofrucht © Prof. Dr. Martin Franz
Beim Ernten der frischen Kakaofrüchte wird meist wenig auf Umwelt und Gesundheit der Kleinbauern geachtet. Das soll sich mit Hilfe des Projektes ändern. 
Trocknung Kakaobohnen © Prof. Dr. Martin Franz
Mit den Kleinbauern, welche die Kakaobohnen nach der Ernte trocknen, soll durch das Projekt fairer umgegangen werden.
Projektleiter © Prof. Dr. Martin Franz
Die Universität Osnabrück forscht zu fairem Kakaoanbau. Leitung der Arbeitsgruppen (von links oben): Prof. Dr. A. Lenschow, C. Budde (Ludwig Weinrich GmbH), Prof. Dr. S. Engel, Prof. Dr. M. Franz, Dr. C. Felgentreff, Prof. Dr. K. Müller.

Osnabrück. „Viele Menschen achten beim Einkaufen zunehmend darauf, dass Lebensmittel fair und umweltfreundlich hergestellt werden. Um diesem Wunsch nachzukommen, wollen auch mittelständische Unternehmen ihre Liefernetzwerke nachhaltiger gestalten und die Verpackungen ihrer Waren so kennzeichnen, dass sie den Kunden beim Einkauf Orientierung geben können“, erläutert Dr. Susanne Wiese-Willmaring, Leiterin des Referats Lebensmittel bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). In einem Projekt will die Universität Osnabrück zusammen mit dem Schokoladenhersteller Ludwig Weinrich (Herford) am Beispiel von Kakao aus Ghana Wege entwickeln, um Kaufentscheidungen zugunsten von fair und umweltfreundlich produzierter Ware zu unterstützen. Das soll die Bedingungen der Kakaobauern verbessern sowie die Umwelt in den Anbauregionen schützen. Die DBU fördert das Vorhaben mit 450.000 Euro.

Komplexe Lieferketten

Die Globalisierung habe dazu geführt, so Wiese-Willmaring, dass die räumliche und kulturelle Distanz zwischen Konsumenten und dem Herstellungsort vieler Waren immer größer werde. Wie sich Entscheidungen der Verbraucher und das Einkaufsverhalten der Unternehmen sozial und ökologisch vor Ort auswirken, sei nur noch schwer nachzuvollziehen. „Das stellt besonders kleine und mittlere Unternehmen vor große Herausforderungen“, erklärt Prof. Dr. Martin Franz, Projektleiter vom Institut für Geographie der Universität Osnabrück. „Ihre Lieferketten lassen sich nur schwer strategisch koordinieren. Außerdem gelingt es nur selten, das bereits existierende Wissen über die Produktionsbedingungen an die Kunden zu vermitteln.“ Im Vorhaben will das Forschungsteam sichtbar machen, welche Auswirkungen die Einkaufsentscheidungen der Hersteller in den Anbauregionen haben. Gleichzeitig sollen Empfehlungen vor allem für mittelständische Unternehmen entwickelt werden, wie Nachhaltigkeitsinformationen wirksam entlang der Wertkette weitergegeben werden können.

Schäden an Umwelt und Gesundheit der Bauern

Die gegenwärtige Kakaoproduktion sei in den Anbau- und Verarbeitungsländern häufig gekennzeichnet durch Kinderarbeit, Ausbeuten von Kleinbauern sowie durch Entwaldung und den Verlust der biologischen Vielfalt. Durch unzureichenden Arbeitsschutz sei zudem oftmals die Gesundheit der Bauern gefährdet. Vor diesem Hintergrund will das Team untersuchen, mit welcher Art von Lieferketteninformationen Schokoladenhersteller dazu beitragen können, das Einkaufsverhalten der Kunden in eine nachhaltigere Richtung zu bewegen.

Vielfältige Experimente geplant

Um das herauszufinden, wollen sie Konsumenten befragen sowie Experimente im Labor und im Feld durchführen. Zudem sollen Virtual Reality-Technologien eingesetzt werden, um die soziale und räumliche Distanz zwischen den Konsumenten in Deutschland und den Produzenten in Ghana zu verringern. Das Projekt weise daher neben den umweltbezogenen Aspekten auch eine erhebliche soziale und wirtschaftliche Relevanz auf und unterstütze die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Projekt stößt auf Interesse der Schokoladenbranche

„Mit den Handlungsempfehlungen wollen die Wissenschaftler die nachhaltigere Produktion von Kakao stärken. Das verbessert nicht nur die Lebensbedingungen der Kakaobauern, sondern wird auch aktiv zum Schutz der Umwelt beitragen“, so Wiese-Willmaring. Bereits jetzt stoße das Projekt in der Schokoladenbranche auf großes Interesse. Es soll durch einen Projektbeirat begleitet werden, in dem verschiedene Akteure aus Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen vertreten sind.


Waldbrandgefahr im DBU-Naturerbe Ueckermünder Heide

DBU warnt: Jeder Zigarettenstummel kann ein Brandsatz sein
Kiefernforst auf der DBU-Naturerbefläche Ueckermünder Heide © Maximilian Marr/Bundesforst
Schon ein weggeworfener Zigarettenstummel kann ein Brandsatz sein: Der Kiefernforst auf der DBU-Naturerbefläche Ueckermünder Heide ist derzeit besonders brandgefährdet.
DBU-Naturerbefläche Ueckermünder Heide © DBU Naturerbe
Die DBU-Naturerbefläche Ueckermünder Heide umfasst rund 9.000 Hektar und gehört zu einem der größten geschlossenen Waldgebiete Mitteleuropas.

Ueckermünde. Die im Frühjahr ungewöhnlich hohen Temperaturen und der geringe Niederschlag führen auf der DBU-Naturerbefläche Ueckermünder Heide zu einer erhöhten Waldbrandgefahr. Auch die aktuellen Regenfälle können die Trockenheit des Bodens bis in tiefere Schichten nicht ausgleichen. Unachtsamer Umgang mit der Natur, wie das im Wald ohnehin verbotene Entfachen von Lagerfeuern oder das unachtsame Wegwerfen eines einzigen Zigarettenstummels, können dramatische Folgen nach sich ziehen. „Wer in der Natur zündelt, muss sich klar darüber sein, dass das die Ursache für einen verheerenden Waldbrand sein kann“, betont Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe. Deshalb bittet die gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) alle Besucher der Naturerbefläche, Brandursachen vorzubeugen und der Natur gegenüber respektvoll zu handeln.

Bedacht sein, Brandursachen vorbeugen

Auch heiß gelaufene Autos sollten nur auf ausgewiesenen, dafür vorbereiteten Parkplätzen und nicht auf trockenem Gras abgestellt werden, da dies ein Feuer entfachen könnte. „Gerade aufgrund der momentanen Trockenheit sind Bäume und Pflanzen noch stärker brandgefährdet“, sagt Koordinator Wolf Menzel vom Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz. „Besucher der Naturerbefläche müssen gerade jetzt darauf achten, was sie im Wald hinterlassen. Offenes Feuer und Rauchen sind tabu. Nur wer sich daran hält, kann Waldbrände verhindern“, betont Menzel. Sollten Besucher dennoch Rauch aufsteigen sehen, ist die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 unverzüglich zu alarmieren.


Ansprechpartner bei Fragen zur DBU-Naturerbefläche Ueckermünde Heide: Wolf Menzel, Tel. 0170|7928610


Schmetterlingen im DBU Naturerbe auf der Spur

Tagfalter-Monitoring des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung erstmals in Schutzgebieten
Brombeer-Zipfelfalter © Eckhard Scheibe
Ehrenamtliche Schmetterlingsexperten haben den Brombeer-Zipfelfalter – Schmetterling des Jahres 2020 – auf der DBU-Naturerbefläche Rüthnicker Heide entdeckt.
Spiegelfleck-Dickkopffalter © Eckhard Scheibe
Schmetterlingsexperten schwärmen aus: Erstmals zählen Ehrenamtliche in diesem Jahr Tagfalter wie etwa den Spiegelfleck-Dickkopffalter auf sieben DBU-Naturerbeflächen.

Osnabrück. Drei Brombeer-Zipfelfalter, fünf Rotklee-Bläulinge: Erstmals zählen Ehrenamtliche in diesem Jahr tagaktive Falter auf ausgewählten DBU-Naturerbeflächen. „Wir freuen uns, dass wir das Tagfalter-Monitoring auf sieben DBU-Naturerbeflächen unterstützen“, sagt Susanne Belting, Fachliche Leiterin der gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), dem DBU Naturerbe. Auch Elisabeth Kühn, Projektkoordinatorin des Tagfalter-Monitoring Deutschland vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) ist erfreut über die Zusammenarbeit: „Im Rahmen der Initiative sammeln Schmetterlingsexperten schon seit 2005 Daten zum Vorkommen der Tagfalter in Deutschland. Mit den Flächen des DBU Naturerbes ist dies erstmals in geschützten Landschaften möglich.“ Denn die Flächen sind als Teil des Nationalen Naturerbesdem Naturschutz gewidmet. Teilweise überschneiden sie sich mit Naturschutzgebieten und beherbergen europaweit geschützte Lebensräume wie seltene Heiden.

Freiwillige zählen erstmals in Schutzgebieten

„Nach einem Aufruf 2019 in dem Fachmagazin Oedippus haben wir für sieben DBU-Naturerbeflächen ehrenamtliche Zähler gefunden“, erklärt Lena Fitzner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im DBU Naturerbe. Erstmals schwärmen Schmetterlingsexperten aus, um auf den DBU-Naturerbeflächen Rüthnicker Heide in Brandenburg, Oranienbaumer Heide in Sachsen-Anhalt, Hartmansdorfer Forst in Sachsen sowie FrauenholzHainbergReiterswiesen und Tennenlohe in Bayern Tagfalter entlang der Wege zu zählen. Im ersten Schritt haben sie die sogenannten Transekte festgelegt: Genormte Strecken von etwa 500 Metern Länge, eingeteilt in Abschnitte von 50 Metern. Entlang dieser markierten Routen in der Natur erfolge die Zählung in regelmäßigen Zeitabschnitten bis in den September hinein. „Uns war es wichtig, dass wir die Transekte gemeinsam mit den ortskundigen Schmetterlingskennern auswählen. Mögliche Lieblingsplätze der Zähler sollten natürlich dabei sein – beispielsweise Orte, an denen sie schon besondere Falter entdeckt haben“, so Fitzner. Die Zählabschnitte beinhalten offene Landschaften wie Heiden und Wiesen, aber auch Säume und Übergangsbereiche zum Wald.

Zählen bei optimalem Wetter

Nicht zu windig und nicht zu kalt soll es bei der Aufnahme der Daten sein. „Die Vorgaben des UFZ müssen beachtet werden“, betont Fitzner. „Unter 13 Grad Celsius darf beispielsweise nicht gezählt werden. Denn bei Wind, Regen und Kälte verstecken sich die Falter unter schützenden Blättern und Ästen.“ Wenn das Wetter mitspielt und die Genehmigungen der Naturschutzbehörden alle vorliegen, kann es losgehen: Innerhalb von fünf Minuten laufen die Ehrenamtlichen 50 Meter Strecken ab und bestimmen dabei die Schmetterlinge, die sie in zweieinhalb Metern links und rechts der Wege entdecken. Ausgerüstet mit einem speziellen Kescher und einem Glas mit eingebauter Lupe dürfen sie die Falter im Ausnahmefall auch kurzzeitig fangen. Meist können die Experten die Artzugehörigkeit jedoch schon auf Sicht bestimmen. Auch die Anzahl soll notiert werden.

Schmetterlingszählung auch in kommenden Jahren

Die Zählungen wolle das DBU Naturerbe auch in den kommenden Jahren fortführen, möglicherweise werden weitere Flächen hinzukommen. Für dieses Jahr sei jedoch die maximale Anzahl an Flächen und freiwilligen Helfern erreicht. Die DBU-Koordinatorin des Tagfalter-Monitorings freut sich auf die Ergebnisse: „Nachdem das UFZ die Daten gesammelt und ausgewertet hat, bekommen wir sie zur Verfügung gestellt. Wir sind gespannt, welche Arten die Ehrenamtlichen auf den Wiesen, Heiden, Mooren oder den Übergangsbereichen zum Wald der DBU-Naturerbeflächen finden und wie sich ihr Vorkommen entwickeln wird“, so Fitzner.


Ansprechpartner bei Fragen zum Tagfalter-Monitoring: Elisabeth Kühn, Tel. 0345|5585263


Alleskönner Mikroalge: Extrakt umweltschonender gewinnen

Wirksames Verfahren für Inhaltsstoff in Kosmetikartikeln - DBU fördert
Algen © Institut für Getreideverarbeitung
Eine bessere Ausbeute des Algenextraktes und weniger Energieverbrauch sind das Ziel des DBU-Projektes vom Institut für Getreideverarbeitung.

Brandenburg. „Mikroalgen sind absolute Alleskönner“, sagt Projektleiter Dr. Gerd Huschek vom Institut für Getreideverarbeitung (IGV, Brandenburg). „Aufgrund ihrer hochwertigen Eiweiße und wertvollen Inhaltsstoffe kann man sie als Nahrung, als Futtermittel oder in Kosmetikartikeln verwenden. Für Letztere werden die Algen speziell behandelt und zu einem Extrakt verarbeitet.“ Als nachwachsende Rohstoffe könnten sie einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung liefern. Allerdings seien der Energiebedarf und die Kosten für das Gewinnen der Algenextrakte hoch, die erzeugten Mengen jedoch eher gering, sodass die Algen mit den herkömmlichen Inhaltsstoffen kaum konkurrieren könnten. In dem Projekt, das die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell mit 400.000 Euro fördert, soll mittels Plasmatechnologie eine wirksamere und somit umweltschonendere und schnellere Extraktion der Mikroalgenbiomasse ermöglicht werden.

Alleskönner Mikroalge

Bei Mikroalgen handelt es sich um meist einzellige, wenige Mikrometer große Lebewesen. Sie werden als Hoffnungsträger unter den nachwachsenden Rohstoffen angesehen. „Das liegt zum einen daran, dass sie schnell wachsen und auf Flächen produziert werden können, die sonst nicht für die Landwirtschaft geeignet sind“; erklärt Dr. Hans-Christian Schaefer, DBU-Referatsleiter Biotechnologie. Zum anderen enthielten die Mikroalgen viele wertvolle Inhaltsstoffe, wie gesundheitsfördernde Fette, Vitamine, Eiweiße oder Farbstoffe, die sowohl für Lebensmittel-, als auch Pharma- und Chemieunternehmen interessant seien.

Hohe Kosten - wenig Ertrag

Trotz der vielen Vorteile, welche die Algen als nachwachsende Rohstoffe böten, nutze man sie heute kaum. Das liege in erster Linie daran, dass die Kosten für das Gewinnen des Extraktes hoch und die erzeugten Mengen zu gering seien, um mit den chemisch hergestellten Produkten zu konkurrieren. Ein Grund besteht darin, dass Algen ihre wertvollen Inhaltsstoffe durch extrem stabile Zellwände schützen. Aktuell liege die Ausbeute vom Extrahieren der Algenbiomasse für Kosmetik deswegen nur bei einem geringen Prozentwert. „Wenn es also möglich wäre, den Algenextrakt günstiger oder in größerer Menge zu erzeugen, dann könnte der nachwachsende Rohstoff sein volles Potenzial entfalten“, so Huschek.

Plasmatechnologie als Lösung

Um Algenextrakt für Kosmetikartikel zu erzeugen, werden Algen zunächst gezüchtet und dann eingefroren. Danach werden sie wieder aufgetaut und mit Enzymen behandelt. Einfrieren und Behandeln mit Enzymen würden die stabilen Zellwände aufbrechen und die gewünschten Inhaltsstoffe freisetzen. „Wir wollen ein umwelt- und wirkstoffschonendes Verfahren im 20-Liter-Maßstab entwickeln. Dazu nutzen wir die Plasmatechnologie, die vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie(Greifswald) entwickelt wird. Bei diesem Verfahren werden die Zellwände über Schockwellen porös gemacht. So erübrigen sich Einfrieren und Behandeln mit Enzymen“, erklärt Huschek. Gleichzeitig würden Zeit und Energie eingespart, ohne die Reinheit des Extraktes zu verringern. Statt der ursprünglich 13 Prozent Extraktionsausbeute bei diesem Verfahren sollen 20 Prozent erreicht werden. So könne der Energiebedarf einer Jahresproduktion um ein Drittel gesenkt werden. Perspektivisch soll das Verfahren auf andere Algenarten und Produkte übertragen werden.